Starke Resonanz bei Bildungsdialog

Bassum geht bei Prävention neue Wege

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Die Präventionsarbeit intensivieren, Eltern noch besser informieren und den Kindern und Jugendlichen den Übergang von einer Einrichtung in die nächste leichter machen – das waren die drei Kernpunkte, die sich beim Bildungsdialog herauskristallisiert haben. Und die sollen nun so schnell wie möglich bearbeitet werden.

Bürgermeister Christian Porsch freute sich über das starke Interesse an der Veranstaltung: „Wir sind fast ausverkauft!“ Vertreter von Schulen, der Landesschulbehörde, Kindergärten, Tagesmütter, Stadtelternräte und Schulsozialarbeiter waren gekommen, um mit zu diskutieren.

„Was hier passiert, ist vorbildlich“, lobte Mandy Peukert vom Bildungsbüro des Landkreises, die als Einführung in die Thematik den Bildungsbericht vorstellte. Dabei gab es eine Menge Daten und Fakten, die zum Beispiel besagten, dass die Zahl der Kinder, die beim Einschulungstest zurückgestellt werden, sich erhöht habe. Bassum liege da mit unter zehn Prozent im Mittelfeld, während Twistringen sogar über zehn Prozent erreicht.

Probleme möglichst früh abfangen

Zu einer Neustrukturierung der Präventionsarbeit gaben Julia Niemann vom Präventionsrat und Schulsozialpädagogen Rainer Lüker aus Werlte den ersten Impuls. „Wir können Sie bei ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen unterstützen, haben auch schon Aktionen gemacht – aber nun wissen wir nicht weiter“, so Niemann. „Wir wollen eine neue Struktur, bei der wir die Kindergärten und Grundschulen mit einbinden, um die Probleme möglichst früh abzufangen.“

Wie so eine Struktur aussehen kann, erläuterte Lüker. Werlte nimmt seit neun Jahren an dem Programm „Communities that care“ (Gemeinschaft die sich kümmert) – kurz CTC teil. Das ist eine langfristige Strategie, die im Grunde „nie aufhört“, so Lüker. Durch Umfragen an Schulen (5. bis 10. Klasse) werden Probleme ermittelt und durch die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Organisationen und Bewohnern eines Stadtteils oder einer Gemeinde bearbeitet. 

Wichtig sei, dass immer nur bis zu zwei Probleme in den Fokus gestellt werden, um sich nicht zu verzetteln. Sind die behoben, gibt es wieder eine Umfrage, und die nächste Baustelle wird in Angriff genommen. „Das dauert alles“, räumt Lüker ein. Aber durch dieses Programm habe Werlte jetzt eine Stunde Sozialtraining an all seinen Grundschulen installiert.

„Es gibt großen Handlungsbedarf“

„Ist das etwas für uns?“, stellte der Erste Stadtrat Norbert Lyko am Ende die Frage ans Plenum. Die Antwort war eindeutig: Ja. „Das ist sehr spannend und auch notwendig, da sich die Bevölkerung verändert hat“, fand Hannelore Roitsch-Schröder (Leiterin Kinder-Reich). Der Kindergarten habe sein Außengelände immer offen für alle gelassen, doch das ginge inzwischen nicht mehr, weil es zu viel Randale dort gebe. 

Auch Erika Stötzel (Schulsozialarbeiterin) fand, dass es „Sinn mache, wenn sich mehr Menschen vernetzen“. Vertreter der Lukas- und Prinzhöfteschule signalisierten ebenfalls Zustimmung. Schulleiter Cord Mysegaes (Oberschule) meinte: „Es gibt einen großen Handlungsbedarf.“ Damit erteilten die Teilnehmer dem Präventionsrat den Auftrag, das Programm nach Bassum zu holen.

Anschließend diskutierten die Gäste darüber, was schon gut läuft in Bassum und was noch verbessert werden kann. „Gelobt wurden bei dem Übergang zwischen Kita und Grundschule die Schülerentdeckergruppen sowie die Gespräche zwischen Erziehern und Lehrern. Bei dem Übergang Grundschule zu weiterführender Schule sind die Besuchstage und Schülerpatenschaften hilfreich, wobei Letztere noch intensiviert werden sollen“, fasst Lyko zusammen. 

Gestärkt werden soll die Leseförderung durch Zusammenarbeit mit der Bücherei und die Informationspolitik. „Wir erreichen schon viele Eltern – aber noch lange nicht alle“, sagt Lyko. Für Eltern mit Migrationshintergrund wird beispielsweise über mehrsprachige Info-Zettel nachgedacht. Eine Arbeitsgruppe für Kindergarten und Grundschule will sich dem Thema Eltern-Informationen widmen. Außerdem sollen Lehrer von Grund- und weiterführenden Schulen an der jeweils anderen Einrichtung hospitieren, um einen Eindruck vom Alltag dort zu bekommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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