Jugend-Fußball

Sportgericht verhängt Geldstrafen nach eskaliertem B-Jugendspiel

Die Tribüne am Fußballplatz des TSV Bassum.
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Einige Zuschauer haben ins unterbrochene Spiel eingegriffen, statt auf der Tribüne zu bleiben.

Bei einem Fußballspiel zwischen zwei Jugend-Mannschaften sind Ende November Zuschauer aufeinander losgegangen. Damit hat sich nun auch das Sportgericht beschäftigt.

Bassum – Was ist da los gewesen? Ein Fußballspiel in der Kreisklasse, bei dem die Beteiligten so heftig aneinandergeraten, dass die Polizei eingreifen muss? Und das im Jugendbereich?

Inzwischen hat sich das Sportgericht des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) im Landkreis Diepholz mit dem abgebrochenen B-Jugend-Spiel zwischen dem TSV Bassum und der JSG Syke beschäftigt.

„Da sind beide Vereine in der Pflicht“, fasst Marcel Thalmann, Vorsitzender des Sportgerichts, die Entscheidung zusammen. In Niedersachsen seien grundsätzlich bei jedem Spiel Ordner vorgeschrieben. Mit Ordnern hätte die Situation vermieden werden können. Dem sei die Heimmannschaft nicht nachgekommen. Das Gericht hat auf Geld-Strafen für beide entschieden, die für den TSV aber höher ausgefallen sei.

Ein Spielabbruch aufgrund einer handgreiflichen Auseinandersetzung: Einen solchen Vorfall haben die Beteiligten bisher noch nicht erlebt, erst recht nicht im Jugendbereich.

Das sei in anderen Regionen anders, gibt etwa Marcus Peters zu bedenken. Peters ist frisch gebackener Konfliktlotse beim NFV und damit Ansprechpartner für Anti-Diskriminierung und Gewaltprävention. Peters möchte beide Seiten wieder zusammenbringen, indem sie etwa trotz beendeter Saison in einem Testspiel erneut aufeinandertreffen.

Aber in der Frage, was eigentlich genau passiert ist, zeigen sich Unterschiede in der Bewertung, die man so zusammenfassen könnte: Laut Bassumer Seite kam die Eskalation von den Rängen, während der Syker Coach das Spiel so schildert, als sei die Situation vom Platz auf die Zuschauer übergesprungen.

Zum Spiel selbst: Ende November war in dieser Zeitung zu lesen, dass es bei einem B-Jugend-Spiel zwischen dem TSV Bassum und der JSG Syke zu einer Auseinandersetzung gekommen war. In die hätten sich auch Zuschauer eingemischt. Anders als zunächst gemeldet, hatte sich die Situation aber schon vor dem Eintreffen der herbeigerufenen Polizeikräfte wieder beruhigt.

Auslöser der Auseinandersetzung war ein Foulspiel. Beim Stand von 1:0 spielte Bassum über seine rechte Seite nach vorne. Ein Syker Verteidiger holte den Angreifer von den Beinen. Der blieb verletzt am Boden liegen, aber die Bassumer blieben in Ballbesitz, der Schiedsrichter ließ Vorteil laufen. Kurz darauf versah ein Bassumer Spieler die Forderung, das Foul zu pfeifen, mit einer Beleidigung Richtung Schiedsrichter, worauf der ihm Rot zeigte. Es folgte eine Rudelbildung zwischen Spielern – in die sich jugendliche Zuschauer einmischten. Von rund „zehn, zwölf“ Zuschauern auf dem Feld spricht Bassums Trainer Joachim Hinrichs.

Während es zwischen den Fußballern bei Rangeleien blieb, führten die Auseinandersetzung bei den Zuschauern zu mindestens einer leichten Verletzung. Nach Auskunft der Polizei hat ein Beteiligter einen Faustschlag ins Gesicht bekommen und entsprechend Anzeige erstattet. Ein erwachsener Syker Zuschauer hatte per Mobiltelefon die Polizei alarmiert. Die Beamten rückten mit drei Streifenwagen an.

Während Bassum danach erst weiterspielen wollte, hatte sich Sykes Trainer Max Langen dagegen ausgesprochen Der Schiedsrichter entschied dann, das Spiel nicht wieder anzupfeifen.

Auch den Polizei-Einsatz bewerten die Teams unterschiedlich: Während Bassums Coach den Einsatz mit drei Streifenwagen als „überzogen“ bezeichnet, sagt der Syker Trainer, dass er den Anruf aus der Situation heraus „absolut nachvollziehen“ kann. Er glaubt, dass die Sirenen dazu beigetragen haben, die Situation zu beruhigen.

TSV-Trainer Hinrichs äußert den Verdacht, dass Rufen der Polizei auf „eine berechtigte Vorahnung mit Vorgeschichte“ auf Syker Seite zurückzuführen sei. Das weist Max Langen entschieden zurück. Über die Jugendlichen, die ins unterbrochene Spiel eingegriffen haben, sagt er: „Die habe ich noch nie gesehen.“ Umgekehrt spricht Joachim Hinrichs von Syker Zuschauern, die er nicht gekannt habe.

Langen betont: „Von meinen Jungs ging die Provokation und Aggression nicht aus.“ Er erzählt, dass seine Mannschaft schon zur Halbzeit „ziemlich frustriert“ von der „harten Spielweise“ der Bassumer gewesen sei. Hinrichs dagegen bewertet die Spielweise anders: „Das, was im Spiel passiert ist, kann in jedem Spiel vorkommen.“

Und die Idee des Gewaltpräventionslotsen Peters, beide Mannschaften in einem Testspiel zusammenzubringen? Dazu sagt Syke-Trainer Langen: „Wenn, dann müsste das aus Bassum kommen.“

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