Diego Funkenflug neuer Voigt

Dritter Bovelmarkt bietet Zeitreise ins Mittelalter

Auch einen Pranger gab es auf dem Mittelaltermarkt.

Bassum - Von Luka Spahr. Wenn aus Pulled Pork „gerupfte Sau“ und aus Euro Taler werden, dann ist in Bassum der Bovelmarkt. Zahlreiche Besucher strömten am vergangenen Wochenende auf das Gelände rund um die Freudenburg und begaben sich auf eine Zeitreise ins Mittelalter. Dort angekommen hatte schließlich nicht mehr die Bassumer Stadtverwaltung das Sagen, sondern der neu auserkorene Bovelvoigt Diego Funkenflug.

Dieser brauchte nicht nur einen kräftigen Magen für das Mineralwasser-Wetttrinken. Beim Seilziehen mussten er und seine Kontrahenten versuchen, auf einem Pflock stehenzubleiben. Kreativität war beim Malen gefragt. Das Publikum musste die Zeichnungen im Anschluss richtig deuten. Beim Pfannkuchenwenden musste der hochgeworfene Teig anschließend wieder in der Pfanne landen.

Und neben einem Spiel, bei dem ein Sack zielsicher auf eine hohe Stange geworfen werden musste, durfte natürlich auch der berühmt-berüchtigte Dreschbalken nicht fehlen. Hierbei war viel Geschick erforderlich, um den Strohsack-Schlägen des anderen auszuweichen, und auf dem Balken sitzen zu bleiben. In allen Disziplinen ließ Diego Funkenflug seine sieben Kontrahenten hinter sich zurück. Wenngleich am Ende drei Anwärter punktgleich waren und das Publikum mit seinem Klatschen die Entscheidung zugunsten Funkenflugs traf.

Dieser heißt im echten Leben eigentlich Bastian Hülsmann und kommt aus Barnstorf. Das ist ein Novum. Bisher kamen die Bovelvoigte aus Bassum. Auf dem nunmehr dritten Mittelaltermarkt konnte sich jetzt erstmalig ein Auswärtiger durchsetzen. Bassums Bürgermeister Christian Porsch vereidigte ihn am Sonntagnachmittag mit allen Ehren und dankte dem bisherigen Voigt Kjartan für seine Regentschaft.

Doch nicht nur um diesen großen Wettkampf ging es auf dem Bovelmarkt.

Der Rauch in der Luft, die Dudelsackmusik und das Klirren der Schwerter hatte auch zahlreiche Besucher aus Nah und Fern angelockt, die – zum Teil ebenfalls beeindruckend verkleidet – über den Markt flanierten.

Gerade für Kinder bot sich etwa auf der Zwergenwiese ein buntes Programm. Neben Mal- und Bastelständen konnten sie einer Schmiedin mit rußverschmiertem Gesicht oder einem Bogenbauer bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Für größere Kinder gab es außerdem die Möglichkeit, selbst einmal mit dem Bogen auf eine Zielscheibe zu schießen. Die neunjährige Eyleen aus Stuhr war mit ihrer Mutter gekommen und hatte die Mitte der Zielscheibe nur knapp verfehlt. „Das war anstrengend“, gibt sie zu. „Es war gut, dass ich ein bisschen Hilfe hatte.“

Ein kleiner Geheimtipp auf dem Markt war derweil der Stand von Uwe Fleming, der sich „Der Vornamenskundige“ nennt. „Wenn ihr euren Vornamen habt gelesen, und von trauriger Laune seyd genesen, nehmt ihn hurtig in die Hand, und hängt euch daheim doch an Eure Wand!“ steht auf einem kleinen Schild dort. Über 5000 kleine Kärtchen mit Ursprungsgeschichten zu den verschiedensten Namen hat er mitgebracht. „Im Vornamen steckt die Persönlichkeit jedes Menschen“, erklärt der im normalen Leben gelernte Offset-Drucker.

Rund 1.000 Besucher gezählt

Neben den kleinen Namenskärtchen warteten auf die Besucher neben Köstlichkeiten wie „gerupfte Sau“ auch Kirschbier und andere mittelalterliche Speisen und Getränke. Das kam an. Rund 1.000 Besucher zählten die Veranstalter am Samstag trotz des Unwetters. Der Sonntag sei nach ersten Einschätzungen noch einmal um einiges besser angelaufen. „Es wird wirklich sehr gut angenommen. Wir wachsen stetig“, so Louise Mathis von der veranstaltendenden „Bovelzumft“. Vor allem die Feuershow und der Pestumzug über den Markt seien gut bei den Besuchern angekommen.

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