Oliver Launer will bestimmte Typen

Open Air: Bassum braucht Künstler, „die Bock haben“

+
Finn Schott vom Veranstaltungstechniker Mäding richtet die Bühne für das Bassum Open Air her.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Die besten Freunde des Veranstaltungstechnikers – sind große, blühende Bäume. Das zumindest könnte dem Team um Jochen Mäding durch den Kopf gehen, das seit Mittwoch an der Freudenburg fleißig aufbaut.

Denn die Temperaturen, bei denen die sechs Mitarbeiter die Bühne unter der Muschel vorbereiten, sind knackig – doch die Bäume spenden zumindest wohltuenden Schatten.

Donnerstag haben die Bremer etwa sieben Stunden geschuftet, damit die Künstler nicht nur gut zu sehen, sondern auch gut zu hören sind. Freitag, wenn Philharmonic Rock die Bühne stürmt, könnte es mal locker ein Zwölf-Stunden-Arbeitstag werden. Steigt so kurz vor dem Event eigentlich auch der Puls bei den Menschen hinter der Bühne?

Chef Jochen Mäding bleibt cool. Er ist seit 30 Jahren im Geschäft und sein Team aufeinander eingespielt – und auf Philharmonic Rock. „Wir haben sie schon ein paar Mal begleitet und wissen, was die Künstler gern möchten.“ Manfred Mann’s Earth Band, die Samstag die Freudenburg rocken will, wird eigene Techniker schicken, die dann mit Mädings Leuten zusammenarbeiten.

Ambiente gefällt

In Bassum ist Mäding zum ersten Mal, doch das Ambiente gefällt ihm. „Es ist echt gut, und vor allem kann man schön ungestört aufbauen.“ Seine einzige Sorge sind die Öffnungen an der Seite der Bühne. Denn wenn es regnet, könnte die Technik nass werden. Er erinnert sich an ein Event, wo zum Regen auch noch Sturm hinzukam. „Da sind die Dächer der Zelte weggeflogen, und wir haben den Pavillon mit Klebeband festgeklebt“, erzählt Mäding und lacht.

Früher hat er auch Touren begleitet, wie von Fettes Brot oder Fünf-Sterne-Deluxe, doch heute betreut er nur noch regionale Veranstaltungen, damit man nach getaner Arbeit wieder nach Hause fahren kann. Lernt man in dem Job die Künstler eigentlich auch mal näher kennen? Mäding schüttelt den Kopf. 

Meistens beschränke sich das auf eine kurze Begrüßung, bei der man aber schon einen Eindruck gewinnen könne, wie ein Mensch tickt. „Brian Adams zum Beispiel hat mal in Bremen gespielt und wirkte sehr nett und bodenständig“, sagt Mäding. Ebenso sei es mit Carolin Kebekus, mit der er auch schon mal auf dem Smartphone Fußball geschaut habe.

Bassum ist persönlich und professionell

Solche Künstler schätzt auch Organisator Oliver Launer. „Das Theater hat man aber meistens mit den Agenturen, die große Ansprüche für ihre Klienten stellen. Ich sage denen dann immer: ,Bassum ist persönlich und professionell. Der Künstler muss Bock auf so etwas haben.’“ 

Eine große, aufwendige Bühnenshow könne man nicht bieten, „hier geht es um Musik und die Fans“. Ein tolles Beispiel ist für ihn Albert Hammond, der 2016 in Bassum auftrat. „Wir beratschlagten, wie wir ihn auf die Bühne bringen, und er schlug vor, einfach an den Leuten vorbei zu gehen.“

Launer ist die Vorfreude auf das Bassum Open Air anzumerken. „Das Wetter passt perfekt, aber wir hatten damit eigentlich immer Glück.“ 1000 Gäste erwartet er Freitag und 1200 Samstag. Neben Mädings Mitarbeitern sind auch 15 Securitykräfte und 30 Leute vom Catering vor Ort. „Die Parkplätze sind direkt am Gelände und der Eingang erfolgt über die Holzbrücke“, sagt Launer. 

Meisterstück im August

Das Event ist für ihn aber auch ein „Warmlaufen“ für das „Meisterstück im August“. Denn dann kommt Michael Patrick Kelly nach Bassum – und Launer rechnet mit einem ausverkauften Haus. „2 300 Karten sind bereits verkauft, jetzt sind nur noch 500 da. Jede Woche gehen zwischen 50 und 80 weg.“

Bei dem Konzert könnte sich ein echtes Festival-Feeling einstellen, weil bereits Fans bei Launer nach Campingmöglichkeiten gefragt haben. „Die wollen hier übernachten, um ganz vorne an der Bühne stehen zu können“, berichtet der Veranstalter und lacht. „Das sind vermutlich viele, die damals große Fans der Kelly Family waren. Wir werden ihnen dann die Fläche am Parkplatz anbieten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Trump besucht Brandgebiet in Kalifornien

Trump besucht Brandgebiet in Kalifornien

Frau stirbt bei Protest gegen hohe Spritpreise in Frankreich

Frau stirbt bei Protest gegen hohe Spritpreise in Frankreich

Tijuana bereitet sich auf Ankunft weiterer Migranten vor

Tijuana bereitet sich auf Ankunft weiterer Migranten vor

Fotostrecke: Training in der Mini-Gruppe

Fotostrecke: Training in der Mini-Gruppe

Meistgelesene Artikel

Junge Randalierer wüten in ehemaligem Autohaus Langhang

Junge Randalierer wüten in ehemaligem Autohaus Langhang

Reitunfall macht Einsatz von Hubschrauber notwendig

Reitunfall macht Einsatz von Hubschrauber notwendig

Unbekannter Mann hinterlässt Gaunerzinken in Syke

Unbekannter Mann hinterlässt Gaunerzinken in Syke

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

„Keine Hinweise auf Abweichungen“ in Diepholzer Schlachthöfen

Kommentare