Vier sind gegen „Vor dem Karrenbruch“

Ausschuss sagt Ja zum Gewerbegebiet

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Es war eine lange Liste mit Einwänden und Befürchtungen, die Planer Michael Meier von der Planergruppe NWP in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung der Stadt Bassum Punkt für Punkt durchging. Das Thema: das geplante Gewerbegebiet „Vor dem Karrenbruch“. Am Ende gaben dennoch sieben Ausschussmitglieder ihre Zustimmung dafür, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Vier Mitglieder stimmten dagegen.

Meier arbeitete akribisch sämtliche Argumente durch, die gegen das Gewerbegebiet ins Feld geführt worden waren. Die einen erklärte er für nicht zutreffend, wie die Gefährdung von Kindern auf dem Schulweg. Bei wiederum anderen, wie Schaden für den Klimaschutz, erläuterte er, dass abgewogen worden sei und man sich dafür entschieden habe, dass die Gewerbeentwicklung, die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen als wichtiger einzustufen seien. Ebenso verhielt es sich mit dem Verlust von landwirtschaftlichen Flächen.

„Hochwertige Flächen gehen verloren“

Das klang zwar nachvollziehbar, schmeckte aber nicht jedem. „Da gehen hochwertige Ackerflächen verloren“, bedauerte Alexander Loerke (CDU). „Da kann ich die Bedenken des Landvolks verstehen. Das Problem ist, dass es immer ein Eingriff ist. Deswegen werden wir zustimmen.“

Zu einem anderen Schluss kam Hermuth Straßburg vom Bürgerblock. „Dieses Gebiet hat nur einen Vorteil: es ist gleich verfügbar.“ Er verstehe auch nicht, warum den künftigen Unternehmen nicht zur Auflage gemacht werden könne, einen Blendschutz zu installieren, um Lichtimmissionen zu vermeiden.

Zudem schien es Straßburg befremdlich, dass es inzwischen „natürlich“ geworden sei, dass die Landwirtschaft immer weichen müsse. Dass Schulkinder nicht gefährdet würden, könne er nicht nachvollziehen und er fürchte, dass viele Lastwagen künftig eine Abkürzung über den Ort Bünte wählen werden, was Meier zuvor ebenfalls verneint hatte. „Diese Antworten erscheinen mir zu ergebnisorientiert, und deswegen werden wir nicht zustimmen.“

Dr. Christiane Weitzel von den Grünen schloss sich Straßburgs Meinung an. „Die Standort ist nicht geeignet, die Zuwegung ein Problem. Es ist schade, dass ein Naherholungsgebiet geschädigt wird. Ich sehe die Gefahr von Schleichverkehr und dass viele Fahrzeuge Abkürzungen über Bünte und Bramstedt suchen werden.“

„Schade, wenn Gewerbe abwandert“

Helmut Zurmühlen bekannte, dass es schwer sei, ein Gleichgewicht in dieser Sache zu finden. Bei allem Verständnis für die Contra-Argumente sei es schade, wenn Gewerbe und Arbeitsplätze nach Bremen abwanderten. „Man hat hier gut gearbeitet“, sagte er Richtung Meier, und deswegen stimme er zu.

In der Einwohnerfragestunde meldeten sich auch noch drei Anwohner zu Wort, um ein paar Fragen loszuwerden. So kam auch Harald Blumhoff nochmal auf die fehlende Auflage für Unternehmen bezüglich der Lichtimissionen zu sprechen. „Es gibt zwar keine Auflage, aber wir werden in jedem Fall das Gespräch mit den Gewerben suchen“, versicherte Bauamtsleiter Martin Kreienhop. Die Stadt Bassum wiederum werde bei ihren eigenen Anlagen wie der Straßenbeleuchtung in jedem Fall tätig, um die Belästigung durch Licht zu vermeiden.

Arndt Buschmann wollte wissen, wie die Stadt sicherstellen wolle, dass die Lastwagen auf der Straße tatsächlich die angestrebten 40 Stundenkilometer fahren, und wie das Ausweichen über Bünte verhindert werden könne.

Kreienhop erklärte, man werde Begrenzungsschilder aufstellen. Was Buschmanns zweite Frage angehe, so sei diese nicht Gegenstand dieser Planung, die sich ausschließlich mit dem Gewerbegebiet befasst. Stimmt der Rat der Stadt zu, kann bald mit den Erschließungsarbeiten mit „Vor dem Karrenbruch“ begonnen werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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