Hochwasserschutz

Anwohner zweifeln die Funktionsfähigkeit von Regenrückhaltebecken an

Heiner Dührkop zeigt auf das hinter ihm liegende Rückhaltebecken.
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Heiner Dührkop bezweifelt, dass das Becken wie vorgegeben funktioniert.

Ein Regenrückhaltebecken, das kein Regenwasser zurückhält? Diese Zweifel melden Anwohner bei dem Becken an der Grundschule Petermoor an. Der zuständige Wasserverband bestreitet dies.

Bassum – Extreme Regenfälle haben zugenommen und werden wohl weiter zunehmen. Ende August hatte es so stark gegossen, dass unter anderem in Syke Wohnungen und Keller vollliefen. Um zu verhindern, dass die Wassermassen Kanäle zum Überlaufen bringen, gibt es Regenrückhaltebecken. Allein in Bassum unterhält der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) rund ein Dutzend dieser Anlagen.

Allerdings melden Anwohner wie Reinhard Berlin bei einem dieser Becken Zweifel daran an, ob es so wie vorgegeben funktioniert. Über das Regenrückhaltebecken bei der Grundschule Petermoor sagt er: „Ich habe in der ganzen Zeit noch keinen Tropfen Wasser darin gesehen.“

Falsch Konstruiert? Das Becken liege an einem der höchsten Punkte Bassums, so der Anwohner

2012 hat der OOWV das Becken an der Ecke Manfred-Krause-Straße/Bramstedter Kirchweg angelegt. Auch Heiner Dührkop kommt regelmäßig daran vorbei. Der Elekrotechnik-Meister glaubt nicht, dass der Wasserverband die Mitgliedsbeiträge zweckmäßig eingesetzt hat. Das Regenrückhaltebecken „liegt an einem der höchsten Punkte Bassums“, so Dührkop. Das Wasser könne also gar nicht hinein fließen. Sein Urteil: „Es ist falsch konstruiert.“

Wie Berlin moniert auch Dührkop: „Da ist kein Wasser drin.“ Selbst bei Starkregen von 40 Litern pro Quadratmeter habe er im Becken keine nennenswerten Wassermengen gesehen.

„Beim besten Willen nicht vorstellen“ - Verband weist Kritik zurück

Der OOWV weist die Kritik zurück. Für den Wasserverband gebe es keine Anzeichen dafür, dass das Becken nicht funktioniere, sagt Sprecher Heiko Poppen. Nach Anfrage dieser Zeitung hat er Rücksprache mit dem zuständigen Mitarbeiter gehalten. Und der könne sich „beim besten Willen nicht vorstellen“, dass bei Regen gar kein Wasser im Becken sei.

Poppen gibt zu bedenken, dass es keine großen Wassermengen sein müssten. Das Wasser könne auch nur 20 oder 30 Zentimeter hochstehen. „Das ist nicht sofort sichtbar.“ Schließlich sei das Becken, das von einem mehrere Meter entfernt stehenden Zaun umgeben ist, stark mit Pflanzen bewachsen.

Bewuchs ist mittlerweile gewollt und wird nur schonend entfernt

Dass der Bewuchs nur noch zwei Mal jährlich und dann behutsam zurückgeschnitten werde, sei übrigens Absicht im Sinn des ökologischen Leitbilds des OOWV, und es beeinträchtige die Funktionsfähigkeit nicht.

Der Bewuchs selbst stört Heiner Dührkop nicht. Er glaubt aber auch nicht, dass die Bäume sich darin halten könnten, wenn das Becken regelmäßig Wasser führen würde. Und er bezweifelt, dass ein Wasserstand wie ihn der OOWV-Sprecher genannt hat, für die Funktionsfähigkeit des Beckens spricht. Dührkop glaubt nicht, dass solche Wassermengen für Rückhalte-Funktion sprechen. „Das ist das Wasser, was da reingeregnet ist,“ vermutet er.

Für eine Handbreit Wasser?

Der Anwohner ist der Meinung: „Wenn es richtig regnet, dann muss das Ding voll mit Wasser sein.“ Dührkop ist sich sicher: „Da müsste etwas zu sehen sein, wenn es so stark regnet, dass man keine 20 Meter weit sehen kann.“ Das sei aber nach seiner Erfahrung nicht der Fall, während andere Becken bei solchen Regenmengen „richtig voll“ liefen.

OOWV-Sprecher Poppen nennt einen Indikator dafür, ob ein Regenrückhaltebecken funktioniert: „Stehen die Straßen unter Wasser?“ Das war in der Umgebung des Beckens an der Grundschule Petermoor offenbar nicht der Fall. Was aber Heiner Dührkop nicht davon überzeugt, dass das Becken seinen Zweck erfüllt. „Dann hätte die Kanalisation das auch alleine geschafft“, glaubt er.

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