Neujahrskonzert

In Bassum mit dem Alphorn in die Bergwelten

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Begeistern in der Stiftskirche: Klaus Seyfarth am Alphorn und Johann Günther an der Posaune.

Bassum - Von Martin Möhring. Einen besinnlichen Nachmittag erlebten zahlreiche Besucher beim Neujahrskonzert für Alphorn, Posaune und Orgel am Samstag in der Bassumer Stiftskirche. Bei den ersten Klängen des Alphorns wurden viele Zuhörer emotional in Bergwelten gezogen. Es breitete sich eine harmonische Stimmung aus, und die einzelnen Stücke wurden mit viel Applaus bedacht.

Die Solisten Klaus Seyfarth am Alphorn, Johann Günther an der Posaune und Ralf Wosch an der Orgel zauberten ein abwechslungsreiches Programm in die altehrwürdige Kirche. Der Alphornist Seyfarth stellte sein Instrument vor. Das Alphorn sei ein „uraltes Instrument, das es erst seit rund 40 Jahren im Konzertsaal gibt“. Es sei rund 3,55 Meter lang und es verwende verschiedene Aufsätze, die unterschiedliche Tonarten erzeugten. Er spiele einige Stücke in Ges-Dur und einen halben Ton tiefer in F-Dur. Die F-Dur Grundstimmung werde überwiegend in Deutschland eingesetzt. „Ich habe mein Alphorn in der Schweiz selbst gefertigt“, sagte Seyfarth in seinen spannenden Erklärungen. Man nehme zur Herstellung eines Alphorns einen Stamm, der am Hang bereits natürlich krumm gewachsen sei. Sollten an einigen Stellen die Jahresringe zu eng sein, müsse man dieses Stück raussägen, um einen guten Klangkörper zu bekommen. Jedes Alphorn sei daher ein Unikat und die Töne müssten so gespielt werden, wie das Instrument sie formt.

Auf dem Programm standen Weihnachtsweisen in unterschiedlichen Variationen. So erklangen im Konzert unter anderem David von Rüttes „Fantasie über das Weihnachtslied Stille Nacht“, Stücke von Friedrich Hönsch sowie Carl Rüttes „Suite Pastorale“. Damit begann getragen feierlich das Konzert.

Es folgte von Friedrich Hönsch für Orgel und Alphorn das Stück „Lieb Nachtigall wach auf“. Ein schöner Wechsel entstand innerhalb des Programms durch die jeweils unterschiedlichen Kombinationen der drei Instrumente. Im „Wachet auf ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach fanden die Posaune und Orgel in schöner klanglicher Eintracht zueinander. In der „Abendruhe“ von Hans-Jürg Sommer wirkten erstmals alle drei Instrumente miteinander und entfalteten das volle klangliche Potenzial dieser genialen Kombination. Mit dem Posaunen-Solo „Reflective Mood“ setzte Johann Günther einen der vielen Glanzpunkte des Konzertes, ebenso wie Klaus Seyfarth mit seinem Alphornsolo „Thüringer Hirtenruf“.

Klaus Seyfahrth, 1959 in Gotha geboren, ist 1996 zum Alphorn gekommen und hat sein Spiel beständig weiter entwickelt. In Thüringen gründete er ein Alphornquartett. Seyfahrth ist Initiator des Thüringer Alphorntreffens, das alle zwei Jahre in seinem Heimatort Schwarzhausen sowie in Eisenach organisiert wird.

Nach seinem Studium wurde Seyfahrth stellvertretender Solohornist im Sinfonieorchester Saalfeld. Er spielt seit 1989 in der Landeskapelle Eisenach. Mit seinem Alphornensemble trat er bereits in der Schweiz, Österreich und Frankreich auf.

Der Posaunist Johann Günther erhielt seinen ersten Posaunenunterricht durch das Bläserklassenangebot am Gymnasium Syke. Heute studiert der 21-Jährige über die Bundeswehr in Düsseldorf beim Ausbildungsmusikkorps Posaune an der Hochschule „Robert Schumann“. Dort wirkt er unter anderem im symphonischen Blasorchester der Hochschule und der Big Band mit.

Mit einer Blech-Quintett-Besetzung spielte er zuletzt am Tag der Deutschen Einheit in der Botschaft in Madrid. In Bassum wurde deutlich, dass er zu den wenigen besonders hoffnungsvollen Nachwuchstalenten an der Posaune in Deutschland gehört. Für Interessierte gab es unter Anleitung von Klaus Seyfahrt am Ende des Konzertes die Möglichkeit, selbst einmal ins Alphorn zu blasen.

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