Basar in der Grundschule Bramstedt

Vom trüben Flohmarkt zum Besuchermagneten: „Rund ums Kind“ wird zehn

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Kathrin Fligge (von links), Korinna Wessels und Bianca Simon freuen sich darauf, das zehnjährige Bestehen des Basars mit vielen Besuchern zu feiern.

An die Nacht vor dem ersten Basar „Rund ums Kind“ kann sich Bianca Simon noch gut erinnern. Viel Schlaf bekam sie damals nicht. „Man macht sich Gedanken: Hat man alles? Kommt überhaupt jemand?“ Zweifel, die nicht aus der Luft gegriffen waren. Schließlich hatte der Flohmarkt der Grundschule Bramstedt zum Schluss kaum noch Besucher gelockt. Als Simon gefragt wurde, ob sie dessen Betreuung übernehmen will, sagte sie unter zwei Bedingungen zu. Erstens: Sie macht es nicht allein. Zweitens: Es gibt ein neues Konzept.

Bramstedt - Unterstützung fand sie schnell. Erst kam Korinna Wessels, später stieß Kathrin Fligge dazu. Das neue Konzept machte aus dem Flohmarkt, wo jeder seine eigenen Sachen präsentiert, einen Kommissionsbasar. Die Leute bringen ihre Waren jetzt nur noch vorbei. Verkauft werden sie von Simon, Wessels, Fligge und ihren fleißigen Helfern. 20 Prozent vom Erlös gehen an den Förderverein der Grundschule, während vorher die gesamten Einnahmen in die Kasse des Vereins flossen. Das Einzige, was vom Flohmarkt blieb, ist die Cafeteria.

Doch wie würden die Bramstedter das neue Angebot annehmen? Haben die Organisatorinnen richtig entschieden? Fünf Jahre ist das nun her. Inzwischen steht der zehnte „Geburtstag“ des Basars vor der Tür. Und nun kann das Trio sagen: Ja, das haben wir.

„Schon der erste Basar war ein Erfolg“, erinnert sich Wessels. „Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Die Besucher stöberten begeistert durch das Angebot, das von der Babybekleidung bis zu Klamotten für Teenager, vom Stillkissen bis zum Fahrrad reichte. „Eben alles rund ums Kind“, fasst Wessels lachend zusammen. „Seitdem sind wir jedes Mal ein bisschen besser geworden.“ So haben die Frauen ihre Abläufe neu organisiert. „Nach dem ersten Basar standen wir bis 1 Uhr nachts in der Schule, um aufzubauen. Beim Abbau dauerte es ähnlich lange“, erzählt Simon. Heute brauchen sie etwa drei Stunden, um alles herzurichten.

Und während sich der zeitliche Aufwand verringert hat, haben sich die Einnahmen verdreifacht. „Die Besucherzahlen haben sich immer mehr gesteigert. Die Schlange reicht inzwischen bis auf den Schulhof. Wir haben Besucher unter anderem aus Syke, Barrien und Bremen. Von der werdenden Mutter bis zur Großmuter ist alles dabei“, sagt Fligge.

Obwohl die Frauen ein eingespieltes Team sind, bedeutet so ein Basar immer noch viel Aufwand. „Wir haben etwa 50 Verkäufer, die ihre Sachen vorbeibringen. Diese sind schon mit einem festen Preis und einer Verkaufsnummer etikettiert. Am Freitag packen wir alles aus und platzieren es in den Klassenzimmern“, so Simon. Doch bevor auch nur ein Tisch verschoben wird, trinken die Frauen noch ein Glas Sekt zusammen. Ein Ritual, das sie vor dem ersten Basar eingeführt und bis heute beibehalten haben, da es offenbar Glück bringt. „Nervös bin ich trotzdem vor jedem neuen Basar“, verrät Simon.

Samstags steht dann immer der Verkauf an. Dabei ist es ihnen wichtig, die Ware übersichtlich präsentieren zu können. Deswegen haben sie auch bei der Anzahl der Verkäufer ein Limit gesetzt. „Wir hatten mal 60 und das war uns zuviel.“

Sonntags wird alles, was nicht verkauft wurde, wieder zusammengepackt. Einige Dinge gehen zurück an ihre Besitzer, andere bekommt der Verein Faithline gespendet. Dann wird noch abgerechnet.

Ziemlich viel Arbeit, die ehrenamtlich an zwei Wochenenden im Jahr – März und September – geleistet wird. Aber die Frauen tun das gern. „Es ist unser Baby und einfach schön zu sehen, wie es sich entwickelt hat. Es macht auch Spaß, weil wir ein super Team sind und die Leute uns viel Lob und Anerkennung dafür geben“, sagt Simon, die noch lange nicht ans Aufhören denkt. Korinna Wessels bleibt dem Orga-Team sogar treu, obwohl ihr Sohn die Grundschule verlässt.

Die Frauen sind glücklich über die Erfolgsgeschichte ihres Basars. Aber sie wissen auch, dass die ohne die vielen Helfer nicht möglich gewesen wäre. „Es sind immer 30 bis 40 Leute, die beim Verkauf, Auf- und Abbau helfen oder Kuchen für die Cafeteria backen“, so Simon.

Hinzu kommt die große Unterstützung im Ort. „Der TSV Bramstedt stellt uns immer seine Tische zur Verfügung. Und als das einmal nicht klappte, sprang die Feuerwehr ein. Wir haben das Gefühl, ganz Bramstedt trägt die Veranstaltung mit. Jeder gibt irgendetwas dazu.“ Dafür wollen die Organisatorinnen nach fünf Jahren vor allem eins sagen: Danke.

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