Zu Besuch bei Carne‘s Doggi

Barf – Futter roh und artgerecht für Hunde und Katzen aus Bassum

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Simone Bliefernich mit ihrem neun Jahre alten Hund Bolle vor dem Hofladen in Bassum-Nienhaus.

Immer mehr Hunde- und Katzenbesitzer entscheiden sich für die Methode Barf – die biologisch artgerechte Rohfütterung. Damit gehen sie zurück zu den Wurzeln. Carne’s Doggi in Bassum bietet eine reiche Produktpalette an. 

Bassum – 9,2 Millionen Hunde und sogar 13,2 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten. Der Trend, sie möglichst artgerecht und gesund zu ernähren, wächst. 

Eine Methode ist das Barfen: Frisches Fleisch, Innereien, Knochen und Gemüse: Das sind kombinierbare Grundzutaten für das sogenannte Barfen. Der Begriff Barf steht für „biologisch artgerechte Rohfütterung“. Hund und Katze, der Deutschen liebste tierische Hausgenossen, können damit gemäß den Fressgewohnheiten ihrer Vorfahren ernährt werden.

Bassum: Nachfrage nach Barf-Produkten steigt

Die Nachfrage danach wird immer größer. Das beweist ein stattlicher Neubau im Bassumer Industriegebiet: Auf 5 000 Quadratmetern Fläche ist dort ein großzügiges, zum Teil zweigeschossiges Zentrum für Barf-Produkte entstanden – neues Herzstück der Carne’s Doggi GmbH. Das Unternehmen besteht seit 2007, Mitbegründerin ist Simone Bliefernich.

Der Gründer, ihr Vater Heinz-Otto Bliefernich, betrieb vor vier Jahrzehnten eine Notschlachterei in Bassum. „Damals fragten Hundebesitzer immer wieder nach Pansen“, blickt Simone Bliefernich zurück. Gefroren, danach in Würfel geschnitten und in wiederverschließbaren Beuteln abgepackt: So gehörte dieser Pansen ab 2001 zum Angebot.

Artgerechtes Tierfutter in Würfel portionierbar

Tiefgefroren und direkt in den Napf: Grüner Pansen gilt als das für Hunde, was für Menschen der Salat ist.

Daraus entstand schließlich die Idee, auch Frischfleisch, Innereien und Knochen als artgerechtes Hundefutter einzufrieren und in Würfeln portioniert anzubieten. „Anfangs lief es schleppend“, blickt die Geschäftsführerin auf die erste Resonanz zurück. Doch dann wuchs die Nachfrage stetig – und damit die Produktion der Barf-Produkte am Standort in Bassum-Groß Henstedt.

Vor 15 Jahren öffnete der Hofladen in Bassum-Nienhaus erstmals seine Tore. Heute bietet er ein breites Sortiment von Barf-Produkten. Die unterschiedlichen Zutaten – gewolft, gewürfelt, geschnitten und tiefgefroren – stehen Hunde- und Katzenbesitzern zur Wahl.

Frisch- und TK-Produkte im Programm

Frischprodukte von Rind, Huhn, Pute, Ente sowie Lamm, Hirsch und Kaninchen gehören zum Programm. Genauso wie unterschiedliche TK-Gemüsemischungen und verschiedene Öle sowie andere Nahrungsergänzungsmittel.

Lesen Sie auch: Zurück zu den Wurzeln mit Barfen - war früher wirklich alles besser?

Fein gemahlene Eierschalen zum Beispiel können als Knochenersatz im Futter die Kalzium-Versorgung verbessern. Verschiedene Komplett-Menüs ergänzen das Sortiment.

Tierische Ernährungsberatung gehört zum Barfen

Am Anfang steht die Ernährungsberatung – wie bei Hund Jacky zum Beispiel. Eine geschulte Fachkraft lässt sich von der Hunde-Besitzerin das Alter, die Charaktereigenschaften und vor allem die gesundheitlichen Auffälligkeiten des elf Jahre alten Hundes schildern. Darauf stimmt die tierische Ernährungsberaterin die einzelnen Bausteine des Barf-Futters ab.

Ergebnis: Für den kleinen „Jacky“ eignet sich am besten gewolftes Geflügelfleisch zum Start, ergänzt durch eine Karotten-Pastinaken-Mischung. Die Tagesration des Futters entspricht drei Prozent des Hunde-Körpergewichts. Diese Portion wird täglich aufgetaut und frisch verfüttert. Obendrauf gibt es einen Teelöffel Eierschalenpulver und außerdem Lachsöl. Das alles bekommt die Hundehalterin schriftlich als Ernährungsplan an die Hand.

Barf-Futter aus Bassum: Kunden nicht nur aus Niedersachsen

Im Hofladen (Werksverkauf) in Nienhaus ist viel Betrieb. Die Autokennzeichen auf dem Parkplatz beweisen, dass die Kunden aus ganz Niedersachsen und sogar aus Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen angereist sind, um Barf-Futter zu kaufen. 

Im Bassumer Industriegebiet ist ein Neubau mit Büro- und Produktionstrakt entstanden.

Das Einkaufsverhalten zeigt: Je weiter der Weg, um so größer die Einkaufsmengen der Tiefkühlwaren und Nahrungsergänzungsmittel oder der luftgetrockneten Kauartikel, die mittlerweile zum Programm gehören: Ochsenmaul und Rinderohren, Pansenfrikadelle oder Hühnerherzen und Entenhälse zum Beispiel.

Abrechnung mit Tierfutterindustrie bringt Aufschwung

Seit 2018 vertreibt Carne’s Doggi seine Produkte unter dem Namen „Barfgold“, um auch Katzenbesitzer überzeugen zu können. Deren Nachfrage sei nach Veröffentlichung des Buches „Katzen würden Mäuse kaufen“ stark angestiegen, berichtet Simone Bliefernich. Autor Hans-Ulrich Grimm rechnet in seinem Buch mit der Tierfutterindustrie ab, die statt ausgewogener Nahrung eine „ungesunde Mischung aus Schlachtabfällen, Streckmitteln und Stabilisatoren“ verkaufe.

Carne’s Doggi beliefert mittlerweile 350 Händler in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Holland, Luxemburg und Schweden. Das Bassumer Unternehmen beschäftigt rund 40 Mitarbeiter. Zahlen über Produktionsmengen und Umsatz will Simone Bliefernich mit Blick auf die Konkurrenz nicht nennen: Betriebsgeheimnis. 

Rohwaren werden aus Europa bezogen

Nur soviel stellt das Unternehmen klar: „Alle Rohwaren werden ausnahmslos von renommierten Schlachthöfen aus Europa bezogen und unterliegen somit den deutschen und europäischen Verordnungen, die der Lebensmittelindustrie auferlegt sind. Strenge Medikamentenverordnungen herrschen in Schweden, woher wir einen großen Teil unserer Rinderprodukte beziehen.“

Weitere Zutaten hätten ihren Ursprung in Irland, Frankreich und Belgien. Vorrangig kämen sie aber aus Deutschland: „Der Bezug von Rohware in anderen Ländern ist begründet durch den Bedarf an großen Mengen, die nicht ausschließlich aus der Region gedeckt werden können“, heißt es dazu.

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