Bassumer Bauhof hat es schwer, Flächen zu finden / Arbeit durch Vandalismus

Bäume suchen ein Zuhause

Freuen sich über das neue Heiß-Wasser-Gerät: Martin Kreienhop (von links), Klaus Ehlers und Christian Brüning. Fotos: Kreykenbohm

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Betroffen mustert Frank Voss die junge Linde, die an der Kornstraße steht. Der Bauhof hat sie Ende 2018 gepflanzt und seitdem gehegt und gepflegt, damit sie den trockenen Sommer übersteht und aus ihr irgendwann mal ein großer, starker Baum werden kann. Dazu wird es nicht mehr kommen. Denn Unbekannte haben mit einem Messer ganze Arbeit geleistet und die schützende Rinde des Bäumchens auf großer Fläche heruntergesäbelt.

„Die ist nicht mehr zu retten“, sagt Voss, der beim Bauhof als Baumkontrolleur arbeitet. „Im vergangenen Jahr hat jemand einen jungen Baum an der Langen Straße abgeknickt. Wer das war und warum er das gemacht hat, wissen wir nicht.“ Vandalismus gegen die Baum- und Pflanzenwelt komme immer mal wieder vor, doch so massiv wie der Vorfall mit der jungen Linde ist es selten. „Auf einem Wall in Nordwohlde hat jemand die ganzen Pflanzen ausgerissen, die wir dort neu gesetzt hatten. Aber da gehen wir von einem Kinderstreich aus, denn es waren entsprechende Fußabdrücke zu sehen. Schön ist das trotzdem nicht, es kostet ja auch alles Zeit und Arbeit.“

Dass Bäume in der Lindenstadt nicht sehr beliebt sind, weiß auch Voss’ Chef, Bauhofleiter Klaus Ehlers. „Wir sollen eigentlich 200 Bäume jedes Jahr pflanzen, aber wir finden kaum Flächen dafür. Wenn wir mit den Anliegern sprechen, lehnen die meisten sofort ab. Alle wollen frische Luft – aber nicht das Laub.“ Manche verlangen auch, dass wir Bäume fällen, wenn sie sich eine Photovoltaikanlage auf das Dach setzen. Aber das dürfen wir nicht.“

Obwohl noch Winter ist, halten Bäume und Büsche den Bauhof auf Trab. Nicht nur, weil die Mitarbeiter neue Flächen suchen und eine Sortenauswahl für die Bäume treffen müssen, die möglichst klimaresistent sein sollen. Die Bäume, die schon stehen, müssen beschnitten werden und Wege von den Ästen freigemacht werden. Außerdem bergen die Mitarbeiter Totholz – manches sogar noch von den Stürmen der vergangenen Jahre. „Wenn es hier 20 Minuten richtig stürmt, haben wir bald ein Jahr Arbeit damit“, fasst Klaus Ehlers zusammen.

Bei der Bekämpfung der Wildkräuter haben die Mitarbeiter des Bauhofs jetzt auch einen neuen „Kollegen“ bekommen. Es ist ein Heiß-Wasser-Gerät, das Bassum gemeinsam mit Syke angeschafft hat. „Wir füllen Wasser ein und die Maschine erhitzt es auf etwa 100 Grad“, erläutert Ehlers. Das Wasser kommt über die Pflanzen. Deren Zellen platzen und die Pflanze geht ein. Der Vorteil: „Umweltschonender kann man das nicht machen“, sagt Ehlers. Der Nachteil: Die Mitarbeiter müssen öfter nacharbeiten, denn nach sechs bis acht Wochen kommen die Kräuter erneut durch. Das hängt auch mit dem Wetter zusammen. Darum bittet der Bauhof um Verständnis, wenn seine Mitarbeiter mehrmals die gleichen Stellen aufsuchen.

Apropos Unterstützung: Klaus Ehlers hat einen neuen Stellvertreter. Volker Schorling, der ihm zwölf Jahre zur Seite stand, ist in die Arbeitszeitverkürzung gegangen. An seine Stelle tritt Christian Brüning. Der 30-Jährige aus Syke ist seit elf Jahren beim Bauhof beschäftigt und schätzt die Vielfältigkeit seiner Arbeit sowie sein tolles Team.

„Er kam damals zu uns, weil ein Mitarbeiter für ein halbes Jahr ausfiel und wir Ersatz brauchten. Und weil Christian auch gerade auf Jobsuche war, haben wir zugeschnappt – und das war gut so“, findet Ehlers. Denn aus der Krankheitsvertretung wurde eine Vollzeitstelle. Jetzt arbeitet Ehlers Brüning in das Programm der Zeiterfassung ein, wo genau dokumentiert wird, welcher Mitarbeiter wann wo und wie lange beschäftigt ist. „Wir verstehen uns gut, er kennt sich aus, hat einen guten Umgang mit Menschen und beherrscht die Personalplanung“, lobt Ehlers seinen neuen Stellvertreter.

Einen Wunsch haben er und seine Mitarbeiter noch an die Bassumer: „Wenn ihnen irgendetwas auffällt, was gemacht werden müsste, können sie hier anrufen. Wir sind dankbar für Hinweise, denn alles können wir auch nicht sehen.“

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