Lasse Gröger macht ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TSV Bassum

Er bändigt die Nachwuchs-Kicker

Das Training mit den Lütten macht Lasse Gröger am meisten Spaß. Foto: Kreykenbohm

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Der kleine Junge in der Umkleidekabine drückt sich eng an seine Mutter. Sogar Tränen fließen, während um ihn herum zahlreiche Kinder fröhlich durcheinander plappern und lachen. Ein junger Mann in weißem T-Shirt mit dem Logo des TSV Bassum bemerkt es und spricht den Kleinen freundlich an: „Bist du zum ersten Mal hier? Keine Angst, das geht hier alles ganz locker zu. Wie heißt du denn?“ „Maximilian“, kommt es scheu zurück. „Ich nenne dich Maxi“, erwidert der 18-Jährige. „Ich bin Lasse und heute dein Trainer, wenn du Lust hast.“

Nun schlüpft auch Maximilian in seine Sportklamotten und folgt den übrigen Kindern des U7-Teams vom TSV in die Sporthalle.

Lasse Gröger stellt sich in die Mitte und schart die muntere Kicker-Meute um sich, beobachtet von mehreren Eltern und einem erfahrenen Trainer des Vereins. Denn Lasse ist noch kein Trainer, auch wenn er gerade dabei ist, in mehreren Seminaren die notwendige Lizenz zu erwerben. Lasse macht ein Freiwilliges Soziales Jahr beim TSV. „Das ist das erste Mal, dass wir so etwas anbieten“, berichtet Fußball-Spartenleiter Jürgen Schäfer. Möglich gemacht wird das durch die Unterstützung des Fußballfördervereins.

Lasse selbst kickt schon seit etwa zehn Jahren für den TSV. Und weil er nach dem Schulabschluss noch unschlüssig war, welchen Berufsweg er mal einschlagen soll, hat er das Angebot seines Vereins gern angenommen. Bisher gefällt es dem 18-Jährigen super. „Kein Tag ist wie der andere und man lernt immer etwas Neues dazu.“ Wenn irgendwo ein Trainer ausfällt, ist Lasse zur Stelle. Zudem betreut er gemeinsam mit einem erfahrenen Trainer nicht nur die U7-Gruppe, sondern bietet Fußball AGs im Nachmittagsprogramm der Grundschulen Nordwohlde, Mittelstraße und Petermoor an. Aber auch das Erstellen eines Trainingsplans, die Platzbelegung sowie die Organisation von Turnieren am Wochenende stehen auf seinem Programm. So wird sein persönliches Projekt während des FSJ die Vorbereitung der Stadtmeisterschaft sein. „Ich hätte vorher nie gedacht, was für ein großer Aufwand hinter so einem Wettkampf steckt“, gibt der Bramstedter zu.

Doch am liebsten ist ihm das Training mit den Kindern – auch wenn es viel Kraft und Geduld kostet, denn die Kleinen sind ziemlich wuselig, sodass Lasse sie immer erstmal wieder einfangen muss, bevor er Anweisungen geben kann. „Es ist toll, zu sehen, wie sie Fortschritte machen, und sie können sich über Kleinigkeiten freuen. Wenn sie aufs Tor schießen und man lässt mal den Ball durch, sind sie glücklich“, erzählt Lasse und lächelt.

Jetzt stopft sich jeder von seinen Schützlingen sein Leibchen in die Hose, sodass es zum Teil heraushängt. Die anderen müssen versuchen, es zu schnappen. Nach dieser Aufwärmübung werden die Bälle ausgeteilt, damit die Nachwuchs-Kicker ein Gefühl für das runde Leder entwickeln. Danach werden Übungen zur Koordination gemacht, die Lasse meist mit einer kleinen Geschichte verbindet, um es für die Zwerge anschaulicher zu gestalten. Die Ideen für sein Training bekommt er von den anderen Trainern, aus dem Internet oder von seinem Lehrgang, den der TSV bezahlt. „So kann ich das Gelernte gleich in der Praxis ausprobieren.“

Das FSJ sei ein Gewinn für alle, findet Jürgen Schäfer. Auch für den Verein. „Durch Lasse können wir mehr durchgängig anbieten, wie die U7-Gruppe oder die Kurse an den Schulen. Und viele Kinder aus den AGs sehen wir später auch beim Training wieder, weil sie sich für den Sport begeistern lassen.“ Lasse fungiert also quasi als Bindeglied zwischen dem Verein und den Schulen. „Es wäre super, wenn wir das FSJ noch mal anbieten könnten, weil es eben die Möglichkeit bietet, junge Leute in den Verein und ans Ehrenamt zu führen“, sagt Schäfer. Aber das sei halt auch eine Frage der Kosten.

Die Kleinen haben sich inzwischen gut aufgewärmt und holen sich Bälle aus dem Geräteraum, die sie eifrig vor sich her kicken. Nur ein Junge bleibt stehen, fasst den FSJler am Arm und schaut ihn vorwurfsvoll an: „Nicht die ganze Zeit quatschen, Lasse!“

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