Avacon tauscht im Stadtgebiet von Bassum Kabel aus den 60er-Jahren aus

„Operation am lebenden Patienten“

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Walter Oeckermann (2.v.l.) erklärt Bürgermeister Christian Porsch (2.v.r.) die Hintergründe der Baumaßnahme. Mit dabei Avacon-Mitarbeiter Hermann Karnebogen (l.) und Christian Leiding von der Avacon.

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Stellen Sie sich das wie die Operation am lebenden Patienten vor. Wir tauschen die Kabel bei laufendem Betrieb aus, ohne dass es die Kunden merken“, sagt Avacon-Projektleiter Walter Oeckermann. Das Unternehmen ersetzt derzeit alte Kabel aus den 60er-Jahren im Stadtgebiet von Bassum. Die Baumaßnahme kostet gut 800000 Euro.

Was genau passiert, das erklärten gestern Morgen Avacon Kommunalreferent Hermann Karnebogen, Planer Christian Leiding und Projektleiter Walter Oeckermann im Rahmen eines Pressegesprächs am Umspannwerk in Bassum. An dem Gespräch nahm auch Bürgermeister Christian Porsch teil.

In der Vergangenheit kam es im Bassumer Stadtgebiet immer wieder zu Stromausfällen – neun Störungen wurden allein in den vergangenen zwei Jahren vermerkt. „Daraufhin haben wir das gesamte Leitungsnetz durchgemessen und festgestellt, dass eine umfangreiche Erneuerung sinnvoll ist“, erklärt Christian Leiding. Wobei er betont, dass die Störungen nicht allein auf die alten Kabel aus den 60er-Jahren zurückzuführen sind. „Wir hatten einen umgestürzten Baum, einen Blitzeinschlag und einen Kabelschaden durch einen Bagger.“

Die alten Kabel würden nun durch neue leistungsfähigere und sichere Kabel ersetzt. Der Tausch wird in mehrere Bauabschnitte unterteilt. In den kommenden zwei Jahren wird die Avacon etwa 2,3 Millionen Euro investieren. Der erste Bauabschnitt soll Ende Oktober beendet sein und etwa 800000 Euro kosten.

Eine Kabel-Neubautrasse führt vom Umspannwerk am Hohen Weg über Kornstraße, Blumenstraße, In der Hollbinde, Lindenstraße, Am Gaswerk, Auf dem Scheunenbrink bis zur Station Bramstedter Kirchweg.

Die zweite Trasse verläuft von der Trafostation Am Haferkamp über die Goethestraße, Bremer Straße, In der Brake, Leipziger Straße, Syker Straße, bis zur Trafostation Festplatz.

Während der Arbeiten soll es zu keinen Versorgungsunterbrechungen kommen. „Wir arbeiten normalerweise nach dem Hosenträger-und-Gürtel-Prinzip, heißt doppelte Sicherung“, erklärt Karnebogen. Wenn also ein Kabelstrang ersetzt wird, funktioniert der zweite weiter. So sollte auch der Austausch kein Problem darstellen. „Es sei denn, wir haben wieder einen Blitzeinschlag. Gegen soetwas sind wir machtlos“, so Karnebogen.

Erst zum Abschluss, wenn die neuen Kabel in das vorhandene Netz eingebunden würden, seien kurzzeitige Unterbrechungen für einzelne Häuser notwendig. Über diese Zeiten wird die Avacon die Betroffenen direkt informieren.

Insgesamt werden 3,65 Kilometer Kabel ersetzt. Gleichzeitig würden PVC-Leerrohre verlegt, um eine spätere Versorgung mit Breitband zu ermöglichen. Auf etwa 1000 Metern Länge tauscht die Avacon zudem die Hauptgasleitung aus. Mit den Montagearbeiten sind zwei Firmen beauftragt: IMD aus Bassum und Bohlen & Doyen aus Syke.

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