Umwandlung des Sportplatzes in Bassum

Aus „C“ mach Winterrasen: Ausschuss stimmt am Donnerstag über die Umwandlung ab

Der Ball muss öfter rollen. Deswegen wünschen sich die Bassumer Fußballspieler einen entsprechenden Platz.
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Der Ball muss öfter rollen. Deswegen wünschen sich die Bassumer Fußballspieler einen entsprechenden Platz.

Bassum – Lange mussten sie warten und die eine oder andere Kröte schlucken. Aber nun sollen die Bassumer Fußballspieler endlich zu ihrem Recht kommen. Nachdem die Idee „Kunstrasenplatz“ im Sommer 2019 ihr Ende im Papierkorb fand, und im September der Vorschlag aufkam, den Bolzplatz zum Bauland für einen Kita-Neubau zu machen, lagen so manche Sportler-Nerven blank. Zumal die Fußballsparte des TSV mehrmals deutlich machte, dass es schon jetzt nicht mehr genug Trainingsmöglichkeiten gebe und der Verein deswegen keine Kinder mehr aufnehmen könne. „Ein unhaltbarer Zustand!“, hieß es damals in einem Schreiben von Jugendleiter Dennis Hammer.

Doch schon zu diesem Zeitpunkt gab es eine neue Idee: einen der vorhandenen Sportplätze zum Winterrasenplatz zu machen (wir berichteten). Nach eingehender Planung und Vorbereitung möchte die Verwaltung der Politik den Vorschlag am kommenden Donnerstag auf der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Familien vorstellen.

Schon im Dezember 2019 regte der Bürger-Block an, einen Winterrasenplatz anzulegen, als „umweltgerechte, zeitgemäße und kostengünstige Alternative“ zum Kunstrasen. Auch die Teilnehmer des Sportstättenentwicklungskonzeptes beschäftigten sich mit dieser Idee.

Winterrasen sei etwas anders aufgebaut als normaler Naturrasen, schrieb der Bürger-Block in seinem Antrag. Neben der Saatmischung sei es vor allem der Boden, der den Unterschied ausmache. Nach Einbau einer Drainage-Schicht habe er einen geringen Humusanteil und stattdessen einen sandigen, mineralischen Aufbau. Das hieße, er sei auch besonders wasserdurchlässig. Deshalb funktioniere dieser Rasen auch bei Regenwetter, wenn ein Naturrasen längst wegen Nässe gesperrt werden müsse. Aufgrund dieses wasserdurchlässigen Aufbaus brauche er in trockenen Monaten natürlich mehr Bewässerung.

„Winterrasenplätze können in der Bespielbarkeit nicht ganz mit Kunstrasenplätzen mithalten“, räumt der Bürger-Block ein. Sein Vorteil: „Gegenüber einem normalen Naturrasenplatz ist eine viel größere Nutzbarkeit gegeben. Derzeit geht man bei einer fast ganzjährigen Nutzung von 900 bis 1000 Stunden pro Jahr aus. Eine Einschränkung bei großer Sommerhitze gibt es nicht, da die Oberfläche wie die eines Naturrasens ist.“

Im März 2020 lud die Verwaltung einen Experten für Winterrasenplätze ein, der sich die Flächen des TSV Bassum anschauen sollte, um herauszufinden, ob sich eine als Winterrasenplatz eignen und ob das einen deutlichen Vorteil bringen würde. Aufgrund des Lockdowns konnte der Experte jedoch erst im Juni nach Bassum kommen und stellte fest: Der sogenannte C-Platz käme in Frage. „Seine Struktur ist ohnehin nicht so gut“, erläutert der Erste Stadtrat Norbert Lyko. „Wenn man eine Umwandlung machen möchte, dann dort.“ Geschätzte Kosten 260 000 Euro.

Da die Bassumer Finanzen durch die Corona-Krise nicht sonderlich rosig aussehen, möchte die Verwaltung die Umwandlung erst in Auftrag geben, wenn Fördermittel bereitstehen. Eine Zahl, wie hoch der Fördermittel-Beitrag mindestens sein muss, damit es losgeht, möchte die Verwaltung nicht vorgeben. „Das müsste dann von der Politik kommen“, sagt Lyko.

Er und sein Team waren inzwischen schon tätig und haben einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Und zwar beim Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten. 90 Prozent Förderung wären möglich. Aber: Bassum liegt nicht im Städtebauförderungsprogramm. Von daher ist der Zuschuss ungewiss. Doch Lyko hat noch zwei weitere Asse im Ärmel. „Wenn das nicht klappt, versuchen wir es beim Landesprogramm, das bis zu 40 Prozent fördert.“ Aber: Das fördert eigentlich Hallenbäder und Sporthallen. Wenn auch das nicht klappt, wird versucht, das Zile-Programm anzuzapfen, das bis zu 53 Prozent bezuschussen könnte. Der Antrag kann allerdings erst im September gestellt werden.

Neben der Umwandlung eines Platzes zum Winterrasenplatz, stimmt der Ausschuss noch über einen weiteren Punkt ab, der für die Sportvereine interessant ist. „Zwar soll der Winterrasenplatz von allen genutzt werden können, aber das wäre nicht gut“, sagt Lyko. Deswegen möchte die Verwaltung die übrigen Vereine bei der Pflege ihrer Plätze unterstützen, die bisher oft mit eigenen Mitteln unterhalten werden.

Darum schlägt sie vor, im Jahr 2022 ein Tiefenlockerungs- und Belüftungsgerät (Kosten etwa 45 000 Euro) zu kaufen. Mähroboter, soweit noch nicht vorhanden, werden für alle Standorte in Absprache mit dem Stadtsportring angeschafft, beginnend im Jahr 2022 mit Neubruchhausen.

„Wenn die Vereine die Pflege mit den neuen Geräten nicht selber übernehmen können, wird das der Bauhof machen“, so Lyko.

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