Mehrere Verwertungsmöglichkeiten

Weg damit: Alte Tannenbäume haben durchaus noch einen Nutzen

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Noch ist er zu sperrig für die Bio-Tonne, doch zerschnitten dürfen die Reste des Tannenbaums in diesen Behälter – und landen so im Entsorgungszentrum in Bassum.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Oh, Tannenbaum, oh Tannenbaum – was wird aus deinen Blättern? Frei nach dem bekannten Weihnachtslied gibt jetzt das Recycling den Ton an. Denn für das ausgediente Weihnachtsgrün bestehen mehrere Verwertungsmöglichkeiten. Nicht nur Gartenmaterial wie Kompost oder Blumenerde kann daraus entstehen, sondern auch Strom und Wärme. Von letzterer profitieren die Patienten in der Bassumer Klinik.

Zwischen 40.000 und 50.000 Weihnachtsbäume, so schätzt Matthias Kühnling als Pressesprecher der AWG (Abfall-Wirtschafts-Gesellschaft), haben in den vergangenen Wochen in den Wohnzimmern im Landkreis Diepholz mit seinen rund 100.000 Haushalten geleuchtet. Basis für diese Berechnung sind bundesweite Werte.

Der allergrößte Teil der Tannen aus dem Landkreis landet am Ende bei der AWG – ausgenommen diejenigen, die Bürger im eigenen Garten verwerten oder in Kamin oder Kachelofen verheizen.

Nicht wenige Vereine leisten ihren Beitrag zur organisierten Verwertung der Bäume: In zehn der insgesamt 15 Kommunen des Kreises sammeln ehrenamtliche Helfer die ausgedienten Weihnachtsbäume ein.

Keine flächendeckende Sammlung in Stuhr und Weyhe

Die erste Sammelaktion lief am Samstag, dem Tag der Heiligen Drei Könige. Genau der gilt traditionell als Abschmücktermin. Am kommenden Samstag starten weitere Sammlungen – wo und mit welchen Vereinen, darüber informiert die AWG auf ihrer Internet-Seite (www.awg-bassum.de).

Der AWG-Pressesprecher bedauert, dass es in beiden größten Gemeinden des Landkreises, Stuhr und Weyhe, keine flächendeckenden Sammlungen gibt. Für einen einzigen Verein wäre das ein kaum zu schulternder Kraftakt, weiß Kühnling. Aber denkbar sei schließlich auch, dass verschiedene Vereine nur in verschiedenen Ortsteilen sammeln: „Wir laden die Vereine dazu herzlich ein.“ Sie bekommen traditionell eine Spende von den Bürgern für das Abholen des Weihnachtsbaums.

Grünabfall-Sammelstellen stehen bereit

Die Bürger können ihren Baum aber genauso zu einer der Grünabfall-Sammelstellen im Landkreis bringen. „Wir nehmen die Weihnachtsbäume kostenlos an, das gilt bis zum Ende des Monats“, sagt Kühnling.

Zu diesen Stellen bringen auch die Vereine ihr Sammelgut. Das wird vor Ort zerkleinert und geschreddert. Dieses Material auf landwirtschaftliche Flächen auszubringen, ist wegen des verschärften Düngerechts nur noch begrenzt möglich. Aber in den Erdenwerken ist es in der Produktion von Blumenerde willkommen.

Die AWG selbst hat im vergangenen Jahr mit ihren Partnern die „Deefholter Krume“ auf den Markt gebracht – darin könnten Reste der Weihnachtsbäume also in die Gärten im Landkreis Diepholz zurückkehren, so schließt sich der Kreis. Ein anderer Teil der geschredderten Tannen stärkt als Strukturmaterial den Bio-Kompost, den die AWG genauso im Angebot hat.

AWG befeuert ihr Blockheizkraftwerk

Und schließlich wärmen die restlichen geschredderten Weihnachtsbäume diesmal im Wortsinn: Gemeinsam mit anderen Materialien aus den Bio-Tonnen („Tannen allein bringen wenig an Energie“) entsteht daraus Biogas, mit dem die AWG am Ende ihr Blockheizkraftwerk befeuert. Dessen Leistung: 625 Kilowatt elektrische Energie und 680 Kilowatt thermische Energie. Es produziere jährlich etwa 4,2 Millionen Kilowattstunden Strom, so Matthias Kühnling. „Das Gas, welches die Turbine antreibt, stammt aus der Trockenvergärungsanlage und weiteren Anlagen im Entsorgungszentrum“, fügt er hinzu.

Den Strom nutzt die AWG im Entsorgungszentrum Bassum und speist einen Teil ins öffentliche Netz ein. Die Abwärme fließt über eine direkte Leitung zum Klinikum Bassum – direkt in die dortige Heizungsanlage.

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