Dritte Spur im Anmarsch

Fast 15 Jahre Planungszeit: Behörden informieren über 2+1-Ausbau der B 51

Ein Lkw mit mehreren Autos im Schlepptau fährt über eine zweispurige Straße durch eine Baumallee.
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Viele Lkw, viele Unfälle: Der Bund will die Sicherheit an der B 51 erhöhen.

Vor fast 15 Jahren wurde beschlossen, die B51 zwischen Bassum und Fahrenhorst auszubauen. Dann passierte lange nichts. Jetzt wird das Projekt jedoch konkret.

Bassum – Die Bundesstraße 51 zwischen Bassum und Fahrenhorst soll um eine Spur erweitert werden. Der Bedarf wurde bereits 2005 im Rahmen einer Verkehrszählung festgestellt, erste Pläne wurden 2010 präsentiert – doch dann versandete das Projekt in den Mühlen der Behörden, man hörte lange nichts. Jetzt, mehr als 15 Jahre nach der Verkehrszählung, kommt wieder Bewegung in die Sache. In zwei Jahren könnten vorsichtigen Schätzungen zufolge die ersten Bagger rollen.

Ab dem 22. April soll das Bauvorhaben im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens öffentlich bei der Stadt Bassum ausgelegt werden. Anlieger und Eigentümer haben dann einen Monat Zeit für die Einsicht und einen weiteren, um Bedenken und Einwände zu äußern.

2+1-Ausbau in der Bevölkerung nicht unumstritten

Die in der Bevölkerung nicht unumstrittenen Pläne für den sogenannten 2+1-Ausbau blicken dabei auf eine lange Historie zurück. 2005 war festgestellt worden, dass es auf dem Streckenabschnitt immer mehr Lkw und immer mehr Unfälle gibt. Der Bund beschloss daraufhin, den knapp sieben Kilometer langen Abschnitt zwischen den Ortsteilen Klenkenborstel und Fesenfeld sicherer zu machen. Jürgen Callies von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) in Nienburg, die für die inhaltliche Umsetzung des Ausbaus zuständig ist, fasst die Lage heute so zusammen: „Wenn Verkehrsschilder für die Sicherheit nicht mehr ausreichen, dann muss man eben den Verkehrsraum vergrößern.“

Doch während sich im Rat der Stadt Bassum und unter einigen Anwohnern schnell lautstarker Protest breitmachte, verzögerte sich das Projekt bei den Behörden. Erst war von einem Baubeginn 2012/2013 die Rede, dann hieß es 2018/2019 und zuletzt war die nun geplante öffentliche Auslegung für Herbst 2020 vorgesehen.

Jürgen Callies nennt für die Verzögerungen mehrere mögliche Ursachen. So habe es zuletzt Unklarheiten gegeben, weil sich über die Jahre Artenschutz-Vorgaben geändert hätten. Der Landkreis habe daraufhin gefordert, die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren noch einmal zu überarbeiten – das habe Zeit gekostet. Als die Nienburger die Pläne schließlich an den Landkreis als Planfeststellungsbehörde geliefert hätten, sei wohl Corona dazwischengekommen und habe eine öffentliche Auslegung verzögert, vermutet der Sachgebietsleiter.

B51-Ausbau: Start der Bauarbeiten noch nicht in Sicht

Doch wer nun denkt, der 2+1-Ausbau stehe kurz bevor, der irrt. Callies beschreibt das weitere Prozedere: Anlieger und Eigentümer werden jetzt über die anstehende Auslegung der Pläne informiert. Das sei teils schwierig, weil nicht jeder Eigentümer in der Region wohne. Am Ende sammle der Landkreis die Einwendungen und Hinweise und leite diese wieder an die Nienburger Behörde weiter, wo sie in die Pläne eingearbeitet werden. Doch Callies gibt bereits zu bedenken: Nicht alles könne im Einvernehmen mit den Anliegern umgesetzt werden.

Die überarbeiteten Pläne landen schließlich als Planfeststellungsbeschluss beziehungsweise Baugenehmigung beim Landkreis, wo Anlieger erneut die Chance hätten, auf gerichtlichem Wege die Rechtskräftigkeit der Pläne zu überprüfen. Erst wenn das Gericht dann grünes Licht gibt, könne der Landkreis zur Tat schreiten – jedoch nicht mit Bagger und Schaufel. Schließlich muss die NLStBV in Nienburg noch das Gelände erwerben, auf dem die Straße erweitert werden soll.

Nienburger Behörde muss er Flächen bei Bassum erwerben

In der Regel sei für zusätzliche Geländestreifen ein Grunderwerb nötig, so der Sachgebietsleiter. Seine Behörde klopfe also bei allen Eigentümern an, um die Flächen zu erwerben. Erst wenn das geschehen sei – Callies rechnet mit 2022 – könnten die Baulose für den 2+1-Ausbau ausgeschrieben werden. Ein Beginn der Bauarbeiten sei dann ab 2023 realistisch, schätzen sowohl Callies als auch der Landkreis als formal verantwortliche Behörde.

Projekte mit langen Planungszeiten bergen am Ende häufig ein großes finanzielles Risiko. Jürgen Callies bestätigt auf Nachfrage: Natürlich seien die veranschlagten Baukosten über die Jahre gestiegen. Das sei jedoch eine normale Entwicklung. Die Baupreise stiegen seit Jahren. Grund zur Sorge gebe es deswegen jedoch nicht. Am Ende trägt der Bund die finalen Kosten. Dieser hatte schließlich auch den Stein ins jahrelange Rollen gebracht.

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