Tennisclub Bassum lässt seine Trainingshalle für insgesamt 250 000 Euro modernisieren

Aufschlag in Richtung Zukunft

Holger Frese freut sich, dass die Arbeiten so gut vorangehen.
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Holger Frese freut sich, dass die Arbeiten so gut vorangehen.

Bassum – Es kreischt, klopft und hämmert. Immer mal wieder erklingt ein Piepsen, wenn sich eine der riesigen Hebebühnen senkt. Schwarze Abdeckplane raschelt am Boden. Recht ungewöhnliche Töne – zumindest in einer Tennishalle. Doch sie haben ihre Berechtigung. Denn der Lärm läutet gewissermaßen einen neuen Abschnitt in der Geschichte des Tennisclubs Bassum ein. Und mit der Sanierung der Halle an der Industriestraße hat er begonnen.

Holger Frese strahlt, während er den Fortschritt der Bauarbeiten verfolgt. 2017 ist er zum Vorsitzenden gewählt worden und machte gleich klar, dass es ihm nicht reicht, den Verein einfach nur zu verwalten. „Ich möchte ihn für die Zukunft aufstellen.“ Dabei ist es vor allem wichtig, neuen Mitgliedern den Spaß am Tennis zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass die alten ihn nicht verlieren. Und wie schafft man das? Indem man ihnen optimale Bedingungen bietet, ihren Sport auszuüben. Ein Kriterium, den die alte Halle nicht mehr erfüllen konnte.

„Sie wurde 1978 gebaut und seitdem hat sich dort auch nichts getan“, erzählt Frese. Er selber hat schon Mitte der 80er-Jahre in dieser Halle den Schläger geschwungen – auch wenn er da noch kein Mitglied des Vereins war. Nun ist er Vorsitzender und nimmt die Neugestaltung in Angriff. „Mein Motto ist: Wenn ich Sport mache, dann tue ich auch etwas für den Verein, in dem ich ihn betreibe.“

Als Erstes wird das Dach der Halle erneuert. Es ist nicht nur voller Asbest, sondern auch noch undicht. Frese schmunzelt. „Es gab Situationen, in denen wir bis zu 60 Eimer aufstellen mussten, die das Wasser auffangen.“ Das Problem: Asbest zu entsorgen ist teuer. „Wir mussten mit etwa 30 000 Euro rechnen. Für die komplette Erneuerung des Daches mit bis zu 150  000“, so Frese. Eine große Summe, zumal ja noch weitere Neuerungen an der Halle geplant sind.

Schriftführer Thorsten Meyer brachte zudem die Idee ein, eine Fotovoltaikanlage auf das neue Dach zu setzen. „Wenn schon ein Schritt in die Zukunft, dann auch richtig!“, so Frese. Meyers Nachfolgerin Stephanie Tamtelen nahm das Projekt auf, machte Termine mit möglichen Sponsoren – und wurden fündig bei Pin Grünstrom aus München. „Sie übernehmen den größten Teil der Kosten für das Dach. Auch die Stadt Bassum, der Kreis- und Landessportbund unterstützen uns, sodass wir nur noch 15 000 Euro zahlen müssen. Dafür verpachten wir die Fotovoltaikanlage auf 1 500 Quadratmeter-Fläche für 50 Jahre an Pin“, so Frese.

Es habe viel Papierkram bewältigt werden müssen, doch als „Anfang August das Baugerüst aufgestellt wurde, waren wir alle froh und nahmen das als gutes Zeichen.“ Mitte Oktober soll das Dach dann fertig sein und die Spieler können – pünktlich zum Beginn der kalten Jahreszeit – wieder in der Halle spielen.

Doch schon im nächsten Jahr geht es weiter. Sobald das Wetter die Spieler wieder nach draußen lockt, soll der Teppichboden raus und durch neuen ersetzt werden. „Der aktuelle ist schon so dünn, dass die Spieler fast auf Beton stehen. Das geht natürlich auf die Gelenke.“ Geschätzte Kosten: 60 000 Euro.

Für weitere 40 000 Euro sollen die alten Umkleiden saniert werden. Zudem streicht ein Maler die Halle neu. „Alles soll schicker und moderner werden“, sagt Frese. Der Verein hat Zuschüsse vom Landessportbund beantragt.

Trotz der hohen Summen ist Frese sicher, dass sich die Investition lohnt. „Wir stellen Schritt für Schritt die Weichen für die Zukunft.“ Dazu tragen auch Nachwuchstrainer Matti Brötzmann sowie Ivan Krainovic bei, der nicht nur als Trainer agiert, sondern auch als Spieler in der ersten Herrenmannschaft aktiv sein wird, die es bald wieder gibt. „Damit haben wir ein weiteres Ziel erreicht: die Durchgängigkeit von der Jugend- in den Herrenbereich. Ich bin sehr stolz, dass wir das geschafft haben.“ Nun müsste noch eine Damenmannschaft zustande kommen. Bei den Kindern sind derzeit etwa 70 dabei. Vielleicht gewinnt der Tennisclub, dem derzeit 170 Mitglieder im Alter zwischen sechs und 80 Jahren angehören, ja noch weitere Spieler im kommenden Jahr dazu. Denn wenn die Halle im neuen Glanz erstrahlt, soll die Einweihung mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden.

„Wir möchten den Bassumern und allen anderen Interessierten zeigen, dass sich hier etwas getan hat“, sagt Frese und wirbt gleich mal für seinen Sport: „Man kann ihn in jedem Alter erlernen und spielen. Und man kommt in eine tolle Gemeinschaft.“

Von Julia Kreykenbohm

Auch der Beobachter von draußen sieht deutlich: Da tut sich was beim Tennisclub.

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