Aufgeben ist nicht drin

TSV Bramstedt will Kinder-Jahreshauptversammlung wiederholen

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Reinhard Simon und Christin Limberg wollen nächstes Jahr einen zweiten Versuch für eine Kinder-Jahreshauptversammlung starten. 

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Die Enttäuschung ist Christin Limberg immer noch ein bisschen anzumerken. Die 3. Vorsitzende des TSV Bramstedt hatte eine ziemlich innovative Idee, mit der sie nicht nur die Kinder des Vereins, sondern alle Kinder aus Bramstedt von – um im Sportlerjargon zu bleiben – der Ersatzbank holen und ins Spiel bringen wollte. „Wir wollten eine Jahreshauptversammlung für Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 14 Jahren organisieren“, sagt Limberg.

Eine Jahreshauptversammlung, fern ab von einem starren Ablaufplan und angestaubten Zeremonien. Bunt und fröhlich sollte sie sein, mit Musik und Getränken – kindgerecht eben. Limberg hat sich viele Gedanken gemacht, um alles so ansprechend wie möglich zu gestalten. Leider vergebens. Denn am Ende hatten sich nur fünf Kinder angemeldet, weswegen die Versammlung ausfiel (wie berichteten). „Das war sehr schade. Aber wir glauben, dass nicht so richtig angekommen ist, was wir damit eigentlich erreichen wollten.“

Und was wollte sie erreichen? „Der TSV Bramstedt bietet seit vielen Jahren Aktionen für Kinder und Jugendliche. Doch im Laufe der Zeit nahmen immer weniger von ihnen daran teil. Wir Erwachsenen denken ja oft, wir wüssten, was Kindern Spaß machen müsste – aber die Kinder sehen das ja vielleicht ganz anders. Also sollte die Versammlung eine Möglichkeit bieten, sie zu fragen“, erläutert Limberg.

Die Kinder und Jugendlichen hätten dort aber nicht nur Vorschläge zu Aktionen machen können. „Wir wollten auch fragen, wohin die nächste der Fahrten, die der TSV regelmäßig organisiert, gehen könnte. Zudem sollten sie einfach mal äußern, welche sportlichen und freizeitlichen Angebote ihnen in Bramstedt so fehlen, und dann hätten wir gemeinsam überlegt, was davon umsetzbar ist.“

Der Effekt wäre gewesen, dass die Kinder lernen, dass solche Angebote und Aktionen nicht einfach da sind, sondern dass Menschen sich zusammensetzen, sich Gedanken machen, Zeit investieren und planen müssen, glaubt Limberg.

Angebote für Kinder möchte der TSV Bramstedt machen. Doch leider laufen die Mädchen und Jungen den Sportlern nicht die Tür ein. Damit das mal wieder anders wird, so wie diese Archivaufnahme aus dem Jahr 2012, arbeitet der TSV an einem Konzept.

Auf der Versammlung hätten die Teilnehmer auch Kids-Sprecher gewählt. Diese sollen Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen sein und als Mittler zwischen ihnen und dem Vorstand des TSV agieren. „Wenn ihnen etwas fehlt oder falsch läuft, sollen sie zu uns kommen“, erklärt Reinhard Simon, 1. Vorsitzender, der von Limbergs Vorschlag nach wie vor begeistert ist.

Auf diese Weise würden die Kinder zum Mitmachen aufgerufen und mobilisiert. Außerdem wird der eine oder andere möglicherweise auch an die Vereinsarbeit herangeführt und übernimmt später vielleicht einen Posten. Denn dass ehrenamtliche Plätze manchmal schwer zu besetzen sind, erlebt auch der TSV Bramstedt, der zurzeit dringend Trainerbetreuer in verschiedenen Sparten sucht. Diese müssen keine Ausbildung haben, um dem Trainer während der Stunden etwas zur Hand zu gehen.

Nachwuchssorgen hat der Verein hingegen nicht. Zurzeit sind etwa 170 Kinder angemeldet. Der TSV versucht, schon die Jüngsten für den Sport zu begeistern, wie durch die Mini-Olympiade für die Kindergartenkinder. Doch es sei inzwischen schon ein kleiner Kampf, denn: „Der Computer ist der Feind der Sportvereine“, sagt Simon halb im Spaß, halb im Ernst.

Obwohl die erste Jahreshauptversammlung der Kinder ein Fehlschlag war, denken er und Limberg gar nicht daran, ihre Idee sofort wieder zu beerdigen. „Wir wollen es nächstes Jahr noch einmal versuchen“, erklärt Simon. „Die Versammlung ist eine Chance, Bramstedter Kinder zusammenzubringen und ihnen zu zeigen, dass sie mitgestalten können.“

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