Robin Wood mahnt am Bahnhof Bassum

Atomtransporte: „Auch Deine Stadt ist betroffen“

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Dieses Plakat sorgt zurzeit am Bassumer Bahnhof für Aufsehen.

Bassum - Von Anke Seidel. Nicht wenige Fahrgäste am Bassumer Bahnhof staunen zurzeit über eine Botschaft der Umweltschutz-Organisation Robin Wood.

„Gefährliche Atomtransporte finden ständig quer durch die Bundesrepublik statt. Auch Deine Stadt ist davon betroffen“, ist auf einem großflächigen Plakat direkt am Bahnsteig in Fahrtrichtung Bremen zu lesen – auch wenn vom Bahnhof Syke die Rede ist. Unmissverständlich fordert Robin Wood: „Diese gefährlichen Atomtransporte müssen gestoppt werden.“

Wie oft solche Transporte durch diesen Bahnhof im Herzen des Landkreises rollen, ist letztendlich unklar. Fakt ist: Wie Perlen an der Schnur ziehen sich die Bahnhöfe durch diesen Lebensraum: Lemförde, Diepholz, Barnstorf, Twistringen, Bassum, Bramstedt, Syke, Barrien, Kirchweyhe und Dreye. Danach geht es über Hemelingen zum Hauptbahnhof Bremen.

Atomkraftgegner skizzieren Wege von Transporten

Durch alle rollt nach Recherchen der Atomkraftgegner diese gefährliche Fracht. Das zeigt eine Karte auf der Internet-Seite von „contrAtom“, einem Informationsnetzwerk gegen Atomenergie. Dort sind Frachtwege skizziert. Einer führt von Bremen Richtung Münster, weiter ins Ruhrgebiet nach Aachen. 

„In der Bundesrepublik steht ein Großteil der Transporte im Zusammenhang mit der Uran-Anreicherungsanlage im westfälischen Gronau und der Brennelemente-Fabrik im niedersächsischen Lingen“, erklärt dazu Dr. Philip Bedall, Fachreferent Energie bei Robin Wood.

Welche Erkenntnisse hat Robin Wood über Transporte durch den Landkreis? Bedall verweist auf die Internet-Seite „Urantransporte Nirgendwo“. Dort sind für Bahnhöfe im Landkreis Diepholz drei Transporte aufgelistet, die aber schon mehr als ein Jahr zurückliegen. 

Uranerzkonzentrat soll Landkreis durchfahren haben

Der Internet-Seite zufolge hat Uranerzkonzentrat U308 am 15. Oktober 2015 (aus Russland, St. Petersburg) sowie am 16. Oktober 2015 (aus Namibia, Walvisbay) und am 5. April 2016 (aus Namibia) die Bahnhöfe im Landkreis Diepholz durchquert. Ziel war demnach in allen drei Fällen die Areva-Konversionsanlage im französischen Narbonne.

Diese Daten haben Mitglieder aus den 17 Anti-Atomkraft-Organisationen ins Netz gestellt, die gemeinsam die Internet-Seite betreiben.

Die Deutsche Bundesbahn verwies auf eine Anfrage dieser Zeitung zu Atomtransporten auf der Schiene an das Bundes-Innenministerium. Dessen Stellungnahme dazu lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.

Robin Wood: Transporte ungenügend gesichert

Robin Wood stellt grundsätzlich fest: „Die Produktion von Brennelementen für Atomkraftwerke ist aufwendig und kompliziert. Das radioaktive Uran muss in mehreren Verarbeitungsschritten in weltweit verstreut liegenden Spezialfabriken verarbeitet werden. Daher wird es über Tausende von Kilometern transportiert – quer durch Europa und die Bundesrepublik.“

Bedall fügt hinzu: „Nach unseren Erkenntnissen sind Atomtransporte auf Schiene, Lastzügen und Schiffen in Deutschland immer wieder nicht ausreichend gesichert. Dies ist hochgefährlich. Die Transportbehälter können zum Beispiel durch Aufprallunfälle leck schlagen. Tritt dabei zum Beispiel Uranhexafluorid aus, bildet es zusammen mit Luftfeuchtigkeit Flusssäure, die zu tödlichen Verätzungen führen kann.“

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