Country-Club Nienstedt lädt ein

US-Car-Treffen: Asphalt-Cowboys drehen auf

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Ob Chevy oder Jeep, ob alt oder neu, beim US-Car-Treffen in Nienstedt sind amerikanische Fahrzeuge aller Baujahre willkommen. André Schulz, Ute Mennecke, André Engelhardt sowie Annette Engelhardt und Manfred Glenz (v.l.) hoffen auf viele Besucher.

Nienstedt - Von Frauke Albrecht. Nicht ohne meinen Hut: Wenn André Engelhardt zum Frisör oder zum Arzt fährt, ist er sich der Blicke durchaus bewusst, die andere ihm zuwerfen. Er sieht aus, als wäre er gerade einem Cowboy-Film entsprungen. Ein Mann wie ein Baum, braun gebrannt, ein Tuch hat er lässig um den Hals geknotet, und auf dem Kopf trägt Engelhardt einen Cowboy-Hut. Fehlt nur noch das Pferd. Das steht auf seiner Ballermann-Ranch nicht weit weg. Ab und an aber tauscht Engelhardt sein Pferd gegen seinen Jeep Wrangler. Der moderne Cowboy hat gern mehrere Pferdestärken unter dem Hintern. – So auch an diesem Wochenende. Der Country-Club Nienstedt lädt zum ersten US-Car-Treffen ein.

Auf dem Gelände rund um den Saloon dreht sich alles um PS-starke Motoren. Amerikanische Fahrzeuge aller Baujahre sind willkommen.

„Wir rechnen mit etwa 200 Autos“, freut sich Engelhardt, der das Treffen zusammen mit André Schulz, Club-Präsi Manfred Glenz (von allen Willi genannt), Ute Mennecke und Annette Engelhardt organisiert.

Die Fünf haben ordentlich Werbung im Internet gemacht, Flyer drucken lassen und verteilt und befreundete Clubs eingeladen. „Die Resonanz ist riesig“, lächelt Schulz. „Gut möglich, dass es auch 300 Autos werden.“ Platz ist genug vorhanden.

Das Event beginnt am Samstagmorgen. Wer früh anreist, bekommt ab 9 Uhr ein Frühstück im Saloon. Auf dem Gelände wird es viel zu entdecken geben, versprechen die Veranstalter – blinkender Chrom, dröhnende Motoren und viele Stände. Für die Kinder und jungen Besucher gibt es zahlreiche Spiele und Aktionen. „Für die Verpflegung ist unsere Truck-Stop-Mama Ute zuständig. Sie lässt keine Wünsche offen“, so Engelhardt. Der Eintritt zum Gelände ist frei.

Am Abend treten die Stringtone Slingers auf. Wer das Konzert erleben möchte, muss fünf Euro zahlen. Teilnehmer des US-Car-Treffens haben indes freien Eintritt.

Die Stringtone Slingers sind eine Rockabillyband. „Passend zum US-Car-Treffen“, findet Schulz. Er und seine Freunde bevorzugen normalerweise lieber Country-Musik. Doch zu lauten und vor allem schnellen Autos passt schnelle Musik eben besser. „Und auf richtig gute, handgemachte Musik – da stehen wir alle drauf“, so Schulz.

Die Stringtone Slingers präsentieren Rockabilly vom Feinsten.

„Wozu braucht man beim Rockabilly ein Schlagzeug? Diese Frage stellte sich in den Fünfzigern auch der große Charlie Feathers. Dass es nicht nur ohne geht, sondern auch viel urwüchsiger klingt, haben Cash oder auch der frühe Elvis mehr als bewiesen. Ed, Faxe und Mr. Slapman führen diese ehrliche urwüchsige Musik nun weiter“, heißt es in der Pressemitteilung der Band, die mit voices, guitar und slappin‘bass überzeugen möchte. Das Publikum darf gespannt sein. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.

Dass am Samstagabend das EM-Spiel Deutschland gegen Italien läuft, sei natürlich ärgerlich, räumen die Clubmitglieder ein. „Als wir vor sechs Monaten mit der Planung begonnen haben, war damit nicht zu rechnen.“ Fußball-Fans kämen dennoch auf ihre Kosten. „Auf dem Gelände wird es sicherlich mehrere Möglichkeiten geben, das Spiel verfolgen zu können.“ Viele der Teilnehmer schlagen ihre Zelte auf und bleiben über Nacht.

Auch am Sonntag sind Besucher willkommen. Schulz ist überzeugt: „Das wird der Haupttag unsere Treffens.“

Mit diesem Event möchte sich der Country-Club nach außen öffnen. „Wir wollen uns bekannter machen“, heißt es. Den Club gibt es bereits seit Längerem, aber das Team hat sich vor sechs Monaten neu aufgestellt. Einmal im Monat gibt es Live-Musik. Künftig soll auch der Saloon alle vierzehn Tage geöffnet sein.

„Unsere Bar-Frauen sind echte Hingucker“, versprechen Schulz und Engelhardt. Die Tresenkräfte der „schönsten Theke südlich der Nordsee“ können ebenfalls in jedem Western mitspielen. „Sie sehen aus wie Miss Kitty in ,Rauchende Colts'“, schmunzelt Engelhardt.

Die Mitglieder lieben den Country-Style nicht nur, sie leben ihn. Einige täglich, wie Engelhardt. Der Jurist hat sich irgendwann dazu entschieden, seinen Traum von einer Pferderanch wahr zu machen. Auch Willi Glenz hört bereits seit 30 Jahren Country-Musik und legt seinen Hut wohl nur zum Schlafen ab. André Schulz hingegen hat das Lebensgefühl erst vor einigen Jahren für sich entdeckt. Aber ob mit oder ohne Hut: „Uns ist jeder willkommen, der gut drauf ist.“

www.countryclub-nienstedt.de

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