Ariane Müller hat der Stadt 29 Obstbäume geschenkt und kümmert sich um deren Pflege

Alte Apfelsorten selbst gezogen

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Ariane Müller (r.) erläutert Torsten Eggelmann, für welche Sorten sie sich entschieden hat.

Bassum - Von Frauke Albrecht. „Das ist eine ganz tolle Aktion“, freut sich der Grünen-Ratsherr Torsten Eggelmann über das Projekt einer Bassumer Bürgerin. Ariane Müller hat in Osterbinde 29 Apfelbäume gepflanzt. 35 weitere sollen noch kommen.

Die Fläche gehört der Stadt Bassum. Müller kümmert sich unentgeltlich um die Streuobstwiese. Sie hat die Bäume zum Teil selbst gezogen, sie eingepflanzt, angebunden und sogar eigenhändig die Gießkannen zum Bewässern geschleppt. „Weil ich Freude daran habe. Mir geht es um die Nachhaltigkeit. Ich möchte alte Obstsorten erhalten“, erklärt sie ihr Handeln.

Ariane Müller ist in der Region als Pomologin bekannt. Sie beschäftigt sich seit den 1980er-Jahren mit der Obstbaumkunde, hat 1991 den ersten bundesweiten Pomologen-Verein gegründet und bietet zusammen mit Dr. Dankwart Seipp die sogenannten „Apfeltage“ an. Derzeit schreiben die beiden ein Buch über norddeutsche Apfelsorten. „Für mich ist das reines Hobby“, erklärt sie. Ihr Geld verdient Ariane Müller als Krankenschwester in Bremen.

2013 schenkte sie der Stadt Bassum in der Nähe des Bahnhofs vier Apfelbäume (wir berichteten) und äußerte den Wunsch, die Fläche an der Osterbinder Straße in eine Streuobstwiese umzuwandeln.

Bei der Politik stieß ihre Idee fraktionsübergreifend auf offene Ohren. Die Grünen stellten den Antrag, Müller die Fläche zur Verfügung zu stellen. Gesagt, getan, da es sich um ein städtisches Grundstück handelt.

Seit Kurzem stehen 29Obstbäume auf dem Areal zwischen der Osterbinder Straße und der Eschenhäuser Straße. Weitere 35 sollen im Herbst gepflanzt werden. Die meisten Sorten sind selten, hätten sich aber seit Jahrhunderten in der Region bewährt, so Müller und nennt unter anderem den Mühlen-Apfel, den Deutschen Goldpepping, Herzog von Cumberland, den Sulinger Grünling und den Syker Dauerapfel.

Das Obst möchte die Bassumerin in ihrer kleinen Privatmosterei mosten, eventuell kreiert sie eine eigene Bassumer Marke. Wenn es ihre Zeit zulässt, könnte sich Müller auch vorstellen, Schulklassen über die Streuobstwiese zu führen.

„Das ist wirklich bewundernswert“, lobt Eggelmann bei einem Besuch der Streuobstwiese das Engagement. Die Fläche biete auch Insekten und Kleintieren einen idealen Rückzugsort.

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