Veranstaltung im Mütter-Kinder-Zentrum in Bassum

Beim Argumentationstraining lernen Frauen, sich Freiräume zu schaffen

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„Stopp! Jetzt bin ich mal dran“: In dem Kurs des Mükizes und der Gleichstellungsbeauftragten am 7. April sollen Frauen lernen, sich zu behaupten.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Katja M. ist mit ihrer Freundin zum Bummeln verabredet. Aber dann sagt die Oma ab, die auf die Kleinen aufpassen sollte. Ihr Mann könnte einspringen, doch der will einen Freund besuchen. Es ist klar: Einer der beiden wird zurückstecken müssen, um bei den Kindern zu bleiben. Und obwohl Katja sich auf den Einkaufstag gefreut hat, sagt sie ihrer Freundin schweren Herzens ab.

Weil sie keinen Streit will. Weil sie ihrem Mann nicht seinen freien Tag verderben will. Und weil sie auch gar nicht weiß, wie sie formulieren soll, dass sie diese Auszeit von Heim und Kindern eigentlich mal dringend braucht. Das Ergebnis: Frust bei Katja, der sich womöglich auch in der Beziehung bemerkbar macht.

Vielen Frauen geht es wie in diesem erdachten Beispiel, glaubt Henrike Gerling-Jacobs vom Vorstand des Mütter-Kinder-Zentrums (Mükize) in Bassum. Sie tun sich schwer damit, klar Nein zu sagen, ihre Wünsche durchzusetzen und stellen ihre Bedürfnisse häufig zurück. Aus diesem Grund hat das Mükize zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Christine Gaumann im vergangenen November ein Selbstbehauptungstraining für Frauen angeboten, das sehr gut angenommen worden ist. Nun gibt es am Samstag, 7. April, die Fortsetzung. „Ich will das! Ich will das nicht!“, ist der Kurs überschrieben, der von 9.30 bis 17.30 Uhr im Mükize läuft.

„Jetzt bin ich mal dran"

„Um daran teilnehmen zu können, muss man nicht beim ersten Kurs dabei gewesen sein“, betont Gerling-Jacobs. Die Referentin Melanie van Luijn sei wieder dabei. Sie ist Rechtsanwältin, Mediatorin, und Supervisorin. „Ihr geht es darum, dass Frauen lernen, wie sie sich trotz der Bedürfnisse und Forderungen anderer, die an sie herangetragen werden, einen Freiraum schaffen. Dass sie sagen: Jetzt bin ich mal dran.“ Oft seien Frauen beim Äußern ihrer Wünsche sehr verhalten. „Sie fragen sich: Wie bringe ich das so diplomatisch rüber, dass ich niemanden verletze – aber so deutlich, dass es akzeptiert wird? Darf ich das überhaupt einfordern?“

Das gelte nicht nur in der Partnerschaft, Familie oder dem Freundeskreis. Auch berufstätige Frauen würden oft Dinge tun, die sie eigentlich nicht möchten, um Zwist mit den Kollegen oder dem Chef zu vermeiden.

Kein Vortrag, sondern interaktiv gestaltet

„Der Kurs wird kein Vortrag sein, sondern interaktiv gestaltet. Die Teilnehmerinnen sollen ihre Bedürfnisse erkennen und konkret benennen“, sagt Gerling-Jacobs und die Gleichstellungsbeauftragte Christine Gaumann schreibt: „Die Frauen lernen durch Übungen und Rollenspiele das Argumentieren, das Reagieren auf Einwände und ein paar pfiffige Schlagfertigkeitstechniken. Damit sie bekommen, was sie wollen und nicht tun, was andere von ihnen erwarten.“

Van Luijn werde die Teilnehmerinnen nach ihren Erfahrungen fragen und das Programm entsprechend anpassen. Und: „Was in der Gruppe besprochen wird, bleibt dort auch“, verspricht Gerling-Jacobs. Wenn die Veranstaltung gut angenommen wird, ist eine weitere Fortsetzung denkbar.

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