Ariane Müller und Dankwart Seipp geben Bestimmungsbuch heraus

147 Apfelsorten in Wort und Bild

Ariane Müller aus Bassum hat zusammen mit Dankwart Seipp ein Bestimmungsbuch mit dem Titel Norddeutschlands Apfelsorten herausgegeben. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Mit ihrer Fähigkeit könnte Ariane Müller sicherlich bei „Wetten dass“ auftreten, wenn es diese Sendung noch geben würde. Anhand des Aussehens kann die Pomologin die verschiedensten Apfelsorten bestimmen. Und ab und an weiß sie auch noch genau, wann sie dieser Sorte begegnet ist oder sie probiert hat. „Den Apfel kenne ich, den habe ich vor 22 Jahren schon mal probiert. Diese Sorte ist etwa auf Seite 80 beschrieben.“ So wird die Bassumerin in einem Buch zitiert.

Ariane Müller ist eine bekannte Pomologin in Norddeutschland und hat zusammen mit Dr. Dankwart Seipp ein Bestimmungsbuch herausgegeben: Norddeutschlands Apfelsorten. Darin werden 147 Apfelsorten beschrieben.

Die Arbeit an diesem Buch hat etwas mehr als drei Jahre gedauert und war sehr zeitintensiv, erzählt Müller. Aber das Ergebnis könne sich sehen lassen. Mit den 147 Sorten seien längst nicht alle beschrieben. Deshalb arbeitet das Team bereits an einem zweiten Band. „Die Stärke dieses Buches ist, dass viele Sorten pomologisch beschrieben und auch abgebildet sind – einige zum ersten Mal“, beschreibt Müller das Besondere. Das Werk sei einzigartig, ist sie stolz. Alle abgebildeten Sorten existieren noch, viele davon hat sie selbst auf ihrer Obstwiese stehen. Einige sind allerdings selten.

Um die Apfelsorten zu dokumentieren, sind Müller und Seipp zu den verschiedenen Standorten gefahren und haben mehrere Exemplare mitsamt Laub gepflückt. Damit fuhren sie flugs ins Foto-Studio zu Lutz Poltrock, der bereits wartete.

„So manches Mal war er nicht zufrieden“, erinnert sich Müller schmunzelnd. Poltrock lichtete das Obst nicht nur von außen ab, sondern fotografierte auch das Innere, die Kerne und das Laub. Alles sollte möglichst frisch aussehen. „Die Bilder sind toll“, schwärmt Müller.

Auf 369 Seiten erfährt der Leser jede Menge Wissenswertes über Herkunft, Frucht, Verwendung, Standorte, Eignung und Blütezeit. Zu jeder Sorte gibt es zudem einen Tipp. Zum Syker Dauerapfel heißt es beispielsweise: „Die Äpfel möglichst spät ernten, sie lassen sich dann sehr gut lagern.“ Ebenso sind eine Reifezeittabelle und eine Blütezeittabelle abgebildet. Ein Kapitel widmet sich der Entwicklung der Pomologie in Deutschland, ein anderes der Suche nach verschollenen Apfelsorten.

„Es ist ein Werk für Obstliebhaber und Fachleute“, sagt Müller. Anliegen der Autoren war es, die Texte nicht hochwissenschaftlich zu verklausulieren. Sie sollen allgemein verständlich sein.

Viele Obstbaumbesitzer kennen meist die Eigenschaften und Vorzüge ihrer Äpfel, aber der richtige Sortenname ist ihnen oft nicht bekannt. Warum dieser wichtig ist, erklärt das Vorwort: „Es gibt eine nahezu unüberschaubare Vielzahl an Apfelsorten, die zum Teil schon sehr alt sind. Jede Sorte besitzt individuelle Merkmale und Eigenschaften, die sie von anderen unterscheidet und ihre spezielle Besonderheit ausmacht.

Viele Menschen schätzen die besonderen Eigenschaften eines bestimmten Apfelbaumes und möchten ihn nicht missen. Um nun einen abgängigen Baum zu ersetzen oder weitere Bäume dieser Sorte zu beschaffen, benötigt man den korrekten Sortennamen.“

Fachleute erhalten durch das Buch Entscheidungshilfen für die Vermehrung regionaltypischer Apfelsorten. Kommunen und Verbände finden grundlegende Aussagen zur Empfehlung besonders robuster Sorten. „Obstliebhaber mit besonderen Ansprüchen entdecken neben bewährten Sorten möglicherweise Raritäten zur Ergänzung ihrer Sortensammlung“, heißt es weiter.

Die Idee zu diesem Buch trugen Müller und Seipp bereits seit Jahren im Herzen. Möglich gemacht hat es dann das Ökowerk Emden. Mit dem Fotografen Lutz Poltrock war das Team komplett. „Ich kenne Lutz noch aus meiner früheren Zeit in Berlin. Irgendwann lief er mir mal in Bremen über den Weg“, erzählt Müller. Eine schicksalhafte Begegnung.

Das Buch ist erhältlich über Müller oder über das Ökowerk Emden. Es kostet 49,90 Euro. „Wir verdienen daran keinen Cent. Mit dem Erlös wird der zweite Band finanziert“, so Müller.

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