Ermittlungen laufen

Anzeige gegen Unbekannt: „Rotmilanhorst in Albringhausen zerstört“

Ein Rotmilan

Bassum - Henning Greve vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat Anzeige gegen Unbekannt gestellt: Im Bereich südlich von Albringhausen, genau dort, wo die Erweiterung des Windparks geplant ist, sei ein Rotmilanhorst zerstört worden.

„Irgendjemand wollte den Rotmilan bei der Brutvorbereitung vertreiben“, ist Greve überzeugt. Er hat die Polizei informiert, Landrat Cord Bockhop, die Untere Naturschutzbehörde, die Staatliche Vogelschutzwarte, die Staatsanwaltschaft und den Naturschutzbeauftragten.

Es droht eine Freiheitsstrafe

Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde waren bereits vor Ort und haben sich den Schaden angeschaut, wie Christa Kahl bestätigt. „Wir haben einen zerstörten Horst in 15 Meter Höhe gesichtet“, so Kahl auf Anfrage. „Aber wir können nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass es sich um den Horst eines Rotmilans handelt.“ Auch lasse sich nicht mehr klären, ob der Horst mutwillig zerstört worden sei oder durch einen Ast oder andere Tiere.

Der Rotmilan sei streng geschützt. Eine vorsätzliche Beseitigung eines Geleges sei eine Straftat und könne mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Greve indes ist überzeugt, dass es ein Rotmilanhorst war. „Es gibt Zeugen, die das Pärchen in den Wochen vorher beim Anflug gesehen haben.“ Diese habe er den Behörden namentlich genannt. Darunter sei auch ein Gutachter aus Bremen, der im vergangenen Jahr den Rotmilan dort gesichtet hat und dieses entsprechend schriftlich bestätigt hatte. Daraufhin hatte der Landkreis vom Antragsteller der Windparkerweiterung Nachbesserungen der avifaunistischen Gutachten gefordert. Derzeit laufen in dem Gebiet umfangreiche Kartierungen.

Greve kritisiert: „Der Nabu fordert seit Langem eine Sonderkommission für Vergehen an Greifvögeln, weil diese häufig vorkommen.“ Kahl: „Für uns ist es der erste Fall, der uns angezeigt wird.“ Zur weiteren Vorgehensweise sagt Kahl: „Wir warten die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab.“ Die Stadt Bassum berät morgen ab 19 Uhr in öffentlicher Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung das Standortkonzept Wind. Dabei geht es auch um Albringhausen.

al

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