Ansturm der Bücherzwerge

Großer Zuspruch für erste Lesekrabbelgruppe der Stadtbibliothek

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Ein seltener Moment beim ersten Treffen der Bassumer Lesekrabbelgruppe in der Stadtbücherei. Viele der Kinder warten ruhig und gespannt auf das Abschiedslied.

Bassum - Von Marc Lentvogt. Wer hat Lust Eric Carles „Die kleine Spinne spinnt und schweigt“ zu lesen? Oder „Oma, wo ist die Feuerwehr?“ Nach dem Begrüßungslied sind die ersten der gestern dreizehn Bücherzwerge schon auf einer Expedition durch die Stadtbücherei Bassum. 

Sie scheinen gar nicht mitzubekommen, dass Tina Sänger ein Buch herumzeigt und die Kinder fragt, ob sie die Tiere kennen und welche Geräusche diese machen. Nur Tom ist immer ganz vorne dabei, klebt mit der Nase fast im Buch, kennt jedes Tier. Für diejenigen, die die Tiere nicht nur anschauen, sondern auch mit ihnen spielen wollen, haben Sänger und Büchereileiterin Susanne Tietje Spielzeug mitgebracht.

Es dauert einen Moment, bis diese die Aufmerksamkeit der Kinder erringen, ein Loch im Teppich stellt sich als zu faszinierend heraus – vielleicht kennt schon jemand Alice im Wunderland? Langweilig jedenfalls wird niemandem.

Die Liebe für das Buch wecken

Weder den Kindern, noch ihren Eltern und Großeltern. Eine Mutter kuschelt sich mit ihrem Kind auf dem Schoß in den Gang und liest das mittlerweile zweite Buch vor, Oma wird auf das Schaukelpferd verfrachtet und zur Freude des Enkels angeschubst. Die dadurch freigewordenen Stühle werden als Klettergerüst genutzt, Freunde umarmt und das sprechende Tiptoi-Buch angestupst – ein kleines, liebenswertes Chaos in dem alle Erwachsenen gemeinsam auf die Kinder acht geben und auch mal die Möglichkeit besteht, etwas über den Alltag zu reden.

Eine Mutter freut sich: „Sonst sind wir in der Krabbelgruppe und beim Kinderturnen. Es ist schön, dass es jetzt noch etwas anderes gibt, schließlich ist es wichtig, früh mit Büchern anzufangen.“ Genau darum geht es der Bücherei – die Liebe für das Buch zu wecken, auch wenn das Lesen noch nicht möglich ist.

„Völlig überwältigt von dem Ansturm“

Zumindest bei den ganz Kleinen ab einem Jahr. Der größte Teilnehmer feiert bald seinen dritten Geburtstag und hat Helmut Spanners „Die kleine Katze“ entdeckt. Lesen kann er das Buch noch nicht, vom vielen Vorlesen zuhause, kennt er es Seite für Seite aber auswendig. Die Oma freut es: „Heute hast du mir vorgelesen. Super!“

Und schon erklingt wieder ein Lied: „Alle Leut, alle Leut, gehn jetzt nach Haus, große Leute, kleine Leute...“. Eine intensive Stunde ist vorbei, der Mittagsschlaf naht. „Es war schön, dauert aber noch etwas, bis sie sich an die Bücherei gewöhnt haben und nicht gleich alles ausräumen“, erklärt eine der Mütter. Doch der Bücherei macht das gar keine Sorge. Susanne Tietje hat ein paar herumliegende Bücher in Windeseile aufgeräumt. „Damit muss man rechnen. Jedes Kind hat mal geguckt, ist doch toll. Und wir sind völlig überwältigt von dem Ansturm.“

Die nächste Möglichkeit mit dem eigenen Bücherzwerg die Bücherei zu stürmen, besteht am 14. Februar um 10  Uhr. Die 900 Bilderbücher können aber natürlich auch an jedem regulären Tag in aller Ruhe angeschaut und vorgelesen werden.

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