Radio-Aktion in Bassum

„Pimp my Middach“: Food Truck für die Steinwerk-Mitarbeiter

Die Köche Ricardo Heinemann (l.) und Malte Ibbeken in ihrem Food Truck. Dort bereiten sie alles frisch vor. Fotos: Silinger
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Die Köche Ricardo Heinemann (l.) und Malte Ibbeken in ihrem Food Truck. Dort bereiten sie alles frisch vor.

Bassum - Normalerweise essen die Mitarbeiter des Kalksandsteinwerks in Kastendiek mittags eine Stulle oder wärmen sich irgendwas in der Mikrowelle auf. „Manchmal grillen wir, dann stehen Fleisch, Majo und Senf auf dem Tisch“, erzählt Elias Melzel. Gesund und frisch ist es jedenfalls fast nie, bedauert der 21-jährige Maschinenführer.

Dann wurde er aufmerksam auf die Aktion „Pimp my Middach“ von Radio Bremen Vier. Der Sender organisiert in Zusammenarbeit mit den „Geschmacksträgern“, die einen Food Truck betreiben, derzeit über einen Zeitraum von zwei Wochen Verpflegung für die Mittagspause. Dabei wird vor Ort frisch gekocht. „Ich hab mich beworben und gewonnen“, erzählt Melzel zufrieden.

Der Preis wurde gestern serviert, und zwar in Form von gebratenen Kartoffeldrillingen mit Majoran-Knoblauch-Öl, Kräutercreme, Schmorzwiebeln und Apfel-Möhren-Salat. Und das nicht nur für Melzel, sondern auch für seine rund 20 Kollegen. „Schmeckt richtig lecker“, findet etwa Sven Ukena. Das könnte man durchaus mal nachkochen, zeigt sich Melzel überzeugt. Er wolle sich eh seit einer Weile gesünder ernähren. Umso besser, wenn es so gut schmeckt. „Nur ein Stück Fleisch fehlt noch“, finden zwei ältere Kollegen.

Elias Melzel (r) und Sven Ukena freuen sich über das leckere und gesunde Mittagessen.

Ansichtssache, meinen die Köche vom Food Truck „Die Geschmacksträger“. In den zwei Wochen, die sie nun unterwegs sind, komme zwar auch mal Fleisch auf den Teller, das müsse aber nicht jeden Tag der Fall sein. Außerdem legen die zwei jungen Männer Wert darauf, dass ihre Waren regional und saisonal sind. Wobei es dabei auch mal Ausnahmen gebe. Doch im Grunde wird am Konzept der beiden deutlich, dass nachhaltiger Konsum eine große Rolle spielt.

Die Teller, auf denen sie das Essen servieren, sind nicht aus Plastik, sondern aus gepresstem Palmenlaub, das Besteck aus Maisstärke, also 100 Prozent biologisch abbaubar. Ibbeken berichtet weiter, dass die zwei keinerlei Fertigprodukte nutzen, wirklich alles selbst zubereiten. Das könne dann auch mal aufwendiger sein, aber genau darin liege die Kunst: das Kochen als Handwerk zu betrachten.

Gemeinsam mit Heinemann und Clarissa Ibbeken, die gelernte Hotelfachfrau ist, betreiben sie seit knapp drei Jahren ihren Truck. Dabei sind sie auf keine Art von Veranstaltungen festgelegt. „Wir haben schon 330 Leute bekocht“, berichtet er. Man müsse gut organisiert sein, dann lasse sich sogar das mit einem Food Truck bewerkstelligen. Auch was die Speisen betrifft, sind die Männer offen. „Deutsch Crossover“, versucht Ibbeken die Küche einzuordnen. Wichtig für die zwei ist in jedem Fall, nie den hohen Anspruch an sich selbst zu verlieren. Dann gehe es bergab. Doch daran ist momentan nicht zu denken.

Mehr Informationen:

www.die-geschmackstraeger.de

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