Angst vor einem Urlaub an der Türkischen Riviera ist unbegründet

„Nach Belek fährt auch Werder Bremen hin“

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Jessica Koopmann: Eine Reise in die Türkei ist zu einem Schnäppchenpreis möglich.

Bassum/ Twistringen - Von Sigi Schritt. Die Flüchtlingsthematik beschäftigt seit vielen Monaten nicht nur die Politik, sondern hat auch einen Einfluss auf die Reisebranche. „Wir merken die Unsicherheit der Erholungssuchenden“, sagt Kathrin Böcker vom Reisebüro Poppner aus Bassum. Wer jetzt wegen der Flüchtlingskrise Ziele in Jordanien, Türkei, Griechenland und Italien meidet und lieber in Deutschland Urlaub verbringen will, muss lange suchen: „Es wird wahnsinnig schwierig, den Sommerurlaub zu planen.“ Doch die Mitarbeiter der Reisebüros stehen mit Rat und Tat zur Seite, sagt Böcker.

„Ich habe selbst im Bekanntenkreis und in der Familie eine gewisse Angst vor einem Urlaub in der Türkei, Ägypten, Tunesien und Marokko bemerkt“, sagt Böcker. Ob es denn nicht Menschen aus Tunesien und Marokko gewesen seien, die an Silvester vor dem Kölner Hauptbahnhof randaliert hätten, bekomme sie zu hören. „Die Menschen, die Straftaten begangen haben, werden zu Unrecht mit den Menschen aus den Herkunftsländern gleichgesetzt.“ Das will Kathrin Böcker so nicht stehen lassen und setzt eigene Zeichen. „Ich habe kein Schubladendenken.“ Sie habe überhaupt keine Probleme, mit ihrem zweijährigen Sohn Liam und Ehemann Kevin nach Marokko zu reisen. Gegen den Strom schwamm sie bereits im Vorjahr, als sie und ihre junge Familie ein attraktives Hotel in Ägypten ausgesucht hatten, um die Seele baumeln zu lassen.

Aus ihrer Sicht ist die Angst der Interessenten für Ägypten- oder Marokko-Fernreisen unbegründet. Sie rät den Urlaubswilligen, sich „nicht von Meinungen anderer Leute beeinflussen“ zu lassen. An der Türkischen Riviera beispielsweise in Side, Antalya und Belek sei noch nie etwas passiert. „Nach Belek fährt ja auch Werder Bremen hin“, sagt sie.

Dieser Ansicht ist auch Reiseverkehrskauffrau Jessica Koopmann vom Unternehmen „Borchers Reisen“ aus Twistringen. Anschläge waren in Istanbul und in Ankara – also weit weg von den Urlaubsorten. Wer nicht auf die Türkei als Urlaubsgebiet verzichten möchte, aber auf Nummer sicher gehen will, sollte „größere Sehenswürdigkeiten meiden“. „Meine Eltern und meine Kollegen fliegen auch an die Küste. Es gibt Schnäppchenpreise.“ Dennoch bleibe der Service auf einem hohen Niveau. „Die Hotels versuchen sich ja zu verbessern“, erklärt Jessica Koopmann. Auch Griechenland sei preiswert. Die Reiseverkehrskauffrau empfiehlt die Hauptinseln Kreta, Rhodos und Kos. Gerüchte, dass die Menschen unfreundlich gegenüber Deutschen seien, hätten sich nicht bestätigt. „Der Service ist nach wie vor gut.“

Die Reiseveranstalter tun alles, um Reisenden Sicherheit zu bieten, sagt Silke Hartwig vom Alltours-Reisecenter in Bassum. Zu diesem Konzept zählen auch Reiseleiter vor Ort. Die Reiseverkehrskauffrau rät, renommierten Unternehmen zu vertrauen. Bei denen könne der Kunde sicher sein, dass diese mit dem Auswärtigen Amt in Berlin in Verbindung stehen und Reisewarnungen direkt weitergegeben werden.

Im Trend liegen Ziele auf Mallorca und auf dem spanischen Festland. „Doch dort explodieren die Preise“, sagen alle drei Reiseverkehrskauffrauen.

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