Angehende Tierpflegerin Carolin Meineke zurück aus Berlin / Tierpark Petermoor investiert / Schutzhütte in Planung

Spuckende Lamas statt Affen, die beißen

Das neue Taubenhaus ist eine Spende.
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Das neue Taubenhaus ist eine Spende.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Vom Affen gebissen und Löwen gestreichelt – Carolin Meineke, Auszubildende im Tierpark Petermoor Bassum, hat ihren Kollegen viel zu erzählen. Die junge Frau hospitierte zehn Wochen im Zoo in Berlin – und der ist um einiges größer als der kleine Bassumer Tierpark.

Um alle Facetten des Berufes kennenzulernen, auch den Umgang mit wilden Tieren, hatte die angehende Tierpflegerin im Berliner Zoo angefragt. Die Wahl war auf die Hauptstadt gefallen, weil Carolin Meineke dort Verwandte hat.

„Es war überraschenderweise unkompliziert“, erzählt sie von ihrer Bewerbung. Die Berliner sagten spontan Ja. „Es war überwältigend“, schwärmt Meineke. „Ich durfte überall mal helfen“, erinnert sie sich. Also auch bei den Affen. Und als sie ins Ohr gebissen worden war, hieß es nur: „Na endlich, nun bist du eine richtige Tierpflegerin.“

Eindruck hätten auch die Löwen hinterlassen. „Ein Tier ist von Hand aufgezogen worden. Den durfte ich streicheln. Fantastisch.“

Während ihres Praktikums sorgte noch ein anderer Affe für Furore: Im Zoo wurde ein Zwergschimpanse geboren. „Da gab sich die Presse täglich die Klinke in die Hand“, erinnert sich die junge Frau.

Sehr gefreut hat sie sich, dass sie den erfahrenen Kollegen auch etwas beibringen konnte – und zwar in Sachen Schafe. „Damit kenne ich mich gut aus“, erklärt die angehende Tierpflegerin selbstbewusst.

Zum Abschied wurde sie gefragt, ob der Tierpark Petermoor nicht ein paar Erdmännchen haben wolle. „Wir überlegen noch – vielleicht“, erklärt Dr. Ralph Schuder, Vorsitzender des Fördervereins Tierpark.

Er hat erst kürzlich ein Geschenk erhalten. Ein Truthahn ist neu im Ziegengehege eingezogen.

Im Papageienhaus machen vier neue Felsensittiche Krach. „Zwei Pärchen – sehr aktive, lustige und vor allem soziale Tiere“, sagt Schuder.

Im Petermoor gibt es zwar keine beißenden Schimpansen, wohl aber spuckende Lamas. „Solange die Tiere die Ohren oben haben, ist alles in Ordnung. Wenn sie sie anlegen, sollte man vorsichtig sein“, erklärt Schuder. Geben sie Geräusche von sich, könne es daran liegen, dass sich die Tierpfleger mit Futter nähern.

Seitdem das Gehege neu umzäunt wurde, können die Tiere nicht mehr ihre Köpfe hindurchstecken. „Es ist vielleicht nicht der schönste Zaun, aber er ist stabil, wetterfest und dient auch den Tieren als Schutz“, verteidigt Schuder die Anschaffung.

Die Politik hatte auf Antrag der Bassumer Grünen zusätzlich zu den Unterhaltungskosten insgesamt 150000 Euro – verteilt auf drei Jahre – für Instandhaltungsmaßnahmen bewilligt. Die ersten 50000 Euro flossen bereits 2013. „In diesem Jahr haben wir das Geld vor allem in den Zaunbau und in neue Volieren gesteckt“, berichtet Schuder. Am Futterhaus wurde zudem eine neue Verkleidung angebracht, und auch die Kükenaufzuchtstation wurde aufgehübscht.

Noch im Herbst soll der Platz am Katta-Haus vergrößert werden. In Planung sind eine Art Schutzhütte und ein Baumhaus. „Es ist ein Spagat. Zum einen wollen wir etwas für die Besucher tun, zum anderen müssen wir platzsparend arbeiten“, gibt Ewald Jahnke vom Förderverein zu bedenken. Der Tierpark sei wie eine Insel, könne sich aufgrund fehlender Flächen nicht erweitern.

Mit gemischten Gefühlen sehen die Vorstandsmitglieder die Pläne einiger Politiker, im Tierpark eine Art Kiosk zu errichten. „Wir nehmen keinen Eintritt. Dafür erhalten wir oft Lob. Eltern sagen: ,Endlich mal eine Attraktion, die kein Geld kostet und wo unsere Kinder nicht quengeln, weil sie ein Eis oder etwas anderes haben wollen.‘ Wir möchten unsere Besucher nicht animieren, Geld auszugeben“, sagt Ewald Jahnke.

Der Tierpark ist beliebt. Gäste kommen ganz aus Verden und Delmenhorst. Viele genießen die späten Abendstunden im Park. „Manche sitzen einfach nur da und blicken auf den Teich.“

Die Wasserfontäne läuft derzeit Tag und Nacht. „Der Sauerstoffgehalt ist gerade noch okay“, sagt Schuder. Trotz der heißen Witterung. „Wir hatten zum Glück immer mal wieder Regen, zum anderen hat sich durch das Impfen die Schlammschicht verringert.“ Die Impfungen würden fortgesetzt. Die Kosten übernimmt die Stadt.

Im kommenden Jahr gibt es – vorerst – zum letzten Mal 50000 Euro. Schuder: „Das Geld ist bereits verplant – für die Erneuerung der Innenvolieren, einen Außenzaun und Gebäudeunterhaltung.“

Wer den Tierpark unterstützen möchte, kann Mitglied im Förderverein werden, für gerade mal sechs Euro aufwärts.

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