Gastronomisches Angebot am Tierpark Petermoor

Schausteller haben viel vor

Sobald Corona es erlaubt, wollen die Schausteller ihre Gäste auf ihrer „Kaffee-Eis-Terrasse“ begrüßen.
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Sobald Corona es erlaubt, wollen die Schausteller ihre Gäste auf ihrer „Kaffee-Eis-Terrasse“ begrüßen.

Auf dem Schützenplatz in Bassum, vor den Toren des Tierparks Petermoor, machen die Schaustellerfamilien Dormeier und Winter allen Bürgern ein besonderes, gastronomisches Angebot.

Bassum – Er hat auf dem Volksfest in Neuss gestanden sowie Besucher des Weihnachtsmarktes in Bielefeld versorgt und beherbergt. Nun schmückt er den Schützenplatz vor dem Eingang des Tierparks Petermoor: Der hölzerne Verkaufsstand mit eigener Dachterrasse. Und weil das ziemlich sperrig klingt, hat er auch einen Namen: „Die Tierpark Terrasse Petermoor“, erklärt Stefan Dormeier und deutet lächelnd auf die Fassade:

„Dort soll das Schild mit dem Namen hängen.“ Heute wollen die Männer es anbringen.

Eigentlich ist Dormeier Schausteller. Doch da die Krise ihm und seiner Familie, sowie der von Alexander Winter Berufsverbot erteilt hat, haben sie sich Alternativen überlegt. Und aus einer kleinen Idee, die aus der Not geboren wurde, ist inzwischen eine Quelle geworden, aus der schon viele neue Einfälle hervorgesprudelt sind.

Alles begann mit einer Süßwaren-Bude

„Am 5. Mai sind wir im vergangenen Jahr mit der kleinen Süßwaren-Bude am Tierpark gestartet“, erinnert sich Dormeier. Es ging darum, in der Krise zumindest ein wenig Geld zu verdienen. Und bei den Besuchern des Tierparks kam das neue Angebot super an. „Es lief sofort sehr gut, wir wurden prima unterstützt“, freut sich Winter.

Als der Sommer kam, erweiterten die emsigen Schausteller kurzerhand ihr Angebot: Neben Crêpes, Softeis, Popcorn und anderen süßen Leckereien, konnten die Gäste auch kühles Bier kaufen und es im „Bierpark am Tierpark“, wie Dormeier ihn lachend nennt, genießen. Er und Winter richteten einen kleinen Biergarten ein, der von Freitag bis Sonntag geöffnet war und gut besucht wurde – bis das Wetter nicht mehr mitmachte.

Bis Mitte Dezember versorgten die Schausteller am Schützenplatz ihre Kunden – und trafen die Entscheidung: Wir kommen wieder! „Sobald wir wieder durften, sind wir zurückgekommen. Das war am 10. März“, so Winter. „Aber wir wollten mehr anbieten, es noch schöner machen.“ Da traf es sich, dass Dormeier schon vor etwa fünf Jahren den gemütlich-rustikal wirkenden Verkaufsstand bei einem Kollegen erspäht hatte. „Da wollte ich ihn schon mal kaufen, für einen Weihnachtsmarkt.“

Bude wurde komplett restauriert

Diesmal setzte er sein Vorhaben in die Tat um. Vier Wochen lang stand die Bude in Eschenhausen in der Werkstatt und wurde von den Mitgliedern der beiden Familien mit viel Mühe und Liebe komplett restauriert und auf Vordermann gebracht.

Doch wie sollte der Stand zum Schützenplatz kommen? Da griff Dormeiers und Winters Kollege Ludwig Landwermann aus Asendorf ihnen mit seinem Kran unter die Arme. Nach einem Tag stand die Bude – und wartet seitdem darauf, gänzlich genutzt werden zu können.

„Wir werden auf der Dachterrasse zwar keine Sitzgelegenheiten aufstellen“, sagt Dormeier, „aber die Leute können sie als kleinen Ausguck nutzen.“ Bisher ist die Terrasse nur über eine gewöhnliche, mobile Leiter zu erreichen. Doch dass soll sich bald ändern, damit jeder gefahrlos hinaufsteigen kann.

Café und Biergarten geplant

Überhaupt haben die Schausteller schon viele Ideen, wie sie ihr Angebot erweitern möchten. Extra für den Pressetermin haben sie alles so hergerichtet, wie es aussehen soll, sobald Corona es zulässt: Holzschnitzel bedecken den Boden vor der Hütte, kleine Tische und Bänke verteilen sich darauf und laden zum Verweilen ein. „Das wird unser Café, wo die Leute Kaffee trinken oder Eis essen können“, schildert Dormeier.

Auch der Bierpark soll im Sommer wieder seine Tore öffnen. Tische und Bänke werden dann zwischen blühenden Bäumen Einzug halten. „Es soll eine gemütliche, schöne Atmosphäre herrschen, bei der die Leute Bier, Wein und Cocktails genießen können“, schildert Winter und schmunzelt: „Dann ziehen wir auch wieder unsere Hawaii-Hemden an!“

Aber auch Pizza könnte dann wieder auf dem Speiseplan stehen, wie im vergangenen Jahr. Die machen die Schausteller allerdings nicht selber, sondern bestellen sie beim „Nachbarn“, dem Restaurant L’Osteria. So profitiert auch der von dem Angebot und das ist Dormeiers und Winters wichtig: „Wir wollen hier keinem in die Quere kommen. Die Leute kaufen ihre Pizza bei der L’Osteria, können sie aber bei uns essen.“

Glück mit den Nachbarn

Überhaupt haben sie mit ihren Nachbarn großes Glück, finden die Schausteller. Nicht nur das L’Osteria sondern auch der Schützenverein von 1848, dem das Gelände gehört sowie der Tierpark und auch die Stadt Bassum geben ihnen das Gefühl, willkommen zu sein, wofür sie ihnen sehr danbkar sind. „Wir sind froh, dass wir hier sein dürfen.“

Und werden sie bleiben, auch wenn sie wieder ihrer wahren Berufung nachgehen können? „Wir spielen mit dem Gedanken, es hier zu belassen“, erklärt Dormeier. Die vielen positiven Rückmeldungen der Besucher motivieren sie dazu. „Schön, dass ihr wieder da seid“, hätten die Schulkinder sie im März begrüßt und über den Winter hätten sich auch ein paar Leute bei ihnen gemeldet, um zu erfahren, wie es ihnen so geht. „Wir haben hier Freundschaften geschlossen“, freuen sich Dormeier und Winter.

Auf Bestellung stellen die Schausteller auch Schokosträuße und -platten zusammen, die sogar geliefert werden.

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