Nach zehn Jahren in Hamburg

Dr. André Wehlers hat sich als Zahnarzt in Bassum selbstständig gemacht

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Dr. André Wehlers und sein Team fühlen sich in den neuen Räumen wohl.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Der Hamburger Jung’ der eigentlich ein Bassumer Jung’ ist, ist zurück in der Heimat. Weil seine Familie hier lebt, er die Ruhe vermisst hat und weil er glaubt, mit seinen Erfahungen, die er in Hamburg gesammelt hat, in seinem Ort etwas bewegen zu können. Dr. André Wehlers ist Zahnarzt und hat sich mit seiner eigenen Praxis an der Bahnhofstraße niedergelassen. Nach zehn Jahren in der Großstadt, hat es ihn wieder zurück aufs Land gezogen. „Das war schon zu Beginn meines Studiums der Plan“, sagt der 30-Jährige.

Wehlers ist in Bassum aufgewachsen, hat dort im TSV Fußball gespielt, die Schule besucht und wechselte später nach Syke aufs Gymnasium. Schon während seiner Schulzeit hat er überlegt, Medizin zu studieren und machte seinen Zivildienst im Krankenhaus Bassum. „Dort war ich im OP eingesetzt. Das hat mich begeistert, so dass danach klar war: Ich werde Arzt. Es war einfach schön Menschen, direkt helfen zu können und auch zu sehen, wie sie sich freuen.“

Am Ende verschlug es Wehlers nicht in die Human-, sondern in die Zahnmedizin. „Mir gefiel daran das Handwerkliche, weil meine Familie auch handwerklich geprägt ist. Der Beruf ist sehr vielseitig, und während des Studiums habe ich gemerkt, dass er perfekt zu mir passt.“ Als Studienort wählte er Hamburg, weil ein Freund schon dort lebte. „Außerdem bin ich ein Nordlicht“, sagt Wehlers und lacht.

Die Großstadt sei „super schön“ und ein „Kulturschock“ zugleich gewesen. Sechs Jahre studierte er, machte 2014 seinen Doktor und sammelte praktische Erfahrungen. „Hamburg ist am Puls der Zeit und die Praxen dementsprechend auf einem hohen Niveau.“

„Selbstständigkeit ist natürlich ein großer Schritt“

Wäre es nicht leichter gewesen, in eine Praxis mit einzusteigen, als eine eigene zu eröffnen? Wehlers nickt: „Selbstständigkeit ist natürlich ein großer Schritt, und es ist verlockend, sich irgendwo anzuschließen. Aber wenn man das tut, dann muss auch alles passen. Man muss gut mit den anderen Ärzten zusammenarbeiten und sich vertrauen können, sonst wird es schwer.“

Auf das Risiko wollte sich Wehlers nicht einlassen und begann, in Bassum nach Räumen zu suchen. Durch Zufall kam er an die in dem ehemaligen OLB-Gebäude – in dem ja bereits ein Zahnarzt ansässig ist. Ein Problem? Wehlers schüttelt den Kopf: „Ich kann mir vorstellen, dass sich einige Leute wundern werden, aber ich persönlich finde es gut. Wir werden in Zukunft eine Unterversorgung bei den Zahnärzten haben. Da ist es gut, wenn ein Ort mehrere hat, um die Patienten optimal betreuen zu können.“

Bei seiner Rückkehr hätten ihm alten Freunde einen herzlichen Empfang bereitet, besonders seine Jungs vom TSV, bei dem er künftig auch wieder mehr kicken will. Er habe sich schnell wieder eingelebt, und auch seine Freundin, die als Hamburgerin wiederum in Bassum einen kleinen „Kulturschock“ erlebte, fühle sich jetzt wohl.

Wehlers wünscht sich, dass die Bassumer offen sind für das Know-how und auch die Technik, die er aus Hamburg mitbringt. Er glaubt, dass er mit einem kleinen Heimvorteil startet. Viele Leute würden seine Familie kennen und wüssten daher, aus „welchem Stall“ er kommt, meint Wehlers und schmunzelt.

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