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Pool-Billard in Bassum: Am Tisch ist Taktik gefragt

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Von: Anika Seebacher

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Drei Tische stehen im Vereinsraum des Pool-Billard-Club Bassum. Die Vereinsmitglieder wünschen sich weitere Mitstreiter und laden zum Probetraining ein.
Drei Tische stehen im Vereinsraum des Pool-Billard-Club Bassum. Die Vereinsmitglieder wünschen sich weitere Mitstreiter und laden zum Probetraining ein. © Seebacher

Einige spielen, um abzuschalten. Andere suchen die Herausforderung bei Turnieren und Punktspielen. Beim Pool-Billard-Club Bassum sind neue Mitglieder jederzeit willkommen.

Bassum – Vermutlich haben die meisten schon einmal Billard gespielt – in einer Bar in geselliger Runde. Dass das Spiel mit den Kugeln mehr als nur ein Kneipensport ist, zeigen die Mitglieder des Pool-Billard-Clubs Bassum (PBC) – dem einzigen Billardclub im gesamten Landkreis Diepholz. Konzentration, ein gutes Auge, Feingefühl und taktisches Denken sind laut dem Vorsitzenden Philipp Plöger gute Voraussetzungen, um am Billardtisch erfolgreich zu sein. Dabei gehe es nicht ausschließlich darum, die Kugeln möglichst schnell in einer der sechs Taschen zu versenken. „Man muss die weiße Kugel taktisch platzieren und mit dem Queue umgehen können“, sagt der 28-Jährige. „Das Spiel muss man sich einfach aneignen und immer wieder üben“, lautet Plögers Taktik.

Der Vorsitzende lädt Interessierte zu einer Partie ein, um den Sport auszuprobieren. Billard sei für alle Generationen und Menschen jeden Fitnesslevels geeignet, erläutert Plöger als derzeit jüngstes Mitglied. Der älteste Spieler sei inzwischen über 60 Jahre alt. „Einzige Voraussetzung ist eine gewisse Körpergröße“, ergänzt PBC-Mitglied Wolfgang Defort mit Blick auf die Tischhöhe von etwa 75 Zentimeter. Auch mit Kraft habe das Spiel nichts zu tun, obwohl die Stöße der langjährigen Spieler den Kugeln einen heftigen Schub geben.

Die erste Mannschaft könnte den Aufstieg in die Oberliga schaffen

Belächelt werde man nicht, wenn über Billard als Sport und Hobby gesprochen wird, sagt Defort. Für ihn hat Billard ein höheres Anforderungsprofil als manch andere Sportart. Der Bassumer war 1989 eines der Gründungsmitglieder des PBC und ist dem Club bis heute treu geblieben. „1990 haben wir den Spielbetrieb aufgenommen“, erinnert sich Defort, der heute zusammen mit drei Mitstreitern die erste Mannschaft des PBC in der Verbandsliga vertritt. Und das sehr erfolgreich, denn „es sieht nach Aufstieg in die Oberliga aus“.

Gespielt wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten bereits an verschiedenen Orten in Bassum. Als Vereinsheime nutzten die Billardspieler etwa die Räume der Schützengilde, im ehemaligen City-Markt und seit einigen Jahren wieder am Schützenplatz bei den 1848ern, neben dem Tierpark Petermoor.

Für PBC-Vorsitzenden Philipp Plöger ist Üben die beste Möglichkeit, sich den Präzisionssport anzueignen.
Für PBC-Vorsitzenden Philipp Plöger ist Üben die beste Möglichkeit, sich den Präzisionssport anzueignen. © Seebacher, Anika

Die Bassumer Billardfreunde wünschen sich weitere Interessierte zu den Trainingsabenden im Obergeschoss der Schützenhalle. „Dabei entscheidet jeder selbst, wie sehr er oder sie sich einbringt“, stellt Wolfgang Defort klar, dass eine Beteiligung an Turnieren oder Punktspielen kein Muss ist. So gebe es durchaus Mitglieder, die sogar am liebsten für sich allein spielten, um abzuschalten. Für ihn persönlich bedeuten die Turniere und Punktspiele aber eine Herausforderung, der er sich gern stellt und an der man wachse, so Defort: „Das hat auch etwas mit Ehrgeiz zu tun.“ Wenn die Mannschaft auf Gegner trifft, kommen diese etwa aus Lohne, Osnabrück, oder Dissen, zählt der passionierte Billardspieler auf. Sollten die Bassumer tatsächlich aufsteigen, kommen Vereine aus Hannover, dem Harz oder Wolfsburg hinzu.

Gentlemen-Sport: Spieler zeigen Fouls häufig selbst an

Zum Testen gebe es auch vereinsinterne Turniere, sagt Philipp Plöger. Dabei messen die derzeit 20 PBC-Mitglieder regelmäßig ihren Fortschritt. „Bei offiziellen Turnieren gilt eine strenge Kleiderordnung“, sagt Defort. So müssen die Spieler eine schwarze Hose, schwarze Schuhe sowie ihr jeweiliges Vereinshemd tragen. „In anderen Sportarten geht man schließlich auch nicht ohne Sportklamotten oder Trikot auf den Platz“, verdeutlicht Defort, dass es sich bei Billard durchaus um einen ernstzunehmen Sport handele. Darüber hinaus werde Billard häufig als Gentleman-Sport bezeichnet. Hintergrund: Die Spieler zeigen Fouls, etwa durch das Berühren der farbigen Kugeln mit der Hand, in der Regel selbst an. „Was wäre ein Sieg noch wert, wenn man durch ein Foul gewinnt?“, fragt Defort.

Wer den Präzisionssport Pool-Billard ausprobieren möchte, kann beim PBC Bassum vorbeischauen. Das Equipment in Form von Tischen, Bällen sowie Hausqueues wird gestellt. Immer montags bietet der Club in der Zeit von 18 bis 21 Uhr ein freies Training an, bei dem Vereinsmitglied Przemyslaw Kurkiewicz für Fragen und Tipps zur Verfügung steht. Die Mannschaften selbst trainieren dienstags und donnerstags.

Weitere Informationen über den Club gibt es unter www.pool-billard-club-bassum.de.

Poolbillard-Varianten in Kürze

Es gibt beim Billard rund 35 verschiedene Spielarten. Eine davon ist Poolbillard, das auf einem kleineren Tisch gespielt wird als etwa Snooker. Beim Poolbillard wird zwischen verschiedenen Disziplinen unterschieden:

8-Ball: Ein Spieler hat die vollen (1-7), einer die halben Kugeln (9-15). Wer zuerst seine Kugeln und danach die 8 versenkt, hat gewonnen.

9-Ball: Nur die Kugeln 1-9 sind im Spiel. Beide Spieler spielen auf dieselben Kugeln. Wer zuerst die 9 versenkt, gewinnt.

10-Ball: Hierbei muss für jede Kugel ein Loch angesagt werden. Es wird nach der Reihenfolge der Nummerierung gespielt.

14/1-endlos: Jede Kugel zählt einen Punkt, alle Kugeln dürfen angespielt werden. Sieger ist, wer eine bestimmte Punktzahl erreicht hat.

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