Altes Pfarrhaus soll an Kindergarten vermietet werden

Zu schade für den Abriss

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Wolfgang Hornig und Pastor Gerd Florian Beckert hoffen auf eine baldige Nutzungsänderung des Pfarrhauses.

Nordwohlde - Von Frauke Albrecht. Die Kirchengemeinde Nordwohlde benötigt gut 260000 Euro. Mit dem Geld soll das alte Pfarrhaus saniert werden. Einen potenziellen Mieter gibt es auch schon. Wenn alles nach Plan läuft, werden im kommenden Jahr Kinder im Garten des Pfarrhauses spielen. Wie Pastor Gerd Florian Beckert und der Kirchenvorstandsvorsitzende Wolfgang Hornig mitteilen, hat ein Kindergarten für behinderte Kinder Interesse angemeldet.

Da die Verträge noch nicht unterschrieben sind, möchte die beiden Kirchenvertreter den Namen der Einrichtung nicht nennen. Den Mitarbeitern sei an einem schnellen Einzug gelegen. Doch diesem steht das Alter des Gebäudes im Weg. „Es ist lange nichts mehr gemacht worden. Die letzte Renovierung ist bestimmt 25 bis 30 Jahre her“, so Beckert.

Zum Glück sei die Gebäudesubstanz gut erhalten. Dennoch komme man an Sanierungsarbeiten nicht vorbei. Die Kirchengemeinde möchte das Haus dämmen lassen und neue Fenster einbauen. Die sanitären Anlagen müssen erneuert, die Räume neu aufgeteilt werden. Benötigt würden zwei gleich große Gruppenräume und eine große Küche – barrierefrei. Auch Investitionen in den Brandschutz sind erforderlich. Zuguter Letzt würden Bodenbeläge und Tapeten erneuert. Alles in allem rechnen die Planer mit einem Investitionsbedarf in Höhe von 260000 Euro.

Die Kirchengemeinde nimmt dafür einen Kredit auf.

Der Bauantrag inklusive Nutzungsänderung sei noch nicht gestellt. Aber es soll so schnell wie möglich losgehen. Beckert: „Wir könnten uns vorstellen, im Oktober mit den ersten Arbeiten zu beginnen.“ Dann könnten die Kinder frühestens im Frühjahr 2016 einziehen.

Das Gebäude gehört der Kirchengemeinde Nordwohlde. Sie muss die Kosten selbst tragen. Da die Landeskirche den Gebäudebestand insgesamt eher reduzieren möchte, war es nicht erwünscht, dass der neue Pastor in das alte Nordwohlder Pfarrhaus zieht. Auch eine Bezuschussung wurde abgelehnt. Also musste sich die Kirchengemeinde Gedanken machen.

Beckert: „Die Nordwohlder hängen sehr an ihrem Pfarrhaus.“ Das Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts als Pfarrhaus erbaut worden ist, sei viel zu schade für den Abriss. Das sei auch eine emotionale Frage, so der Pastor. Die Nordwohlder Kirchengemeinde sei stolz darauf, eigenständig zu sein. Ein Abriss hätten viele als den ersten Schritt zur Auflösung aufgefasst. Blieb nur die Sanierung und Vermietung. So kam der Kirchenvorstand auf den Kindergarten.

Das 240 Quadratmeter große Haus mit 5000 Quadratmeter Grundstück sei geradezu ideal für einen Kindergarten, der im Übrigen keine Konkurrenz zu dem ortseigenen Kindergarten darstelle.

Mit Wolfgang Hornig als ehemaligem Architekten hat die Kirchengemeinde Nordwohlde einen kundigen Fachmann in ihren Reihen. Er wolle die Baumaßnahme allerdings nicht allein beaufsichtigen. Deshalb wird ein Architekt beauftragt, so Beckert. „Und auch der Kirchenkreis unterstützt uns mit fachlicher Beratung.“

Derzeit nutzt der Pastor das frühere Arbeitszimmer von Walter Rosenbaum als Dienstzimmer. Sobald die Arbeiten beginnen, zieht er ins Gemeindehaus um. Dort wird einer der beiden Gruppenräume verkleinert, um ein Büro einzurichten. Der Vorteil: „Dort sitzt auch unsere Pfarrsekretärin. Wir sind dann telefonisch viel besser zu erreichen“, sagt Beckert.

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