Hildegard Thorns und Renate Kattner sind zusammen 55 Jahre beim SoVD

„Alles mit Humor nehmen“

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Hildegard Thorns (l.) und Renate Kattner wollen dem SoVD auch in Zukunft treu bleiben.

Bramstedt - Von Julia Kreykenbohm. „Uns gibt’s nur im Doppelpack“, erklärt Hildegard Thorns und lacht. Renate Kattner stimmt ein. Wer mit den zwei Bramstedterinnen plaudert, merkt schnell: Das ist nicht nur so ein Spruch. Aus der Art und Weise, wie die Frauen miteinander umgehen, scherzen und sich beim Erzählen gegenseitig ergänzen, spricht eine tiefe Verbundenheit, gewachsen aus einer Freundschaft, die nun schon über 40 Jahre währt.

Die beiden verbindet unter anderem die Freude am Fahrradfahren, Wandern – und die Mitarbeit im Sozialverband Deutschland (SoVD). Hildegard Thorns ist 28 Jahre dabei, Renate Kattner 27. Für ihr ehrenamtliches Engagement sind die beiden vor Kurzem von der Stadt mit der Bassumer Medaille ausgezeichnet worden (wir berichteten).

„Wir wussten zunächst von nichts“, erklärt Thorns. Ortsvereinsvorsitzender Helmut Zurmühlen habe sie angerufen und erstmal ganz harmlos gebeten, sich den Abend des 15. März freizuhalten. Als dann klar wurde, dass sie und Kattner geehrt werden sollen, habe sie sich gefreut. „Eine schöne Überraschung“, findet auch Kattner und fügt hinzu: „Auch wenn es ein komisches Gefühl war, dort auf der Bühne zu stehen.“

Beide hatten nie vorgehabt, ein Ehrenamt anzunehmen. Sie sind, wie man so sagt, „irgendwie reingerutscht“. Thorns kam durch ihren Schwiegervater zum SoVD, der fragte, ob sie nicht Schriftführerin werden möchte. Thorns erste Reaktion: „Das kann ich gar nicht!“ Die 76-Jährige lacht. Trotzdem nahm sie das Amt an und behielt es zehn Jahre, bevor sie es an ihre Freundin Renate abgab, die wiederum durch ihren Mann in den Verband gekommen war.

Frauengruppe leider immer kleiner

Seit 18 Jahren betreuen die beiden nun eine Frauengruppe. Von Oktober bis April organisieren sie jeden zweiten Mittwoch im Monat einen Kaffeenachmittag, im Sommer mehrere Fahrten und im September einen Wagen für das Erntefest. Zu den Nachmittagen kämen immer zwischen 20 und 25 Frauen, doch „es werden immer weniger“, sagt Kattner bedauernd. Das habe mit dem Alter zu tun. „Es sind eben hauptsächlich ältere Frauen und keine Berufstätigen, denn die haben ja auch gar keine Zeit.“ Dann wird zusammen gesungen, gegessen, gelesen und geklönt.

Außerdem organisieren sie die Weihnachtsfeier der Stadt Bassum und unterstützen bei der Abnahme der Sportabzeichen, was ihnen besonders bei den Menschen mit Behinderungen und den Schülern der Grundschule Bramstedt Freude mache. „Von den Menschen mit Behinderungen kriegt man so viel zurück, und die Kinder sind sehr ehrgeizig“, berichtet Thorns und Kattner fällt lachend ein: „Man müsste eigentlich mal aufschreiben, was man da so alles erlebt.“

Geburtstagsbesuche als schöne Begegnungen

Aber auch die Geburtstagsbesuche bei den älteren Mitbürgern sowie das Verteilen der SoVD-Zeitung seien meist schöne Begegnungen. „Die Leute freuen sich, dass man zu ihnen kommt und sich mit ihnen unterhält.“

Für beide Frauen ist das Ehrenamt eine Bereicherung. „Man ist unter Menschen, hat etwas zu tun und es ist einfach schön, Leuten eine Freude zu machen, beispielsweise durch die Fahrten. Viele sind schon ganz gespannt und fragen, wo es denn beim nächsten Mal hingeht.“

Sie sind sich einig, dem SoVD auch weiterhin treu zu bleiben und Aufgaben zu übernehmen. Was sie hingegen gerne in jüngere Hände legen würden, ist die Verantwortung der Vorstandsarbeit. Thorns ist zweite Vorsitzende und die 75-jährige Renate Kattner Schriftführerin.

Doch sich völlig aus dem Ehrenamt zurückziehen, kommt für die beiden lebhaften Damen nicht in Frage. Dafür machen ihre Tätigkeiten ihnen viel zu viel Freude. Und wenn es doch mal turbulent zugeht, haben sie ein Geheimrezept: „Man muss alles mit Humor nehmen“, sagt Kattner lachend und Thorns stimmt ein.

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