AktiBa öffnet mit mehr als 100 Ausstellern / Gastredner Dr. Christoph Westerkamp spricht sich für Standort Bassum aus

AktiBa: Handschlag statt Mausklick

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Cord Bockhop und Volker Meyer am Stand der Stadt.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Als Landrat Cord Bockhop gestern Morgen noch schnell in einen Laden flitzte, um etwas zu besorgen, begrüßte er die Mitarbeiter mit einem ,Guten Morgen‘. „Als Antwort erhielt ich ,Sie sind noch nicht dran‘, erzählte er gestern bei der Eröffnung der Regionalmesse AktiBa. „Sie haben die Chance, mit Kunden anders umzugehen“, gab er den Ausstellern mit auf den Weg.

Und noch einen Tipp hatte Bockhop parat: „Gehen Sie auf die Kunden zu.“ Auch wenn drei Tage Messe durchaus kräftezehrend seien, sollte sich niemand an seinen Stand zurückziehen. Das habe er oft genug bei Messen erlebt.

Dass bei der AktiBa gute Geschäfte gemacht werden können, bestätigte der Gastredner Dr. Christoph Westerkamp, Geschäftsführer der Firma Stelter. So seien bei der AktiBa 2012 ein Vertreter der Firma Bauer und Hartmut Stelter zufällig ins Gespräch gekommen. Daraus resultierte ein Auftragsvolumen von drei Millionen Euro.

„Vielleicht werden es ja bald fünf Millionen“, wünschte Klaus-Dieter- Sprenger vom Orga-Team dem Geschäftsführer und hieß die Anwesenden herzlich willkommen. Mehrere hundert geladene Gäste applaudierten den Veranstaltern und Ausstellern für die gelungene Präsentation der Stände und wünschten viele gute Gespräche.

Unter den 100 Ausstellern, die sich seit gestern auf dem Gelände der Kartbahn präsentieren, sind auch sehr viele Handwerksbetriebe. „Das ist nicht selbstverständlich“, freute sich der Vorsitzende der Ortshandwerkerschaft, Herbert Schorling, über die Resonanz. „Mit einem Anteil von 40 Prozent können wir sehr zufrieden sein.“ Jeder, der auf der AktiBa ausstelle, hätte erkannt, dass es nicht nur eine gute Werbung sei, sondern eben auch eine Plattform, die gute Gespräche mit Kunden ermögliche. „Wir können uns als leistungsfähige Betriebe präsentieren. Wenn der Kunde diese Kompetenz erkennt, haben wir viel erreicht“, sagte Schorling.

Handschlag statt Mausklick: „Der Kunde möchte langfristige Geschäftsbeziehungen, möchte wissen, mit wem er es zu tun hat. Hier gibt es alles zu sehen und zu testen. Die Messe ist ein Ort des Vertrauens und der Kommunikation“, ist Bürgermeister Christian Porsch überzeugt. Die Wirtschaft in Bassum sei gut aufgestellt. Deren Weiterentwicklung sei vorrangiges Ziel.

Es wird ihn gefreut haben zu hören, dass eines der größten Unternehmen in Bassum, Firma Stelter, auf jeden Fall am Standort bleiben und erweitern möchte. In Kürze baut Stelter eine Härterei. „Wir werden alles dafür tun, den Standort Bassum zu halten“, sagte Dr. Christoph Westerkamp in seinem Vortrag zum Thema „Auswirkungen der Globalisierung auf mittelständische Unternehmen“.

AktiBa - die Bilder von der Eröffnung

Nachdem er die Entwicklung der Globalisierung sowie deren Nutzen und Risiken skizziert hatte, stellte er die eigene Unternehmensphilosophie vor. Diese lautet: Mit möglichst wenigen Mitarbeitern möglichst viel Gewinn erzielen. Auch wenn nahezu alles, was Stelter mache, automatisiert sei, so beschäftigt das Unternehmen immerhin noch 360 Männer und Frauen. Diese produzieren im Drei-Schicht-Betrieb zehn Millionen Zahnräder im Jahr. Der Umsatz beläuft sich auf 65 Millionen Euro im Jahr. Auch wenn die meisten Großkunden zunehmend im Ausland produzieren würden, möchte Westerkamp in Bassum bleiben und vor allem Geld in den Standort und in die Ausbildung investieren. Man sei mit der Politik und anderen Unternehmen in Gesprächen, eine Art betriebseigenes Ausbildungszentrum zu gründen, um Auszubildende, Quereinsteiger und die Fortbildung der eigenen Leute sicherzustellen. „Es macht Sinn, mehrere Firmen da mit reinzunehmen“, so Dr. Westerkamp. „Ich bin sicher, dass wir was auf die Beine stellen können.“

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