Ärzteteam operiert Jungen (7) aus Afghanistan

Mohammad kann bald wieder laufen

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Operateurin Dr. Nicola Mensching (Mitte), Dr. Massud Mamarvar (r.) und Schwester Birgit Spiekermann an der Fußwunde.

Bassum - Von Berthold Kollschen. Eine angespannte Ruhe herrscht im OP-Saal 3 der plastischen Chirurgie im Klinikum Bassum. Der siebenjährige Mohammad aus Afghanistan liegt unter dem Messer der OP-Spezialisten um Chefarzt Dr. Massud Mamarvar. Mohammads Fuß ist vernarbt und stark verformt. Drei Zehen fehlen. Die Haut des Fußes ist mit der am Bein verschmolzen. Jetzt bekommt das Brandopfer Hilfe.

Der Junge hatte sich vor etwa einem halben Jahr bei einem häuslichen Unfall in seiner Heimat schwere Brandverletzungen am rechten Fuß zugezogen.

Über das „Friedensdorf International“ aus Oberhausen kam der Siebenjährige nach Bassum. Er ist bereits das 22. Kind, das in der Plastischen Chirurgie des Klinikums operiert wird.

Begonnen hatten die Operationen an brandverletzten Kindern aus Krisengebieten vor Jahren unter der Leitung des damaligen Chefarztes Dr. Norbert Grieb. Es war für seinen Nachfolger, Dr. Massud Mamarvar, eine Ehrensache, das beispielhafte Werk seines Vorgängers fortzusetzen.

Für den siebenjährigen Mohammad hat Chefarzt Mamarvar nun das passende Team zusammengestellt: Oberärztin Dr. Nicola Mensching als Operateurin, Dr. Anika Boday als Anästhesistin, Wiebke Dettmer als Anästhesie-Praktikantin, Birgit Spiekermann als OP-Schwester, Alexander Beuke als OP-Pfleger und Reinhard Beuke als Anästhesie-Pfleger. Vor dem Eingriff hat der Chefarzt noch Kinderorthopäden aus Berlin zu Rate gezogen.

Bei der Operation schlägt das Herz des kleinen Patienten gleichmäßig. Puls: 76. Die Anästhesistin und das übrige Team sind zufrieden. Jetzt setzt die Mannschaft mit einem Messer den ersten Schnitt. „Neues Tuch bitte, ein Messer, Schere, Pinzette und einen neuen Stift bitte“, weist die Operateurin ihre Helfer am OP-Tisch an. Fast wie im Film.

Im Verlauf des rund eineinhalbstündigen Eingriffs richten die Ärzte den Fuß, transplantieren fehlende Hautteile aus dem Oberschenkel des Jungen auf die behandelte Wunde. Zuletzt gipsen sie Fuß und Unterschenkel ein.

„Wenn alles gut geht“, sagt Dr. Mamarvar, „und das Hauttransplantat angenommen wird, dann müssen wir eventuell nur noch eine OP vornehmen. Es ist jetzt Geduld gefragt.“ Wenn Mohammad großes Glück habe, werde der Junge die ihm verbliebenen zwei Zehen auch wieder bewegen können, hofft Mamarvar.

In Bassum wird viel Geld für die Behandlung von brandverletzten Kindern aus Krisengebieten gespendet. Es ist in erster Linie für Verbands- und Verbrauchsmaterial sowie für das notwendige Material während der Nachversorgung bestimmt. „Dafür sind wir hier in Bassum sehr dankbar“, betont Chefarzt Mamarvar. Er appelliert an alle, in ihrer Spendenbereitschaft nicht nachzulassen. „Ohne das Geld wären wir wohl nicht in der Lage, die aufwendigen Maßnahmen zur Behandlung dieser schweren Brandverletzungen durchzuführen.“

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