Heigl-Gruppe mit neuer Leiterin

„Aenne, du hast den schönsten Heigl-Platz!“

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Sonnenstrahlen fallen durch das Blätterdach auf die Bassumer Heigl-Gruppe im Park der Freudenburg. Aenne Stühring (Mitte) gibt in den einstündigen Einheiten die Übungen vor.

Bassum - Von Frank Jaursch. Schultern kreisen, Arme pendeln, Beine schwingen vor und zurück. Zwei Dutzend Frauen und Männer stehen in einem lockeren Kreis um Aenne Stühring herum. Die 78-Jährige im orangefarbenen T-Shirt kündigt mit kurzen Ansagen die jeweils folgende Übung an.

Aber die meisten wissen schon, was als Nächstes kommt. Sie sind schließlich erfahrene Heigler! Heigln – das Bewegungstraining unter freiem Himmel – hat gerade in den Landkreisen Diepholz und Nienburg eine große Fangemeinde. Der Erfinder dieser Trainingsform, Heinz Heigl, und seine Frau Irmhild lebten in Bücken (Landkreis Nienburg). Sie haben sich zeitlebens darum bemüht, ihre Ideen populär zu machen.

Mit Erfolg – auch in Bassum. Irmhild Heigl, die im Jahr 2012 im Alter von 98 Jahren starb, besuchte auch die Bassumer Gruppe an der Freudenburg. Und war von der außergewöhnlichen Atmosphäre angetan, wie sich Aenne Stühring lachend erinnert. „Sie hat zu mir gesagt: ,Aenne, du hast den schönsten Heigl-Platz!’“

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 wird die Freudenburg-Gruppe von Stühring geleitet. Seit mehr als 25 Jahren ist die Bassumerin bereits als Heigl-Lehrkraft tätig.

Einfache Übungen im Freien

Das Konzept ist ebenso simpel wie effektiv: Im Freien, auf gewachsenem Boden, machen die Teilnehmer eine Reihe von einfachen Übungen. Dehnen, Schwingen, Anspannen und Entspannen. Wichtig dabei: die richtige Atmung. „Sauerstoff ist unsere wichtigste Nahrung“, pflegt Aenne Stühring zu sagen.

An diesem Mittwochmorgen nutzt die Heigl-Gruppe wieder den Park an der Freudenburg. Sonnenstrahlen fallen durch das Blätterdach. Nach dem Start mit leichten Aufwärmübungen kommt Stühring zu „ihren“ Über-Kreuz-Übungen, die den Teilnehmern schon ein bisschen mehr Koordination abverlangen: Ein Bein pendelt vor und zurück, während die Arme gleichzeitig vor dem Körper hin- und herschwingen.

„Es dauert manchmal ein halbes Jahr, bis man es richtig raus hat“, lächelt Werner Krebs. Er ist einer der wenigen Männer in der Gruppe – aber seit zehn Jahren mit Begeisterung dabei. Irgendwann kam er mal mit dem Fahrrad an der Heigl-Gruppe an der Freudenburg vorbei und wurde mit den Worten „Sofort anhalten und mitmachen!“ gegrüßt. Gesagt, getan: Nun möchte er das Heigln nicht mehr missen. „Es tut mir so gut“, sagt der Bassumer. Im November wird Krebs 88.

Teilweise mit Klangunterstützung

Einen Teil der Übungen absolviert die Gruppe zu den Klängen von André Rieu oder zu einer Instrumentalversion der „Capri-Fischer“. „Jeder macht so viel, wie er kann“, sagt Aenne Stühring.

Die Teilnehmer müssen nicht an ihre Leistungsgrenze gehen, bleiben aber ständig in Bewegung. Und immer wieder klopfen sie sich nach den Übungen mit den Fingern leicht auf die Brust. „Das stärkt das Immunsystem“, erklärt Stühring.

Für die 78-Jährige endet nach mehr als 13 Jahren ihre Zeit auf dem „schönsten Heigl-Platz“: Sie legt die Geschicke der Gruppe in andere Hände. Kerstin Hoffmann wird Anfang September die neue Leiterin der Heigl-Gruppe. Ganz aufhören wird Stühring aber nicht. „In Nordwohlde und in Röllinghausen geht’s ja noch weiter“, sagt sie.

Für die 24 Teilnehmer geht eine aktive Stunde unter freiem Himmel zu Ende. „Ich bin topfit!“ rufen sie zum Schluss ihrer Heigl-Übungen aus. Und als Beobachter wird man das Gefühl nicht los, dass das auch zu einem guten Stück an den Heigl-Übungen liegen könnte.

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