Großes Kino fürs Dorf

ADAC-Rallye sorgt für echte Rennatmosphäre

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Diese Kinder in Wedehorn interessierten sich mehr für die Wippe als für die Rallye.

Wedehorn - Von Ulf Kaack. Echte Rennatmosphäre gab es am Samstag im Südosten Bassums. Zugegeben, die Rallye Monte Carlo spielt in einer anderen Liga. Aber was sich auf den Nebenstraßen in Eschenhausen, Albringhausen, Schorlingborstel, Nienstedt und Wedehorn abspielte, war schon ganz großes Kino nicht nur für eingefleischte Motorsport-Freaks.

Die Rallye rund um die Sulinger Bärenklaue als Teil der Deutschen Meisterschaft des ADAC lockte nicht nur zahlreiche Zuschauer von auswärts an die offiziell ausgewiesenen Aussichtspunkte. Auch die Einheimischen hatten Spaß an dem lautstarken Rennspektakel direkt vor ihrer Nase. Vielerorts überlagerte der Geruch von brennender Grillkohle die Benzin- und Ölausdünstungen aus den zahlreichen Auspuffrohren der Rennwagen.

Schneller, als die Feuerwehr bei einem Großalarm

„Mit so einem Affenzahn brettert noch nicht mal unsere Feuerwehr bei Großalarm durchs Dorf“, grinste Wedehorns Ortsvorsteher Horst Husmann und freute sich über das kostenlose Entertainment vor seiner Haustür. Das Renngeschehen konnte er gemeinsam mit Frau Elfriede bequem aus dem Wintergarten verfolgen. Und das wussten auch Freunde und Bekannte, die sich gern hinzugesellten. Zwei Wertungsprüfungen mit jeweils rund 60 teilnehmenden Rallye-Wagen bekamen sie zu sehen und vor allem zu hören.

ADAC Rallye „Rund um die Sulinger Bärenklaue“ 2017

In der Mittagszeit hatten die Organisatoren die üblicherweise stark befahrene Kreisstraße zwischen der B 61 und Twistringen teilgesperrt. Das sorgte aber keineswegs für Ruhe vor dem Haus des Ortsvorstehers. „Die Piste wurde bereits am Freitag aufwändig präpariert und deutlich gekennzeichnet, Sicherheits- und Auslaufzonen für die Fahrer sowie Aussichtspunkte für die Zuschauer wurden eingerichtet“, schilderte Husmann. „Nachmittags trainierten die ersten Piloten. Allerdings mit moderater Geschwindigkeit und Soundkulisse. Sie wollten den Streckenverlauf kennenlernen, mussten sich aber strikt an die Straßenverkehrsordnung halten.“

Der Wedehorner Göpel war durch die Straßensperrungen komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Nur einige wenige Ortskundige hatten sich ihren Weg querfeldein gebahnt und verfügten über einen Logenplatz am Pistenrand. Eine Handvoll Kinder hatte den Spielplatz ganz für sich allein. Spätestens nach dem fünften lautstark vorbeirasenden Boliden hatte für sie das Renngeschehen deutlich an Attraktivität verloren. Da waren Wippe und Schaukel schon interessanter als die bunten rasenden Kisten, die teilweise wilddriftend an der 850-Jahr-Tafel und am Feuerwehrhaus durch die 90 Grad-Kurve schlingerten.

Funkhilfe-Kette an der Strecke

Knapp acht Stunden stand Funkposten Hermann Kröger am Göpel in Position. Hier hatte er einen guten Blick auf das Renngeschehen und die einmündenden Straßen. Er gehört zum Team des Vereins Funkhilfe Vechta. „Eine ganze Kette von uns ist am Streckenverlauf aufgestellt und gibt laufend anhand der Startnummern durch, welche Fahrzeuge die einzelnen Checkpoints passiert haben“, erklärte Hermann Kröger seinen Job. „Fehlt ein Wagen unfallbedingt oder durch technischen Defekt, greifen wir gleich ein ins Geschehen. Auch wenn der gesperrte Asphalt widerrechtlich von Fahrzeugen, Radfahrern oder Fußgängern bevölkert wird. Solche Situationen können böse ins Auge gehen.“

Die Feuerwehr Bassum sowie die Ortswehren Albringhausen, Apelstedt und Nienstedt waren mit den Rettern vom DRK in Einsatzbereitschaft. An verschiedenen Streckenpunkten mit Unfallpotenzial waren sie mit ihren Einsatzfahrzeugen postiert.

Unfallfreies Event

„Der Veranstalter hat ein sehr professionelles Notfallmanagement für die Rallye entwickelt“, erklärte Hauptlöschmeister Florian Wreth am Rande des Rennens in Schorlingborstel. „Wir dürfen erst nach einem ausdrücklichen Einsatzbefehl zu einem Unfallort ausrücken. Klar, erst muss das Rennen gestoppt werden, bevor Rettungsfahrzeuge auf die Piste gehen können. Einsatzwagen Nummer Eins ist in einem solchen Fall das MIC, das mit einem technischen Retter, einem Notarzt und einem Rettungssanitäter besetzte sogenannte Medical Intervent Car.

Erst dann kommen die Kollegen vom DRK für die Verletztenversorgung und wir mit den Aufgabenstellungen Brandbekämpfung und technische Hilfe zum Einsatz.“ Zu einer Alarmierung kam es nicht, das Event verlief unfallfrei.

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