Bassumer Ulf Kaack schreibt über Marinefliegerei

Von Abstürzen und Piratenbekämpfung

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Hohes Personal der Marine: die Protagonisten in Ulf Kaacks Buch „Die Marineflieger der Bundeswehr – Piloten und ihre Maschinen“ posieren.

Landkreis Diepholz - Von Marc Lentvogt. 18 Luftfahrzeuge hat die deutsche Marine seit ihrem Wiederaufbau im Jahr 1958 im Einsatz gehabt. Der Bassumer Autor Ulf Kaack betrachtet die Flieger als eine seiner Leidenschaften – dabei kann er selbst gar nicht fliegen. Obwohl Kaack dem Thema nahesteht, verliert er sich nicht in technischen Einzelheiten, sondern legt mit „Die Marineflieger der Bundeswehr“ ein gut lesbares Werk vor.

Zu jedem der Flächenflugzeuge, Hubschrauber und Jets hat Kaack ein oder zwei Personen befragt, hat ihre Anekdoten aufgeschrieben. „Es müsste mein 40. Buch sein und das, in das mit Abstand die meiste Zeit geflossen ist“, erzählt der Autor. Seine eigene Flugerfahrung beschränke sich vor allem auf das Mitfliegen im Seaking-Hubschrauber. „Wenn jemand gebraucht wurde, der bei der Übung hoch und runter gezogen wird, war ich dabei. Das erfordert keinen großen Mut, keine großen Fähigkeiten.“

All das gelte aber nicht für seine Protagonisten: Fregattenkapitäne, Flottenadmiräle, Kapitäne zur See. Wilhelm Schlobinski, Kapitänleutnant, ließ Kaack gegenüber noch einmal den 10. Mai 1960 aufleben. An diesem Tag flog er mit einer achtköpfigen Besatzung in einer Pembroke über die Eckernförder Bucht, als der linke Motor der Maschine zu brennen begann. Schlobinski schaffte es, alle gesund auf den Boden zurückzubringen, nur das Flugzeug wurde zerstört. Vom Flottenbefehl gab es dafür eine Belobigung und Sonderurlaub.

Zahlreiche historische Bilder unterstreichen Kaacks Worte über die 240 Seiten hinweg. Die befragten Fachmänner bescheinigten Kaack, dass sein Buch ein Standardwerk und Geschichtsbuch der Marinefliegerei sei, aber: „Ich wollte nicht nüchtern, technisch berichten, sondern die Leute, die etwas erlebt haben, berichten lassen.“

Das gelingt ihm gut. Wer als Laie darüber hinwegsehen kann, bei der Nennung eines bestimmten Radargerätes nicht unmittelbar ein Bild vor Augen zu haben, kann dem Wunsch des Autors entsprechen, schmökernd mit dem Buch im Sessel zu sitzen und tief in die Geschichten eintzuauchen. Und wer dann Lust bekommt, sich in Statistiken wie Erstflug, Spannweite und Gewicht einzulesen, kann dies am Ende eines jeden Kapitels ebenfalls tun.

Marineflieger, wie es im Buchtitel steht, darf also durchaus zweideutig verstanden werden – etwas umgangssprachlich für die Flugzeuge und gleichermaßen für die Piloten. In den Kapiteln wechselt der Autor fließend den Fokus, gibt der menschlichen Komponente Raum, achtet dabei aber auf geschichtliche und technische Präzision. Eine gewisse Affinität zur See, zum Fliegen oder der Marine vorausgesetzt, kann das im Mittler-Verlag erschienene Buch einige unterhaltsame Stunden bieten.

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