Abschlussfeier an der Oberschule Bassum

„Wir sind am Ziel – und die Lehrer am Ende“

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Klaus-Dieter Sprenger (Kreissparkasse, links) und Maik Bandorski (Volksbank, rechts) zeichneten Schüler aus, die sich durch ihr soziales Engagement hervorgetan haben: Finja Lemke (von links), Kamar Barri, Sören Freese, Hannes Raven und Lara Näther. 

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Überraschend ehrlich und ungeschönt ließ Schulleiter Cord Mysegaes die Jahre mit den Schülern seiner Oberschule, die gestern ihre Abschluszeugnisse bekamen, Revue passieren. „Als ihr zu uns kamt, wart ihr erfrischend strebsam und neugierig. Dann machte sich Bequemlichkeit breit. In der achten Klasse kam die Rebellion, wo ihr teilweise auch aggressiv gegen Lehrer wart. In der Neunten wurdet ihr entspannter, und in der zehnten Klasse habt ihr Verantworetung übernommen – für euch und andere.“

40 Schüler aus 25 Ländern und mit 30 Sprachen seien hinzugekommen, da habe es Konflikte, Bedrohungen, Rassissmus und Vorurteile gegeben. „Aber die Lehrer haben euch geholfen, ihr seid auf Klassenfahrt gefahren und habt zusammen gefeiert. Wir sind stolz auf eure Abschlüsse“, so Mysegaes und fügte hinzu: „Ich hoffe, wir haben nicht nur Spuren in euren Köpfen, sondern auch in euren Herzen hinterlassen.“

Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Das wurde bei den Worten der Klassensprecher deutlich, die sie an ihre jeweiligen Klassenlehrer richteten und die warm, humorvoll und wertschätzend waren. Sehr emotional wurde die kleine Rede für die stellvertretende Schulleiterin Elke Herzog. „Sie sind eine Spitzenlehrerin, immer für uns da, hilfsbereit und liebevoll. Wir werden Sie vermissen“, erklärte die Schülerin hörbar bewegt und wurde dafür von ihrer Lehrerin noch einmal fest gedrückt.

Andere nutzten ihre Redezeit, um auch den Reinigungskräften und dem Hausmeister Danke zu sagen. Der letzte Redner in der Reihe fasste es kurz, knackig und vermutlich treffend zusammen: „Wir sind am Ziel – und die Lehrer am Ende.“

Die Grußworte der Stadt überbrachte Bärbel Ehrich, deren Sohn laut ihren Worten vor zehn Jahren die OBS verlassen hat. „Folgt eurem Bauchgefühl, und lasst euch nicht zuviel von Außen beeinflussen“, gab sie den Schülern mit auf den Weg. Wichtig sei, Freude am Beruf zu haben. Und diejenigen, die sich nach einem Ausbildungsplatz umsehen, bat sie: „Vergesst nicht unsere tollen Betriebe hier vor Ort – das war der Werbeblock für Bassum“, fügte sie schmunzelnd hinzu.

Bevor die Abschlusszeugnisse verteilt wurden, gab es noch fünf besondere Auszeichnungen für Schüler, die sich durch Werte wie Höflichkeit, Freundlichkeit oder Zuverlässigkeit hervorgetan haben. Jeder von ihnen bekam 250 Euro, gesponsert von der Kreissparkasse Syke und der Volksbank.

Dann ging es zum Höhepunkt der Veranstaltung. Jeweils zwei Absolventen betraten die Bühne und nahmen eine Rose und ihr Zeugnis entgegen. Als kleine Besonderheit wurden bei den meisten noch Fotos aus ihrer Kindheit eingeblendet, so dass die Jugendlichen etwas verlegen lächelnd neben ihrem oft frech grinsenden, posierenden oder bunt-bemaltem Mini-Alter-Ego standen.

63 Schüler verlassen die Oberschule mit dem erweiterten Realschulabschluss, 27 mit dem Realschulabschluss, fünf mit Hauptschulabschluss nach der zehnten und sieben mit dem Hauptschulabschluss nach der neunten Klasse.

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