Aufwendige Bergung mit zwei Kränen

60 Tonnen Stahl im Straßengraben

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Keine Chance, da aus eigener Kraft wieder rauszukommen: Dieser Kran rutschte ám Dienstag bei Ringmar in die Böschung.

Bassum - Von Michael Walter. Das Ganze hat nur eine Sekunde gedauert – dann lag der 60-Tonnen-Kran im Graben. Nach einer Linkskurve war unter den rechten Hinterrädern die Straßenkante weggebrochen. Das schwere Fahrzeug sackte mit den Rädern einen halben Meter tief in die Böschung ein und saß fest.

Der Fahrer war am Dienstag auf dem Weg zu einer Baustelle bei einem Windpark bei Ringmar. Dort sollte der Kran beim Aufbau eines noch größeren Raupenkrans eingesetzt werden. „Es war noch dunkel, als das passiert ist“, erzählt der Fahrer und beweist Galgenumor: „Ich hatte von den Behörden die Auflage, bis 6 Uhr von der Straße zu sein – das hab ich geschafft.“

Etwa einen halben Meter tief ist der 60-Tonnen-Kran in die Böschung eingesackt. Die noch tiefere Rinne rechts daneben stammt übrigens vom Vortag: Da war an der gleichen Stelle ein Betrunkener mit seinem Auto von der Fahrbahn abgekommen. Die Schneise hat er mit einem VW Polo gezogen.

Tatsächlich hängen sämtliche Räder auf der Fahrbahnseite in der Luft und sämtliche auf der anderen Seite in der Böschung. Und genau das macht die Bergung schwierig. Um den 60-Tonnen-Kran zu bergen, muss nun von der einen Seite ein 100-Tonnen-Kran an die Unfallstelle heranfahren und von der anderen ein 200-Tonner. Der eine aus Hannover, der andere aus Braunschweig. An und für sich schon ein Kunststück, mit solchen Ungetümen auf einer Straße zu manövrieren, die gerade mal so breit ist wie das Fahrzeug selbst. Bevor sie sich dort aber überhaupt aufbauen können, müssen erst die Seitenstreifen provisorisch befestigt werden. Mit Mineralgemisch, also Splitt, Kies und Schotter. „Da müssen mindestens 15 Lkw-Ladungen rein“, schätzt ein Mitarbeiter des Unternehmens. „Dann kommen da Bleche rüber, und auf denen können sich die beiden Kräne abstützen.“

Steht der 60-Tonner wieder auf der Fahrbahn, ist noch lange nicht klar, ob er aus eigener Kraft überhaupt vom Fleck kommt. „Er liegt auf dem Getriebe auf“, sagt der Fahrer. Abgerissene Schläuche und Befestigungen wären da noch das geringste Problem. Eher schon die Vorstellung, dieses Monster auf der schmalen Straße abschleppen zu müssen. Die eigentlichen Bergungsarbeiten sollen laut Auskunft der Bassumer Polizei am Mittwoch beginnen.

Bergung des 60-Tonnen-Stahlkolosses in Ringmar

Solche Unfälle, verrät ein Mitarbeiter des Unternehmens, kämen gar nicht so selten vor, wie man vielleicht glaubt. „Wir sollen ja mit immer schwererem Gerät über immer schmalere Zuwegungen fahren“, sagt er. Und ein Kollege ergänzt: „Gleichzeitig sparen die Gemeinden immer mehr an der Befestigung der Fahrbahnränder.“

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