51-Jährige wird zum 1. November Erste Stadträtin in Rotenburg

Bernadette Nadermann kehrt Bassum den Rücken

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Mit Blumen gratulierte Rotenburgs amtierender Bürgermeister Detlef Eichinger Bernadette Nadermann am Mittwochabend zur Wahl. Er wird aber nicht mit ihr zusammenarbeiten. Auch in Rotenburg gibt es ein neues Duo an der Spitze: Bürgermeister wird Andreas Weber.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Bernadette Nadermann verlässt zum 1. November die Stadt Bassum. Sie wird neue Erste Stadträtin in Rotenburg. Am Mittwochabend stimmte der Rotenburger Stadtrat einstimmig für die 51-Jährige.

Nadermann setzte sich gegen 15 weitere Kandidaten durch. Die Erste Stadträtin hat in Bassum zwar noch einen Vertrag bis Ende 2015. Wahlbeamte können aber jederzeit die Beschäftigung auflösen, wenn sie eine neue Ernennung erhalten. Somit ist sie an keine Kündigungsfrist gebunden.

„Die Stelle hat mich gereizt. Rotenburg ist Kreisstadt, das Aufgabenfeld umfangreicher“, nennt Nadermann die Gründe für ihre Bewerbung. Vermutungen, die auf eine zeitgleiche Doppelbewerbung anspielen, erteilt sie eine klare Absage: „Ich habe die Stellenanzeige erst nach der Bürgermeisterwahl in Bassum gelesen“, sagt sie.

Dass die Rotenburger Ratsvertreter ihr einstimmig das Vertrauen ausgesprochen haben, „ist ein schönes Gefühl“. Diese Unterstützung hat sie in Bassum nicht.

„Aus meiner Sicht gab es keine Signale, die über den Wahlkampf hinausgegangen sind“, antwortet sie auf die Frage, ob sie sich nach der verlorenen Wahl als Erste Stadträtin weiterhin willkommen gefühlt habe.

Dennoch geht sie auch mit einem weinenden Auge: „Ich habe sieben Jahre in Bassum gearbeitet, und lasse nette und tiefe Kontakte zurück. Man gibt etwas auf.“

Bürgermeister Wilhelm Bäker war über die Bewerbung informiert. „Ich wusste davon, weil sie mich auch als Referenz angegeben hatte.“ Er beglückwünscht seine Allgemeine Vertreterin. „Es ist sicherlich schade für meinen Nachfolger. Schade auch, weil Frau Nadermann fachlich und menschlich hier sehr gut ins Team gepasst hat“, so Bäker. Aber für sie sei die Stelle eine Herausforderung, ein Aufstieg. Bäker hatte gestern morgen eine Mail an die Fraktionsvorsitzenden geschickt. „Damit sie es nicht aus der Zeitung erfahren.“

Christian Porsch, ab dem 1. November Bassums Bürgermeister, muss nun also auf eine kompetente Stellvertreterin verzichten. Das macht die Einarbeitungsphase nicht leichter.

Ihn erreichte die Mail im Urlaub. Der künftige Bürgermeister segelt zusammen mit seiner Familie in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich bin sehr überrascht. Es ist schade, ich hatte mit ihr gesprochen und nicht herausgehört, dass sie eine Veränderung plant“, so Porsch gestern Abend am Telefon. Er werde heute aus dem Urlaub zurückkehren und sich dann mit den Fraktionen zusammensetzen und das weitere Vorgehen überlegen. „Wir hätten sehr gerne mit Frau Nadermann zusammengearbeitet, hätten uns gewünscht, dass sie ihre Wahlzeit in Bassum beendet, eventuell auch darüber hinaus“, meinte auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende des Bürgerblocks, Hermuth Straßburg. Das sei ihr signalisiert worden. Im Rathaus sieht Straßburg derzeit keinen potenziellen Nachfolger.

„Zumindest nicht auf den ersten Blick“, äußert sich Dr. Christoph Lanzendörfer, Fraktionschef der SPD, ähnlich. „Mich überrascht der Abgang nicht“, kommentiert Lanzendörfer die Bewerbung Nadermanns in Rotenburg.

Für Christian Porsch könne es ein „guter Anfang“ sein, so der SPD-Chef. Denn er könne die Positionen neu justieren, einen kompletten Neuanfang wagen. Sicherlich sei die Einarbeitungsphase erschwert. „Letztlich werden er und wir noch mehr auf die Hilfe der Rathausmitarbeiter angewiesen sein.“ Auch die SPD hätte sich vorstellen können, weiterhin mit Nadermann zusammenzuarbeiten. „Sie war eine loyale Stellvertreterin. Wir hätten gerne eine Frau in der Position gesehen. Das wird schwer. Der Markt ist sicherlich abgegrast.“

Cathleen Schorling, CDU-Fraktionsvorsitzende, wünscht der scheidenden Stadträtin „alles Gute“. „Ich bin überrascht. Aber wir müssen das Beste daraus machen.“

„Der Zeitpunkt überrascht, aber eigentlich haben wir das nach der verlorenen Wahl alle erwartet“, sagt Eike Sellmer von den Grünen. Sie bedauert das Ausscheiden Nadermanns. „Sie war immer sehr kompetent, freundlich, verlässlich und klar.“ Die Herausforderung für Christian Porsch sei groß. „Es ist eine Riesen-Herausforderung.“

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