Unterlagen sollen bald raus gehen

2+1-Ausbau der B 51 bei Bassum: Planungen gehen voran

Zwischen Bassum und Fahrenhorst soll die Bundesstraße 51 nach Vorstellungen des Bundes um eine Fahrbahn erweitert werden. Foto: Jantje Ehlers
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Zwischen Bassum und Fahrenhorst soll die Bundesstraße 51 nach Vorstellungen des Bundes um eine Fahrbahn erweitert werden.

Bassum - Die Planungen für den 2+1-Ausbau der Bundesstraße 51 von Bassum nach Fahrenhorst schreiten langsam, aber stetig voran. Das erklärt Uwe Schindler, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg, auf Nachfrage dieser Zeitung. Zurzeit arbeite seine Behörde daran, die Unterlagen fertigzustellen, die dann an die Planfeststellungsbehörde im Landkreis Diepholz gehen sollen. „Wir denken, dass sie sie nach den Sommerferien bekommen wird“, so Schindler.

Die Behörde wird diese Unterlagen dann prüfen. Ist alles korrekt, wird sie das Planfeststellungsverfahren eröffnen. Schindler schätzt, dass der Bevölkerung dann zum Jahreswechsel hin die Unterlagen vorgelegt werden können. Anwohner hätten dann sechs Wochen Zeit, Bedenken und Einwände vorzubringen.

Dass es davon einige gibt, ist Schindler durchaus bewusst. Selbst der Rat der Stadt Bassum hatte sich 2018 mehrheitlich dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung eine Stellungnahme verfasst, in der sie gegen den geplanten Ausbau argumentiert (wir berichteten). „Aber der Bund möchte diesen Ausbau, und auch wir sind von diesem Vorhaben überzeugt“, so Schindler.

Die Landesbehörde wirbt schon seit vielen Jahren für die Erweiterung der Bundesstraße auf drei Spuren, die der Bundesverkehrsausschuss beschlossen hat. Dadurch sollen die Unfallzahlen reduziert und die Sicherheit sowie Qualität des Verkehrs in diesem Bereich verbessert werden.

B51-Verkehrszählung machte 2005 Handlungsbedarf sichtbar

Rückblick: 2005 hat eine Verkehrszählung herausgefunden, dass die B51 besonders bei den Unfallzahlen negativ auffällt und durch zunehmenden Verkehr belastet wird. Im Jahr 2005 wurden in Bassum-Nord täglich 11.000 Fahrzeuge gezählt, für das Jahr 2025 wurde ein Anstieg von zehn bis 15 Prozent prognostiziert.

Bereits vor zehn Jahren stellte die Behörde dem Bassumer Verwaltungsausschuss die Erweiterungs-Pläne vor. Damals lautet der Zeitplan wie folgt: 2010 Entwurf, 2011 Feststellungsverfahren, 2012/2013 erste Umsetzungen. Passiert ist bis jetzt noch nichts.

Fast ebenso lang, wie die Landesbehörde für den Ausbau wirbt, setzt sich die Bürgerinitiative für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde und Fahrenhorst dagegen ein. „Unser Ziel ist, dass sich viele am Planfeststellungsverfahren beteiligen und Widerspruch gegen die Ausbaupläne erheben“, sagte der erste Vorsitzende der Initiative, Jürgen Schierholz, 2016 in einem Gespräch mit der Kreiszeitung.

Die Initiative brachte mehrere Gründe vor, die für sie gegen eine Erweiterung sprechen: „Für fünf Minuten Zeitersparnis werden 360 Alleebäume gefällt, fünf Hektar Fläche neu versiegelt und schützenswerte und seltene Tierarten gefährdet.“ Als Anlieger fürchten sie zudem eine höhere Feinstaubbelastung und erhöhte Lärmbelästigung.

Zweifel an Reduzierung von Unfallzahlen durch B51-Ausbau

Zudem bezweifeln die Mitglieder, dass sich die Unfallzahlen durch den Ausbau reduzieren werden. Sie fürchten eher weitere Unfallgefahren durch überhöhte Geschwindigkeiten und sprechen sich statt des Ausbaus für strikte Überholverbote und Geschwindigkeitsreduzierungen aus. An dieser Forderung habe sich bis heute nichts verändert.

Die Behörde rechnete 2016 noch 2018/2019 mit einer Genehmigung des Vorhabens.

2018 hatte die Bassumer SPD, Bürgerblock und Grüne noch zu einem Info-Abend zum Thema Ausbau eingeladen, bei dem die rund 80 Gäste noch einmal deutlich machten, dass sie dieses Vorhaben nach wie vor ablehnen. 2019 warb die Polizeiinspektion Diepholz noch einmal öffentlich für den Ausbau, um Unfälle zu vermeiden.

Seitdem ist es still geworden. Bleibt abzuwarten, ob es tatsächlich dazu kommt, dass zum Jahreswechsel die Unterlagen öffentlich ausgelegt werden. Dieser Termin wurde schon einmal genannt. Und zwar in einem Artikel der Kreiszeitung im Herbst des Jahres 2015.

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