2+1-Ausbau der B51: Grundstückseigentümerin Ingeborg Hanff soll einen Hektar abgeben / Kritik an Zuwegung

Flächenversiegelung ist „Irrsinn“

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Blick in Richtung Bassum. Hier soll eine neue Zufahrtstraße gebaut werden.

Bassum/Döhren - Von Frauke Albrecht. Die Planungen zum 2+1-Ausbau der B51 gehen voran. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr Nienburg möchte zum Jahreswechsel die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens beantragen. Eine, die auf jeden Fall widersprechen wird, ist Anliegerin Ingeborg Hanff-Wagenfeld aus Döhren. Sie ist mit dem Straßenverlauf nicht einverstanden.

Hanff wohnt im Döhrener Kirchweg und soll Flächen zur Verfügung stellen – und zwar nicht zu knapp. „Wenn es nach den Plänen der Behörde geht, soll ich etwa einen Hektar abgeben“, erzählt Hanff. Sie will aber nicht. Aus mehreren Gründen.

Zum einen hält sie die geplante neu zu bauende Zufahrtsstraße für überflüssig. Zum anderen möchte sie ihr Land nur dann abgeben, wenn sie im Gegenzug dafür Ausgleichsflächen bekommt. Die gibt es aber nicht. Im Gegenteil, die Landesbehörde würde nicht mal den aktuellen Bodenpreis zahlen. „Das Straßenbauamt zahlt 2,60 Euro pro Quadratmeter, Ackerland ist gut sechs Euro wert. Da verliere ich 34000 Euro bei einem Hektar.“

Im Zuge des Ausbaus der B51 wird kein Grundstückseigentümer mehr über eine eigene Zufahrt verfügen. Lediglich an drei noch auszubauenden Knotenpunkten können Verkehrsteilnehmer später auf- beziehungsweise abfahren. Diese sind geplant am Weg nach Stühren, an der Kreuzung zur Landesstraße 340 und an der Abzweigung Nordwohlder Heide (wir berichteten mehrfach).

Das Straßenbauamt möchte nun neue Straßen bauen, um die Zuwegung zu den Grundstücken sicherzustellen. Unter anderem soll eine neue Straße von der Landesstraße 340 am Wohngebiet Stührener Weg vorbei quer über den Acker von Ingeborg Hanff und vier weiteren Grundstückseigentümern in Richtung Erdbeerhof Nüstedt führen.

Ingeborg Hanff hält das für „Irrsinn“. „Es werden schon genug Flächen versiegelt. Das vorhandene Wirtschaftswegenetz sei ihrer Meinung nach völlig ausreichend – müsse lediglich ertüchtigt werden. Sie schlägt vor, dass Kunden und Zulieferer des Erdbeerhofes über den B51-Knotenpunkt-Stühren und dann über das vorhandene Wegenetz von hinten herangeführt würden. Das bedeute zwar einen kleinen Umweg, der Flächenverbrauch sei aber geringer.

Hanff hat ihre Vorschläge bereits mehrmals auf Sitzungen geäußert. „Ich habe den Eindruck, dass man mich nicht ernst nimmt.“

Walter Nüstedt vom Erdbeerhof Nüstedt nimmt die Bedenken der Anwohner sehr ernst. „Uns ist wichtig, dass der Verkehr zu uns nicht durch ein Wohngebiet führt“, sagt er. Das gäbe nur Streit.

Die sinnvollste Lösung sei seiner Meinung nach eine Zuwegung parallel zur Bundesstraße. Nüstedt betont aber auch, dass für ihn eine Anbindung von Norden her wichtig ist. „Die meisten unserer Stände sind im Norden, ebenso ein Großteil unserer Flächen.“ Eine Anbindung allein von Süden her reiche nicht aus, sei zudem für die Menschen, die dort wohnen, nicht zumutbar. „Wir fahren schon allein mit unseren eigenen Bussen mindestens 60 Mal am Tag an und ab.“ Hinzu kämen der Kundenverkehr und Zulieferer.

Am besten wäre, die Straße käme gar nicht, sagt Nüstedt. Aber das habe er nicht zu entscheiden.

Dietmar Thomsik, stellvertretender Leiter der Landesbehörde, möchte sich zu dem Streckenverlauf, den die Behörde favorisiert, im Detail nicht äußern. „Wir haben viele Alternativen angedacht, sehr viele Gespräche geführt. Irgendwann ist der Zeitpunkt da, diese zu Papier zu bringen.“

Die Straßenführung sei Bestandteil der Feststellung, ebenso wie Untersuchungen hinsichtlich Gewässer, Artenschutz, Lärmschutz et cetera. Diese würden zu gegebener Zeit zur Einsichtnahme ausliegen. Dann können Bedenken eingereicht werden.

Hanff ist nicht die einzige, die Flächen abgeben muss. Viele weitere Anlieger sind betroffen. Sogar ein Wohnhaus soll der Planung weichen, weil es zu dicht an der Bundesstraße steht.

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