2.000 Euro Schaden 

Klaus Weigelt verklagt die Stadt Bassum wegen Schlagloch - und verliert 

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In dieses Loch fuhr Klaus Weigelt und hatte danach zwei platte Reifen.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Stadt Bassum verfügt über etwa 700 Kilometer Straßen und Wege. Diese zu unterhalten, ist durchaus eine Herausforderung – jährlich stehen dafür etwa 340.000 Euro zur Verfügung. Doch nicht jedes Schlagloch kann sofort beseitigt werden. Diese leidvolle Erfahrung musste Klaus Weigelt aus Dimhausen machen.

Er fuhr nach eigenen Angaben am 18. April dieses Jahres mit seinem Mercedes die Verbindungsstraße in Hassel von Dimhausen kommend in Richtung Bremer Straße. In Höhe des Klenkenborsteler Wegs kam ihm ein Lastwagen entgegen. „Ich war gar nicht mal schnell“, erzählt Weigelt. Da der Lkw etwas schlingerte, wich er aus und geriet auf den Randstreifen. Was er vorher nicht sehen konnte, war ein großes Schlagloch. „Es rummste gewaltig. Plötzlich begann der ganze Wagen zu vibrieren“, erinnert sich der Dimhauser. Er hielt an und sah den Schaden: Zwei Platten und völlig demolierte Felgen.

Er fuhr in die Werkstatt und traute seinen Ohren nicht, als er den Kostenvoranschlag hörte: 2000 Euro. Weigelt: „Angeraten wurde eine Fahrwerkvermessung.“ Er sah sich das Schlagloch, in das er gefahren war, an und kam zu dem Schluss, dass die Stadt ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen sei.

„Ich habe die Stelle fotografiert und bin ins Rathaus gefahren. Dort wurde ich an Herrn Rohlfs verwiesen“, erzählt Weigelt. Im Bauamt hörte er, dass die Straßen in Bassum in Ordnung seien. Er könne einen Antrag auf Entschädigung beim Kommunalen Schadensausgleich stellen. Die Mitarbeiter dort würden prüfen, ob die Stadt haftet.

„Die Straßenverhältnisse sind so hinzunehmen, wie man sie vorfindet“

Weigelt nahm sich einen Anwalt, zog vor Gericht – und scheiterte. Das Landgericht kam zu dem Schluss, dass sich Nutzer der Straße den Straßenverhältnissen anpassen müssen. „Die Straßenverhältnisse sind so hinzunehmen, wie man sie vorfindet“, heißt es in der Urteilsbegründung.

„Das heißt auf solchen Straßen, bei Begegnungsverkehr am besten anzuhalten“, kommentiert Weigelt. Mit dem Urteil habe er sich längst abgefunden. Was ihn aber ärgert, ist, dass sich an der Stelle seit April überhaupt nichts getan habe. „Das Schlagloch ist noch da. Es ist eine Gefahr für Autofahrer und Zweiradfahrer.“ Derzeit steht Wasser im Loch. Von Weitem sei nicht zu erkennen, wie tief die Lunke tatsächlich sei.

„Ich hätte wenigstens erwartet, dass die Stelle ausgebessert wird“, sagt Weigelt.

„Normalerweise tun wir das auch“, heißt es aus dem Bassumer Bauamt. Auf Anfrage nimmt der zuständige Mitarbeiter, der seinen Namen allerdings nicht in der Zeitung lesen möchte, Stellung: „Sobald uns Schäden gemeldet werden, prüfen wir diese nach und beheben sie umgehend.“

Blick in Richtung Dimhausen: der Seitenraum ist ausgefahren. 

Ob das Schlagloch in Hassel vergessen worden oder neu entstanden sei, könne er nicht sagen. Dort sei viel landwirtschaftlicher Verkehr unterwegs, die Wegeseitenränder würden regelmäßig ausgefahren.

Je nach Bedeutung der Strecken würden Mitarbeiter des Bauhofes und der Streckenkontrolle die Straßen in Bassum und den Ortschaften abfahren. „Anliegerstraßen werden alle vier Wochen kontrolliert, Feldwege alle acht Wochen, Hauptstraßen wöchentlich und Verbindungsstraßen alle zwei Wochen. Wenn eine Kommune so verfährt, handelt sie nicht fahrlässig“, beruft sich der Mitarbeiter auf die Gesetzgebung.

Es komme durchaus häufiger vor, dass sich Bürger beschweren, sie hätten durch Schlaglöcher Schäden an ihren Fahrzeugen erlitten. „Nur sehr wenige bekommen Recht.“

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