Förderung ab Dezember geplant / Pläne im Bauausschuss vorgestellt

BASF-Tochter Wintershall baut Erdgasförderung aus

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Die Wintershall-Mitarbeiter Andreas Scheck, Luis R. Baptista und Kurt Sackmaier (v.l.n.r.) präsentieren Buntsandgestein aus Weyhes Tiefe. ·

Weyhe - Von Sigi SchrittWEYHE · Die BASF-Tochter Wintershall baut die Erdgasförderung in Weyhe aus. Pläne dazu stellten Ingenieur Kurt Sackmaier, Betriebsleiter Norddeutschland und Andreas Scheck, Operations Manager Deutschland, am Dienstagabend im Weyher Bauausschuss vor.

In 2 800 Metern unterhalb der Weyher Erdoberfläche befindet sich das Erdgasfeld mit dem Namen Barrien. „Im nationalen Vergleich zählt es sogar zu den großen Feldern“, sagte Kurt Sackmaier. Dort wird seit 1965 Gas aus der Tiefe nach oben befördert – derzeit sind acht Weyher Bohrungen „in Produktion“. Nun ist eine neue geplant: „Barrien 15 T“ lautet der Name des neuen Standortes. Dort sollen östlich neben der Straße „Zur großen Riede“ aus einer Tiefe von 2 350 Metern bis zu 8 000 Kubikmeter Erdgas pro Stunde fließen. „Damit können 24 000  Einfamilienhäuser mit Gas versorgt werden“, sagte der Wintershall-Mitarbeiter. Der Förderbeginn von Deutschlands größter Erdgasproduktionsgesellschaft ist für Dezember geplant. Nach den Berechnungen des Unternehmens könnte die Gas-Förderung bis zum Jahr 2030 fortgesetzt werden.

„Die Bohrarbeiten werden ab Oktober etwa zwei Monate dauern“, kündigte Kurt Sackmaier an. 50 Lastwagen bringen die Ausrüstung nach Weyhe. Schwertransporte seien jedoch nicht vorgesehen.

„Um den Geräuschpegel zu minimieren, setzen wir eine der leisesten Bohranlagen Europas ein“, so Sackmaier. Die Geräusch-Emission in 100 Metern Entfernung liege bei 55 Dezibel – die Wohnbebauung fängt erst bei 300 Metern an. Ein angeregtes Gespräch habe 70 Dezibel, sagte der Ingenieur. Außerdem will das Unternehmen für Schallschutz sorgen.

Die ideale Stelle für den Anstich des Gesteins, in dem sich die Gasbläschen befinden, liegt in einem Wohngebiet. Laut Karte wäre dieser Anschlagpunkt zwischen den Straßen Am Wasserturm, Am grünen Kamp und Siedlungsweg. Deshalb will die Gesellschaft mit der „Barrien 15 T“-Bohrung zunächst gerade in die Tiefe gehen, dann später Richtung Kirchweyhe „abknicken“.

Manfred Böcker vom Naturschutzbund erinnerte an das Erdbeben 2004 in Weyhe und wollte wissen, ob geologische Bewegungen ausgeschlossen seien. Befürchtungen, dass sich das Gestein setzt, brauche niemand zu haben, da das Buntsandgestein über der Gasblase „sehr massiv“ sei, sagte Kurt Sackmaier. Sollten wider Erwarten Schäden auftreten, würde Wintershall einen Ausgleich bezahlen. „Das ist uns bewusst. Als Bergbauberechtigte sind wir für alle Folgen haftbar.“

Ob bei der geplanten Bohrung die umstrittene Fracking-Methode eingesetzt würde, wollte Ratsherr Dr. Marco Genthe (FDP) wissen. Barrien sei eine „gute Lagerstätte“, da sei dies nicht erforderlich, antwortete Sackmaier. Rudolf Dyk (Linke) fragte nach, ob toxische Stoffe eingesetzt würden, zumal Wintershall angekündigt hat, Additive einzubringen. „Die Bohrspülung ist nicht giftig, aber auch nicht zum Trinken geeignet“, so Sackmaier. Mit den genannten Chemikalien könne Genthe zwar „nichts anfangen“, doch er schlug vor, dass die Liste der Feuerwehr zugeht. „Die Behörden bekommen einen ganzen Ordner“, versprachen die Wintershall-Mitarbeiter.

Frank Seidel (SPD) wollte schließlich wissen, ob Weyhe einen Vorteil aus der Gasförderung gewinnen könne. „Die Förderabgaben je Kubikmeter gehen ans Land“, sagte Andreas Scheck. Das Unternehmen habe 2011 insgesamt 700 Millionen Euro ans Land bezahlt.

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