Behindertenbeirat Bassum bietet Sprechstunde im Rathaus / Jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr

Barrierefreiheit fängt im Kopf an

Bernadette Nadermann, Mechthild Strake, Bernhard Sauer, Rainer Dambroth und Martin Zaleski besprechen letzte Details, um im Januar mit der Sprechstunde starten zu können.

Bassum - BASSUM (al) · Ab dem 7. Januar wird es im Bassumer Rathaus, immer freitags von 10 bis 12 Uhr, eine Sprechstunde für Menschen mit Behinderungen geben. Betroffene und Angehörige können sich über die verschiedensten Themen und Problemstellungen informieren, Fragen stellen oder ganz einfach ihre Sorgen und Nöte äußern. Die Sprechstunde ist ein Angebot des Bassumer Behindertenbeirates.

Um sich auf die Besucher besser vorbereiten zu können, werden die Ratsuchenden gebeten, sich vorab anzumelden und zwar im Bürgerservice unter Tel. 04241/84-0 oder per mail an bbeirat@gmx.de.

„Wir können keine rechtliche Beratung durchführen, aber wir hören zu, nehmen Anregungen entgegen, können Ratschläge geben und Kontakte zu den entsprechenden Stellen herstellen“, sagt Mechthild Strake, die den Behindertenbeirat vor dreizehn Jahren ins Leben gerufen hat. Ziel der Sprechstunde ist, Menschen mit Handicaps eine Anlaufstelle zu bieten, um sie aus ihrer Isolation zu holen, ihre Bedürfnisse zu erfahren, aber auch um Projekte besser anschieben zu können. Derzeit arbeiten im Behindertenbeirat sechs Aktive – alle ehrenamtlich. „Und wir freuen uns über jeden, der Lust hat, bei uns mitzumachen“, so Strake.

Aus diesem Grund lädt das Gremium am 17. Januar, ab 17 Uhr, zu einer öffentlichen Sitzung in das Wohnheim der Lebenshilfe, Gutenbergstraße 10, ein. „An diesem Abend möchten wir Ideen für ein neues Projekt sammeln. Es geht um Barrierefreiheit“, erläutert Bernhard Sauer, Leiter des Wohnheims und seit 1998 im Beirat, den Hintergrund.

„Barrierefreiheit hat nicht nur etwas mit Straßenverkehr zu tun, sondern auch mit Kommunikation“, sagt Strake. In vielen Köpfen hätte sich mittlerweile zwar eingebürgert, dass abgesenkte Bordsteine Rollstuhlfahrern das Vorwärtskommen erleichtern und summende Ampeln für Blinde lebensrettend sein können. Aber nur wenige machen sich darüber Gedanken, wie man miteinander umgeht, so Strake. Barrieren müssen in den Köpfen abgebaut werden. In der Sitzung sollen Ideen gesammelt werden, auch darüber, wie Nachrichten an alle weitergegeben werden können oder wie Medien für jeden nutzbar werden. Eingeladen sind alle, die sich für das Thema interessieren – egal ob Menschen mit oder ohne Handicap, Familien, Alleinerziehende und Senioren. Behinderte und Senioren hätten oft ähnliche Probleme. Aus diesem Grund gab es im Herbst eine Zukunftswerkstatt. Eingeladen waren neben Politikern Vertreter von Vereinen und Verbänden, die mit Senioren und Behinderten zusammenarbeiten.

Die Frage, die im Raum stand, war, ob es sinnvoll ist, ein gemeinsames Gremium zu gründen. Beschlossen wurde am Ende, zwar punktuell zusammenzuarbeiten, aber nicht generell. „Weil es zu viele Themen gibt, die Senioren nicht interessieren“, begründet Strake die Entscheidung. „Es ist ein Unterschied, ob man behindert auf die Welt kommt, ein behindertes Kind betreut oder erst im Alter und Alltag behindert wird.“

Die Ehrenamtlichen wissen das aus eigener Erfahrung, denn sie sind entweder selbst von Behinderung betroffen oder haben mit behinderten Menschen zu tun. Martin Zaleski, beispielsweise, seit 2001 im Beirat, ist selbst Rollstuhlfahrer, Mechthild Strake hat ein behindertes Kind. „Es gibt in Bassum relativ geschlossene Systeme, die wir aufbrechen müssen“, sagt Bernhard Sauer. Die Bewohner des Wohnheims beispielsweise würden selbst nach ihrem Auszug Kontakt halten, weil sie keine anderen Freunde finden. Auch da möchte das Gremium ansetzen. Langfristiges Ziel wäre eine Art Begegnungsstätte.

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