Barnstorfer fordern Umgehung

Zweifel an Verkehrsdaten

Ein neuralgischer Punkt: „Direkt im Ortskern behindert eine 90 Grad-Kurve mit abknickender Vorfahrt den durchfahrenden Verkehr insbesondere aber den Lkw-Verkehr. Der durchfahrende Verkehr wird durch diese Kurve sowie bestehende Bedarfssignalanlagen gebremst“, heißt es in der Stellungnahme des Samtgemeinderates.

Barnstorf  - Empörung in und um Barnstorf über den Bundesverkehrswegeplan. Darin wurde - wie berichtet - die seit Langem geplante Ortumgehung Barnstorf im Zuge der B 51 vom „vordringlichen Bedarf“ in den „weiteren Bedarf“ zurückgestuft.

„Diese Einstufung lehnt die Samtgemeinde Barnstorf ab und fordert die Einstufung der geplanten Ortsumgehung in den vordringlichen Bedarf. Die Samtgemeinde Barnstorf spricht sich ausdrücklich für den Bau einer Umgehungsstraße im Bereich der Samtgemeinde Barnstorf aus“, so Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers gegenüber dem SONNTAGS-TIPP.

Nach Darstellung der Samtgemeinde seien Daten und Fakten nicht korrekt berücksichtigt worden. Das hat der Rat auf seiner jüngsten Sitzung festgestellt. Die vorhandene Verkehrsbelastung sei als zu gering angesetzt worden. Die Zahl der entlasteten Einwohner sei zu gering, die Zahl der belasteten zu hoch. „Die Ermittlung der CO2 Emissionen ist nicht nachvollziehbar. Die Entlastungswirkungen wurden nicht korrekt berücksichtigt (eventuell wurde die verworfene M1 Trasse zu Grunde gelegt). Das NKV ist mit 4,1 relativ hoch. In der Dringlichkeitseinstufung wird im Vergleich mit anderen Projekten darauf nicht eingegangen. Es erfolgte keine Berücksichtigung der bereits vorliegenden Umweltverträglichkeitsstudie“, so die weiteren Kritikpunkte aus Barnstorf.

Die B 51 verlaufe zwischen den Oberzentren Bremen und Osnabrück über die Mittel- und Grundzentren der Ortslagen Bassum, Twistringen, Barnstorf und Diepholz. Sie besitze damit für den überregionalen Verkehr als großräumige Straßenverbindung eine bedeutsame Verbindungsfunktion. Durch die parallele Lage zur BAB A1 werde sie zum Teil auch als Umleitungsstrecke genutzt, obwohl sie dafür nicht ausgewiesen sei.

In der Ortslage Barnstorf durchschneide die B 51 den Ortskern auf einer Länge von circa 2,7 Kilometern in die die versetzten Straßenäste der L 344 sowie die Kreisstraßen 47 und 48 einmünden. Die Ortsdurchfahrt sei sehr kurvenreich.

„Direkt im Ortskern behindert eine 90 Grad-Kurve mit abknickender Vorfahrt den durchfahrenden Verkehr insbesondere aber den Lkw-Verkehr. Der durchfahrende Verkehr wird durch diese Kurve sowie bestehende Bedarfssignalanlagen gebremst. Zudem führen Ein- und Ausparkvorgänge im Ortskern von Barnstorf immer wieder zu Wartezeiten und kleineren Stauungen. Die gefahrenen Geschwindigkeiten des Verkehrs sinken dadurch abschnittsweise bei einer Verkehrsbelastung von 12.000 bis 14.000 Kfz/Werktag (Stand 2009) auf rund 20 km/h“, hießt es in einer Stellungnahme weiter.

„Der Fußgängerverkehr ist in der 90 Grad-Kurve zudem hochgradig durch häufig über den Gehweg fahrende Lkw gefährdet. Abknickende Vorfahrten sind zudem Verkehrsanlagen mit hohem Sicherheitsrisiko“, hießt es in der Stellungnahme der Kommunalpolitiker außerdem.

Zudem sei der untergeordnete Knotenarm in diesem Fall ebenfalls von verkehrlicher Bedeutung: „Hierüber sind der Bahnhof, das Freibad sowie größere Einzelhandelsnutzungen erreichbar. Der Knotenpunkt ist deshalb insgesamt stark verkehrlich belastet (Pkw-, Lkw, aber auch Fußgänger- und Fahrradverkehre).“

Bereits in den 50ziger Jahren wurde für den Flecken Barnstorf der Bau einer Umgehungsstraße angestrebt, welche mit einem Raumordnungsverfahren planerisch vorbereitet wurde.

Im Jahr 2004 erfolgte die Einstufung der Ortsumgehung im Bedarfsplan für Bundesstraßen mit der Ausweisung „vordringlicher Bedarf“. „An dieser Ausgangslage hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil, die Verkehrsbelastung für die Ortslage Barnstorf hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft“, ist man sich im Samtgemeinderat einig.

Das Ergebnis der Wirkungsermittlung im Rahmen der Bewertung sämtlicher gemeldeter Infrastrukturvorhaben sei für die Ortsumgehung Barnstorf nicht nachvollziehbar. Für die Ortsumgehung seien bereits umfangreiche Planungsvorleistungen erbracht worden: „Es liegt eine Umweltverträglichkeitsstudie aus dem Jahr 2013 vor, die die Wirkfaktoren unterschiedlicher Varianten miteinander vergleicht und aufgrund ihrer Detailschärfe eine deutlich bessere und qualitativ fundiertere Grundlage zur Ermittlung der Wirkfaktoren darstellt, als dies der Bundesverkehrswegeplan überhaupt leisten kann. Diese Daten sind nicht erkennbar in die Wirkungsermittlung des Bundesverkehrswegeplans eingeflossen!“ Das für den Bau der Ortsumgehung erforderliche Raumordnungsverfahren sollte bereits 2014 eingeleitet werden.

Die Kosten dieser Vorarbeiten in einem Zeitraum von vier Jahren waren nicht unerheblich. Der Flecken Barnstorf habe bereits in einem vorangegangenen Verfahren (ehemalige M1 Trasse) Untersuchungen in einem Kostenvolumen von rund 313.000 Euro finanziert.

düm

Mehr zum Thema:

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Bilder der Relegation: Knapper Wolfsburg-Sieg über Braunschweig

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

Leaks nach Manchester-Anschlag: Trump verspricht Aufklärung

„Hoya ist mobil“ 2017

„Hoya ist mobil“ 2017

Treckertreffen in Dreeke

Treckertreffen in Dreeke

Meistgelesene Artikel

Abitur in Leeste: „Eine gute Vorbereitung auf die Welt“

Abitur in Leeste: „Eine gute Vorbereitung auf die Welt“

Eindrucksvoller Beweis: „Drebber kan dat“

Eindrucksvoller Beweis: „Drebber kan dat“

Gunter Gabriel: „Die Vilser vertragen ungehobelte Sprüche“

Gunter Gabriel: „Die Vilser vertragen ungehobelte Sprüche“

Kommentare