Vierhändiger Griff in die Tasten

Rahel Meyer und Noemi Seng bestreiten letztes Konzert der Orgel-Plus-Reihe in Barnstorf

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Rahel Meyer spielte auch Cello. Dabei wurde sie von Kommilitonin Noemi Seng an der Orgel begleitet. - Fotos: Konkel

Barnstorf - Von Eva-Maria Konkel. Dass Übung den Meister macht, ist hinlänglich bekannt und wurde bei dem dritten und letzten Orgel-Plus-Konzert in der St.-Veit-Kirche in Barnstorf einmal mehr unter Beweis gestellt. Auf Einladung von Kantorin Meike Voss-Harzmeier zeigten die beiden Studentinnen der Musikhochschule Lübeck, Rahel Meyer und Noemi Seng, eindrucksvoll einen Ausschnitt ihres Könnens.

Das Publikum konnte den Studentinnen ihre Liebe zur Musik anmerken. Beide hatten schon sehr früh mit dem Klavierunterricht begonnen. Rahel Meyer aus Barnstorf war sechs Jahre alt, als sie Klavierunterricht bei ihrer „seelenverwandten“ Musiklehrerin Meike Voss-Harzmeier nahm. Ihre Kommilitonin Noemi Seng wurde im Alter von acht Jahren in der Nähe von Freiburg an das Klavierspiel herangeführt. Da sie schon immer einen großen Bezug zur Kirche hatte, ergab sich das Orgelspiel eigentlich von selbst.

Ihr Konzert begann mit dem Präludium in C (BuxWV 137) von Dietrich Buxtehude. Gekonnt gespielt von Rahel Meyer, die dieses Stück aus dem Barock vor einem Jahr für ihre Modulprüfung nach dem zweiten Semester ausgewählt hatte. An den Registern sicher unterstützt von Noemi Seng, die dann ihrerseits von Rahel Meyer Hilfe erhielt. Die Fantasie und Fuge in C (BWV 537) von Johann Sebastian Bach war das Prüfungsstück von Noemi Seng und wurde von ihr sehr sanft und einfühlsam gespielt.

Im weiteren Verlauf trugen die jungen Musikerinnen, die sich während des Studiums in Lübeck kennengelernt haben, unter anderem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy und Josef Gabriel Rheinberger vor. 

Dabei tauschten sie die Plätze an Orgel und Cello oder saßen auch gemeinsam an der Orgel, wie bei einem Stück von Ludwig van Beethoven. Bei dem fröhlich und beschwingt klingenden Spiel konnten sich die Zuhörer ohne Schwierigkeiten an den Schauplatz eines Jahrmarktes mit Drehorgelmusik versetzen. Genau dafür war diese Musik ursprünglich geschrieben worden.

Etwa 40 Zuhörer lauschten den Klängen in der St.-Veit-Kirche.

Dass es bei Rahel Meyer hin und wieder kleine Unsauberkeiten in der Bogenführung gab, lag auf der Hand. „Ich studiere nicht Cello, sondern hatte nur mal Unterricht“, warf die Musikstudentin ein. Nach ersten Erfahrungen in der Kreismusikschule Diepholz nehme sie jetzt wieder Unterricht, um ihre Fertigkeit auf diesem Instrument zu verbessern. „Dieses Konzert ist ein Test und die Stücke für meine Verhältnisse sehr schwer“, fügte die Barnstorferin hinzu.

Ihr Orgelspiel ist hingegen schon weit entwickelt. Den C-Schein, der dazu berechtigt, bei Gottesdiensten zu spielen und damit etwas Geld zu verdienen, hat Rahel Meyer schon seit ihrem 16. Lebensjahr in der Tasche. Ihr Wunsch ist es, Kirchenmusikerin zu werden. Ein zwar, mit acht Semestern bis zum Bachelor und weiteren vier Semestern bis zum Master, recht langes Studium, das sich aber durch hervorragende Berufsaussichten lohnt. Da es in den nächsten Jahren einen Mangel an Kirchenmusikern geben wird, dürfte eine Festanstellung so gut wie sicher sein.

Den Abschluss des gelungenen Konzertes bildete ein Marsch aus der Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“ von Sergei Prokofjew. Ein Stück, das Rahel Meyer in diesem Jahr für ihre Zwischenprüfung gewählt hatte. „Ein richtiger Rausschmeißer“ wie die Musikerinnen schon bei der Einführung lächelnd angekündigt hatten. Der Applaus der gut 40 Zuhörer war ihnen sicher und mehr als verdient.

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