Hygienekonzept an der Christian-Hülsmeyer-Schule setzt auf „Einbahnstraße“

Zwei Schulen unter einem Dach

Konrektor Andreas Beine stellt sein Konzept zur Wiedereinführung des Präsenzunterrichtes und zum Schutz der Schüler vor. Fotos: Haab

Barnstorf - Von Edgar Haab. Hinter jedem Eingang steht Desinfektionsmittel bereit, auf dem Boden vor den Toiletten sind Abstandslinien für die Wartenden geklebt. Mit einem umfangreichen Hygienekonzept sollen die etwa 540 Schülerinnen und Schüler der Christian-Hülsmeyer-Schule (CHS) in Barnstorf bei ihrer schrittweisen Rückkehr bestmöglich vor einer gegenseitigen Ansteckung mit dem Corona-Virus geschützt werden. Hierzu gehört die strikte räumliche Trennung der fünf Klassen, für die der Präsenzunterricht bereits wieder begonnen hat.

Dieses sind die zwei neunten und die zehnte Haupt-Abschlussklassen sowie die beiden zehnten Real-Abschlussklassen.

Zur dauerhaften Trennung der Klassen voneinander wurde ein Gebäude der CHS mit Absperrband in zwei Hälften geteilt, berichtet Konrektor Andreas Beine. „Somit kann man von zwei Schulen unter einem Dach sprechen.“ Die Schulleitung wolle somit eine Begegnung der Schüler sowohl auf den Fluren als auch auf dem Pausenhof unterbinden, der ebenfalls geteilt wurde.

Bei einem Verdachtsfall müsse die Schule nicht den ganzen Unterricht ruhen lassen. „Wir haben momentan noch den glücklichen Fall, dass uns genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen und wir die Klassen räumlich trennen können“, so Beine weiter. Auf dem gesamten Schulgelände wie auch in den Gebäuden gilt eine Maskenpflicht. „Die Schülerinnen und Schüler wie auch das Kollegium zeigen den Corona-Regelungen gegenüber eine große Akzeptanz“, berichtet Beine. „Die älteren Schüler werden später als Vorbilder für die jüngeren Klassen fungieren.“

Auf dem Platz im Klassenzimmer angekommen dürfen Schüler und Lehrer die Masken abnehmen. „Zwischen den einzelnen Tischen und dem Lehrerpult ist der Mindestabstand von zwei Metern gegeben. Sollte ein Schüler eine Frage haben, so müssen sowohl der Schüler, als auch die Lehrkraft die Maske zum Schutz aufsetzen“, sagt der Konrektor. Auch Gruppenarbeiten seien in der aktuellen Situation nicht gestattet. Deshalb gestalte sich der Unterricht zunehmend als Frontalunterricht, bei dem die Lehrkraft vorne an der Tafel unterrichtet. Dadurch falle ein selbstständiges Lernen mitunter schwerer.

Auch bei der stufenweisen Rückführung weiterer Klassen in den Schulunterricht setzt die CHS auf ein „Einbahnstraßensystem“. Dabei sollen Gänge bei Beginn des Schultages aber auch in den Pausen nur in eine Richtung zu begehen sein. Außerdem stehe für jedes Stockwerk ein eigener Ausgang offen. Dadurch wolle die Schule engeren Begegnungen vorbeugen und Raum zum Ausweichen bieten.

Der Unterricht findet aktuell noch in halber Stärke statt. Gemeint ist damit, dass an einem Tag die Hälfte einer Klasse unterrichtet wird und am nächsten Tag die andere Hälfte. Somit erhalten die Schüler in 14 Tagen jeweils eine Woche Präsenzunterricht und eine Woche „Homeschooling“ von zu Hause aus. Dieses gestalte sich allerdings in vielen Bereichen als schwierig, hat Konrektor Beine beobachtet. Einige Schüler hätten die technischen Voraussetzungen nicht, um effektiv am Homeschooling teilzunehmen. Die Schule versucht zu helfen: „Wir als Schule sind sehr gut ausgestattet und bieten den Schülern auch die Möglichkeit, ihre Unterlagen für zu Hause über das Schul- Wlan herunterzuladen, damit sie die Aufgaben zu Hause erledigen können“, so Beine. Auch eine persönliche Abholung der Arbeitsblätter nach Absprache bei der Schule sei gegeben. Durch ein Fenster am Lehrerzimmer werden die Unterlagen an die Schüler ausgehändigt. „Wir haben auch ein Sorgentelefon bei uns an der Schule eingeführt, bei dem sich Schüler bei Problemen melden können. Auch die Klassenlehrer, die zur aktuell schwierigen Zeit als Bezugspersonen der Schüler wichtig sind, halten telefonischen Kontakt mit den Schülern“, so der Konrektor.

Der Kiosk wie auch die Mensa in der Oberschule in Barnstorf bleiben – in Absprache mit dem betreibenden Förderverein – noch auf unbestimmte Zeit geschlossen. Zudem sind alle schulischen Veranstaltungen für dieses Schuljahr aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Im Zusammenhang mit der Absage der Klassenfahrten lobte Andreas Beine die örtlichen Busunternehmen, die auf Stornogebühren verzichtet haben. „Für mich ist dies ein tolles und solidarisches Verhalten.“

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