Mehr Kultur im „Refugium“ geplant

Zufluchtsort im Barnstorfer Bahnhof

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Stefan Vormschlag ist ein Fan guter Whiskeys und weiß zu den edlen Tropfen viel zu erzählen.

Barnstorf - Von Eva-Maria Konkel. Wir brauchen ihn alle – einen Zufluchtsort, einen Ort, an dem wir uns geborgen fühlen. Im Idealfall ist das unser Zuhause, aber manchmal möchten wir auch raus und andere Menschen treffen. Und dann ist es schön, wenn es in der Nähe die Möglichkeit gibt, nette Leute zu treffen. Wenn es dann auch noch ein tolles Angebot an Veranstaltungen gibt, umso besser. Einen solchen Ort bieten die Wahl-Barnstorfer Manuela Meerhoff und ihr Lebensgefährte Stefan Vormschlag. Nicht ohne Grund haben sie ihre Bar mit Kiosk im Barnstorfer Bahnhof „Refugium“, also Zufluchtsort, genannt.

Vormschlag ist viel in der Welt herumgekommen, hat in vielen Ländern als Tischler gearbeitet und eine Vorliebe für Irland und Schottland entwickelt. „Aber auch andere Länder haben mich fasziniert. So finde ich zum Beispiel die Esskultur der Franzosen bemerkenswert, der Genuss steht dort an oberster Stelle. Auch was den Alkohol angeht, dort wird auf Qualität gesetzt, das gefällt mir.“

In Bremen aufgewachsen, kam der junge Stefan Vormschlag schon als Kind mit dem Kanu-Rennsport in Berührung und wurde Leistungssportler. „Daher bin ich bis zu meinem 20. Lebensjahr überhaupt nicht mit Alkohol in Berührung gekommen“, erzählt er. Durch den Beruf als Tischler, später auch mit einem eigenen Betrieb, wurde die Zeit für Wettkämpfe und Training zu knapp, zumal er eben auch sehr viel unterwegs war.

Durch einen Auftrag bei einem Whiskey-Importeur wurde das Interesse an diesem Getränk geweckt. „Ich sauge Informationen wie ein Schwamm auf und probiere sehr viel aus, das macht das Leben bunt.“ Das habe sich bis heute nicht geändert, sagt der Experte für gute Getränke, dessen Lebensmotto „Das Leben ist zu kurz für schlechten Alkohol“ sich in seiner Bar wiederfindet.

In seinen Regalen finden sich ausschließlich edle Tropfen, und zu allen Getränken kann er etwas erzählen. Kein Wunder also, dass er auch Whisky Tastings anbietet. Ob rauchig oder malzig, er kann die Geschichte, Herstellung und Unterschiede einzelner Sorten genau erklären.

„Was mir bei meinen Aufenthalten in Irland und Schottland aber am meisten gefallen hat, war die Livemusik. In fast jeder Kneipe spielt mindestens ein Musiker und unterhält das Publikum“, schwärmt er. Die Idee, so etwas in Barnstorf zu etablieren, hat sich langsam entwickelt und gehört heute zu den festen Bestandteilen der kulturellen Szene. Da er und seine Partnerin regelmäßig Konzerte besuchen, lernt er immer wieder neue Künstler kennen. Und durch seine kommunikative Art fällt es ihm leicht, sie für kleine Konzerte zu gewinnen.

So wird am Samstag, 7. Dezember, „Marie's Wedding Trio“ wieder zu Gast sein. Wie immer werden sie Lieder, Balladen und Tänze aus Irland und Schottland mitbringen. Das Trio ist bekannt für seine traditionelle Musik und begeistert das Publikum jedes Mal. Die schottische Sängerin Joanna Scott Douglas, die auch Singer / Songwriter-Seminare gibt, überzeugt mit ihrer gefühlvollen Stimme und kommt regelmäßig ins Refugium.

Manchmal ist es auch der Zufall, der Manuela Meerhoff und Stefan Vormschlag auf einen Künstler aufmerksam werden lässt. So waren die beiden in Diepholz, als Jay Stapley in der Körstube auftrat. Der Musiker, der gerade wieder mit Marius Müller-Westernhagen unterwegs ist, lies sich gerne auf ein kleines Konzert im Refugium ein und hat einen erneuten Besuch in Aussicht gestellt.

„Oftmals entscheidet einfach die Sympathie, und dann ist die Gage nicht ganz so entscheidend“, sagt der rührige Mann mit dem Bart lachend. „Ich möchte gerne, dass es eine Art Kultur-Bahnhof wird. The first and the last, also das erste, was die Leute am Morgen sehen, bevor sie in den Zug steigen und sich bei mir noch einen Kaffee und ein Brötchen gönnen, und das letzte, wenn sie abends in meiner Bar waren.“

Kultstatus hat ja schon die Burns-Night, die 2020 tatsächlich am Geburtstag des Dichters Robert Burns (1759 – 1796) stattfindet. Wer noch Karten möchte, sollte sich beeilen, denn sie werden schon knapp. Natürlich wird wieder das Duo Rainer Schnackenberg und Mark Stünkel für die passende Musik sorgen. Meerhoff und Vormschlag werden wie immer Gedichte und Texte des Dichters vortragen. Auch das Drei-Gänge-Menue wird es wieder geben.

Diese Dinge zu organisieren und zu finanzieren, ist ein enormer Kraftakt, den die beiden allerdings mit sehr viel Freude und Idealismus bewältigen. „Trotzdem wäre es natürlich toll, wenn wir einen oder mehrere Sponsoren finden könnten, die sich an den Kulturveranstaltungen beteiligen“, sagen sie.

Inzwischen hat sich im Refugium auch eine Steel-Dart-Szene entwickelt, die nun als Sparte des MTV Barnstorf in der Regionalliga spielt. An jedem regulären Öffnungstag hießen sich auch Anfänger in ihren Reihen willkommen.

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