Handel und Fachgespräche prägen die traditionelle Vogelbörse in Drebber

Züchter starten in die Saison

Schauen, Kaufen und Fachsimpeln war bei der Vogelbörse angesagt, die zum zweiten Mal im Feuerwehrhaus in Drebber stattfand.

Drebber - „Noch schnell die letzten Vögel kaufen, bevor die neue Brutsaison beginnt.“ Das dachten sich einige Züchter, die nach Drebber zur Vogelbörse gekommen waren. Bereits zum 22. Mal lud der Verein für Vogelzucht und -schutz, „Ornis“ Diepholz, zur halbjährlich stattfindenden Veranstaltung. Bei einem großen Stand für Vogelbedarf und vielen örtlichen Züchtern traf man auch auf bekannte Gesichter. Allerdings fiel die Resonanz etwas geringer aus als gewohnt.

Im Frühling ist der Andrang auf der Börse meistens geringer als im Herbst. Das merkten auch die Beteiligten im Feuerwehrhaus, wo die Veranstaltung zum zweiten Mal über die Bühne ging. „Die Zuchtsaison fängt gerade an“, erklärte Jörg Köster von den „Ornis“. Die Gunst der Stunde nutzten auch Andreas und Peter Sander aus Twistringen. Vater und Sohn, die beide das gleiche Hobby teilen, hielten Ausschau nach einem Kanarien-Weibchen.

Peter Brunek aus Maasen bei Sulingen hatte mit seinen vier kleinen Käfigen eher wenige Vögel dabei, im Vergleich zu den anderen Anbietern. Von seinen Schmuck- und Nymphensittichen konnte er am Vormittag noch nicht viele Tiere verkaufen. „Bisher habe ich leider nur Geld ausgegeben“, sagte der Züchter. Bedauerlicherweise sei in Drebber nicht besonders viel los, bei großen Vogelbörsen habe man häufig mehr Laufkundschaft.

Brunek nahm die Sache jedoch gelassen. Er ist seit fünf Jahren als Hobbyzüchter aktiv. Früher habe er eine Zeit lang Rinder gezüchtet, inzwischen konzentriere sich seine Arbeit auf das kleine Federvieh. Die Vögel hätten es ihm schon immer angetan, erzählte der Sulinger. Leicht sei die Zucht nicht. Sei es wegen des Sperbers, der die zierlichen Vögel aus dem Käfig hole, oder auch wegen der sinkenden Anzahl an Züchtern, mit denen man sich austauschen könne.

In den Käfigen der Vogelbörse tummelten einige sehenswerte Exemplare. - Fotos: Spahr

Die Nachwuchssorgen quälen auch die Veranstalter der Börse. Der erste Vorsitzende der „Ornis“, Bernd Kruse aus Drebber, verwies jedoch auf die vielen Aktivitäten des Vereins. Zum Beispiel finde in diesem Jahr wieder eine Aktion statt, bei der die Vogelfreunde sich den heimischen Arten widmeten und Nistplätze in den Bäumen installierten. Hier würden sich in naher Zukunft wohl auch lokale Projektpartner auftun, zeigte sich Kruse zuversichtlich. Nun liege der Fokus aber erst einmal auf der eigenen Zucht. Einigen Züchtern würden in den kalten Wintermonaten leider immer ein paar Vögel wegsterben, berichtete Kruse. Auch in seinem Bestand habe es zwei Exemplare erwischt.

Die Züchter nutzten die Börse in Drebber, um sich über ihre Vögel und deren Pflege auszutauschen. Fachgespräche standen im Minutentakt. So berichtete Kruse einem befreundeten Ornithologen, dass seine Nymphensittiche schon Eier gelegt hätten. Bei Profizüchtern, die ihre Vögel auf Ausstellungen mitbringen, habe die Brutsaison schon im September/Oktober begonnen. Die Vögel müssten schließlich im Frühjahr durchgemausert und für die Haltung im Käfig „trainiert“ sein, so der Vorsitzende. Das Gespräch endete schließlich bei der Geschlechterbestimmung der kleinen gefiederten Freunde. Kein leichtes Unterfangen, wie sich herausstellte.

Dass dieses Mal etwas weniger Andrang bei der Börse herrschte, führten die Veranstalter neben dem Brutbeginn unter anderem auf stärkere Grenzkontrollen zurück. Vor allem holländische Großzüchter seien an den Grenzen vorsichtiger geworden, hieß es. „Gewisse Vögel erfordern gewisse Papiere und Ringe an den Beinen“, erläuterte Kruse. Schließlich werde auch viel mit seltenen Vögeln gehandelt. Aber auch hier schrumpfe der Markt. Viele Menschen würden sich nicht für Vögel interessieren. Gerade einmal drei Prozent der Ausgaben für Tiere in Deutschland seien auf die Vogelzucht zurückzuführen, bedauerte der Vereinsvertreter. Hier sei noch Wachstumspotenzial vorhanden.

Aber „der Deutsche sperrt nicht gerne ein“, stellte Kruse fest. Viele hätten bedenken aufgrund der kleinen Käfige. Diese Sorge weisen Kruse und sein Vereinskollege Jörg Köster zurück. Ein Papagei zum Beispiel bewege sich am Tag vielleicht einen Zentimeter nach rechts und einen nach links. „Der fliegt nicht viel und braucht nicht viel Platz.“ Vorgaben gebe es hier jedoch trotzdem. Daran müssten sich auch Züchter auf der Börse halten, so die Veranstalter. Sie hoffen nun auf eine etwas bessere Resonanz bei der nächsten Herbstbörse am 30. Oktober 2016. ls

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